Aktuelle
Ausgabe:
Sexualität
06/24

Live-Bericht: Frauenpilgertag 14. Oktober 2023

Live-Bericht: Frauenpilgertag 14. Oktober 2023

Über 3.700 Frauen, unterwegs auf 92 Wegen in ganz Österreich: Die Redaktion berichtet vom Frauenpilgertag 2023 der Katholischen Frauenbewegung mit Eindrücken, Bildern und Texten – seien Sie am 14. Oktober live dabei!

Los geht’s!

Treffpunkt 8.30 Uhr
Schon beim Zusammenkommen am Treffpunkt wird klar: Man kennt sich. Und wer einander noch nicht bekannt ist, wird herzlich in der Pilgergruppe aufgenommen. Die Vorfreude steigt, denn schon bald brechen wir gemeinsam auf: Ausgestattet mit einem blauen Pilgerband und einem Pilgerheft starten wir um Punkt 9 Uhr auf 92 Wegen in ganz Österreich. Seien Sie live dabei: hier, auf unserem Instagramkanal @weltderfrauen und auf Facebook!

Durch den Lainzer Tiergarten
Eine kleine Gruppe von Frauen hat sich am Nikolaitor in Wien gefunden, unter ihnen „Welt der Frauen“-Autorin Ursel Nendzig. Über dem Wald steht noch der Nebel. Alle tragen blaue Bändchen als Zeichen dafür, dass sie zusammengehören.

Kernkapellenweg, Steiermark
„Wir wollen sichtbar sein als Frauen, die etwas zu sagen haben“, so Lydia Lieskonig, Vorsitzende der kfb Steiermark. Gemeinsam mit 60 Frauen ist sie heute in der Oststeiermark zusammengekommen, um zu zeigen, dass die Katholische Frauenbewegung „immer in Bewegung bleiben wird“.

Zeit zu fotografieren

Während des Pilgerns wollen wir so viele Eindrücke wie möglich mit Ihnen teilen. Schauen Sie deshalb gerne in unsere untenstehende Bildergalerie!

Unterwegs in allen Himmelsrichtungen

„Durch die Hölle“, Burgenland
Mit besonderem Weihwasser aus Lourdes, Frankreich, wird der Pilgerstab in Illmitz gesegnet. Warum der Weg einen solch außergewöhnlichen Namen trägt, fragt sich Chef vom Dienst Christoph Unterkofler mit einem leicht mulmigen Gefühl. Die Bezeichnung stammt vom Illmitzer Ortsteil Hölle, der ein recht heißes Fleckchen Erde sei, und zwar so heiß, dass die Menschen hier früher kaum barfuß gehen konnten, erklärt Roselinde Strommer, ehrenamtliche Vorsitzende der kfb der Diözese Eisenstadt, den Namensursprung. Also, kein Grund zur Sorge! Im Gegenteil, auf die Pilgerinnen wartet eine wunderschöne und unberührte Landschaft.

Mariazellerweg, OÖ
Unter dem herbstverfärbten Laub wandert Redakteurin Anna Hauer in Oberösterreich. Hier trifft sie unter anderem Traudi Stieglbauer, die sich freut, mit netten Menschen in der Gemeinschaft pilgern zu dürfen. „Gehen ist meine Leidenschaft“, meint sie. Auch für Mitpilgerin Andrea Stockinger ist das Pilgern etwas ganz Besonderes: „Ich bin überzeugt, dass man durch die Natur zur Ruhe kommt und die Gedanken freier werden. Ich glaube, jeder kann vom Pilgern profitieren.“

Eichberg-Rundweg, NÖ
Redakteurin Julia Langeneder ist indessen mit einer Gruppe motivierter Frauen in Niederösterreich unterwegs. Nur zwei Männer haben sich in die Runde geschlichen: Die beiden Hunde Leo und Nils bilden das Schlusslicht, damit niemand verloren geht.

Zweiländerpilgern, Tirol
Zwischen Mittenwald und Scharnitz: Redakteurin Victoria Preining pilgert an der Tiroler Grenze zu Deutschland von Klamm zu Klamm. „Wir wollen in Gemeinschaft beten und die Schöpfung genießen“, so die beiden Wegbegleiterinnen Helene Daxecker-Okon und Maria Tonini.

Kernkapellenweg, Steiermark
Für Fotoredakteurin Alexandra Grill führt der heutige Weg zur Kernkapelle in der Oststeiermark. Unter ihren 60 Mitpilgerinnen ist auch Magdalena Landgraf. Sie freut sich über die Natur und die wunderschönen Kreuze entlang der Route. „Es sind für mich Stunden des Jetztseins und des Dankbarseins für das Schöne im Leben.“

5-Kapellen-Weg, Salzburg
Von der Rosenkranzkapelle über die Friedenskapelle bis zur Wallfahrtskapelle Maria Alm: Redakteurin Sophia Lang hat sich heute zahlreichen Frauen auf dem 5-Kapellen-Weg angeschlossen. Mit Blick auf das atemberaubende Steinerne Meer fällt das Gehen besonders leicht.

Zeit innezuhalten

Wenn es ruhig wird, kann es sein, dass es in einem laut wird: Nach den ersten Stationen wird um Schweigen gebeten, wo vorher Stimmen und Lachen waren, spricht jetzt das nasse Laub unter den Wanderschuhen.

Lainzer Tiergarten, Wien
Ursel Nendzig berichtet: „Als sich die Stadt Wien vor uns ausbreitet, wird es still. Danach teilt jede Frau ihre Wünsche für die Stadt, ihre BewohnerInnen und für Angehörige aller Religionen. Ein feierlicher Moment.“

„Durch die Hölle“, Burgenland
Auch in Illmitz wird es ruhig. „Nach dem gemeinsamen Gebet wird der nächste Teil des Weges schweigend begangen. Zeit, in sich zu gehen. Zeit, die Gedanken zu sortieren. Zeit, für die Schöpfung dankbar zu sein“, so Christoph Unterkofler. Es geht vorbei an Schilf und Weinreben durch den Nationalpark. In einiger Entfernung sind vereinzelt ein paar Enten und die Glocken von RadfahrerInnen zu hören, ansonsten nur die gleichmäßigen Schritte der Pilgerinnen.

5-Kapellen-Weg, Salzburg
„Wie finden wir uns in der Stille selbst?“, fragt sich Sophia Lang, während sie von einer Kapelle zur nächsten pilgert. Jede Frau fokussiert sich auf sich selbst und tritt mit ihrem Inneren in Kontakt.

Gedanken und Wünsche zum Abschluss

Die Pilgerwanderungen neigen sich langsam dem Ende zu – ein guter Zeitpunkt, nicht nur um Bilanz zu ziehen, sondern auch um benachteiligten Menschen gute Gedanken zu schicken, nach innen zu schauen und sich Positives für die Zukunft zu wünschen.

Zweiländerpilgern, Tirol
Auch weil der Pilgerweg an einer Staatsgrenze verläuft, möchte Wegbegleiterin Helene Daxecker-Okon anlässlich der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine sowie zwischen Israel und Palästina den betroffenen Menschen gedenken. Manchmal ist es schwer, sich zu positionieren, aber „letztendlich ist man für den Menschen.“

5-Kapellen-Weg, Salzburg
„Es scheint manchmal fast unmöglich, sich Zeit zu nehmen, um wirklich zu leben, nicht nur dahinzuhasten, sondern aus dem innersten Herzen zu leben“, meint Wegbegleiterin Maria Steger. Am Pilgern schätzt sie, dass man sich eine Auszeit vom Alltag nehmen könne und ein innerer Prozess in Gang gesetzt werde, „der Verschiedenes wieder in richtige Bahnen lenkt“. Am Ziel komme man dann verändert und meistens gestärkt an. In Salzburg endet der Pilgertag der Frauen mit einer Salbung – ein schöner Abschluss für eine gelungene Wanderung.

Eichberg-Rundweg, NÖ
Anna Rosenberger, Vorsitzende der kfb St. Pölten, bittet in Hinblick auf die Synode „um Geistkraft in der Frauenfrage“. Sie spürt die Veränderung in Rom und findet es wichtig, dass Frauen diesbezüglich nicht aufgeben. Wegbegleiterin Elfriede Gindl nimmt vom Frauenpilgertag viel Kraft und Hoffnung für alle Frauen in der Kirche mit. „Ich glaube, der Geist Gottes wirkt, es wird weitergehen.“

Lainzer Tiergarten, Wien
Bei der Abschlussandacht in der Kirche bedanken sich die Pilgerinnen für das Wetter, die Leichtigkeit, mit der sie unterwegs waren, und die Verbundenheit in der Gruppe.

„Durch die Hölle“, Burgenland
Nach etwas mehr als zehn Kilometern hat auch die 33-köpfige Gruppe im Burgenland ihr Ziel erreicht. Beim Abschluss in Podersdorf mit Impulsen und Liedern meint Roselinde Strommer: „Beim Pilgern nimmt man aufeinander Rücksicht und man hat eine Verbindung, auch wenn man sich zum ersten Mal sieht. Man hat einen gemeinsamen Weg und ein gemeinsames Ziel. Man kann sich auch etwas voneinander abschauen, denn jede hat einen anderen Zugang zum Glauben und zu Gott.“

Das war der Frauenpilgertag 2023

Bei herrlichem Wetter, nach unzähligen Kilometern durch Wälder, Klammen und Weiden, vorbei an Seen, Flüssen, Kapellen und Kirchen sind wir an unserem Ziel angekommen. Voller Dankbarkeit und gestärkt durch die vielen bereichernden Begegnungen blicken wir auf die Zeit der gemeinschaftlichen Verbundenheit zurück. Vielen Dank, dass Sie mit uns dabei waren!

Doch nach dem Pilgern ist vor dem Pilgern! Deswegen möchten wir Ihnen gerne unser neuestes Buch „Pilgern kann ich überall“, das im Februar erscheint, ans Herz legen. Wir haben bei „Welt der Frauen“ den Pilgerstab in die Hand genommen und uns auf eine spirituelle und auch höchst reale Reise durch Österreich gemacht. Herausgekommen ist ein neues Pilgerbuch, das spirituell interessierte und auch alle anderen WandererInnen begeistern wird: mit 18 Tagestouren von Pilgerbegleiterin Lydia Neunhäuserer quer durch das ganze Land sowie Impulstexten von Chefredakteurin Sabine Kronberger zum Krafttanken und Innehalten.

Rückschau

Lesen Sie hier die einzelnen Nachberichte unserer RedakteurInnen!

Bildergalerie

ZUM VERGRÖSSERN DER BILDER, KLICKEN SIE BITTE AUF DAS JEWEILIGE FOTO!
  • Teile mit:
  • Veröffentlicht: 14.10.2023
  • Drucken