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Nachlese zum „Gerne Frau sein“-Talk #1 im April

Was ist generell – und speziell in Zeiten der Pandemie – wichtig, um als Frau nicht nur die Gesundheit, sondern auch die eigene Position im Privatleben und Beruf zu stärken? Das war Thema des ersten Online-Talks der „Gerne Frau sein“-Veranstaltungsreihe, der im April 2021 stattfand.

Vieles mussten Frauen im vergangenen Jahr zusätzlich unbezahlt schultern: Homeschooling, Betreuung kleinerer Kinder – und das nicht selten neben dem eigenen Job im Homeoffice. Dazu kamen die Hausarbeit und die Pflege von Angehörigen. Und auch Paarbeziehungen standen vor Herausforderungen und Belastungen, die gemeistert werden wollten.

Chancen in der Krise

Im Rahmen des ersten Online-Talks der „Gerne Frau sein“-Veranstaltungsreihe, zu dem das Frauenreferat des Landes OÖ, die Katholische Frauenbewegung OÖ und „Welt der Frauen“ eingeladen hatten, sprachen Frauenlandesrätin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander, die Vorsitzende der kfb oö Paula Wintereder und „Welt der Frauen“-Chefredakteurin und Moderatorin Christine Haiden aber nicht nur über die Herausforderungen der Pandemie, sondern auch über die Chancen, die aus der Krise für Frauen erwachsen können. „Die Pandemie hat auch dazu geführt, dass die Leistungen bestimmter Berufsgruppen, denen vor allem Frauen angehören – wie zum Beispiel in der Pflege oder Pädagogik – gesehen und wertgeschätzt werden“, sagte etwa Christine Haberlander.

Grenzen des Körpers wahrnehmen

Stark oder gar noch stärker aus herausfordernden Zeiten hervorgehen, kann aber nur diejenige, die dabei nicht auf sich selbst vergisst – sei es in Verhandlungen, im Bezug auf die partnerschaftliche Aufteilung von Aufgaben oder aber wenn es um die eigene Gesundheit geht. Informationen und Impulse zu diesen drei Themengebieten gaben Expertinnen, darunter Anna Maria Dieplinger. „Weil sie nicht so schnell „Stopp“ sagen, kommen Frauen aber oft an ihre Grenzen oder gehen darüber hinaus, körperlich, aber auch seelisch,“ sagte die Pflegewissenschaftlerin und Expertin für Gendermedizin. „Frau sollte genau hinschauen: Was halte ich tatsächlich aus oder wo hole ich mir Hilfe? Das ist ganz wesentlich, gerade jetzt“.

Klare Kommunikation mit MedizinerInnen

Das war aber nicht der einzige Rat, den Anna Maria Dieplinger den ZuseherInnen im Video-Stream des Online-Talks mitgab: „Wichtig ist auch, klar und eindeutig zu kommunizieren – auch im Gespräch mit Ärztinnen und Ärzten“, ermutigte die Expertin. Denn nach wie vor würden Frauen zum Beispiel häufig Schlafmittel und Antidepressiva verschrieben, statt dass man ihnen eine Auszeit und Hilfsangebote empfehle und sie auch dabei unterstütze, diese anzunehmen und sogar einzufordern.

Gerechte Verteilung der Aufgaben in der Partnerschaft

Das Einfordern, gerade von einer gerechteren Aufgabenverteilung in der Ehe oder Partnerschaft, ost nach wie vor keine Selbstverständlichkeit und schon gar nicht einfach umzusetzen. Juristin und Rechtsberaterin Christina Schwaiger-Hengstschläger, die im Zuge der Pandemie einen Anstieg an Anfragen beim Autonomen Frauenzentrum Linz beobachtete, rät, eine Auflistung sämtlicher unbezahlter Arbeiten rund um Haushalt und Familie zu erstellen. „Ganz plakativ.“ Und dann eine gerechtere Verteilung zwischen den PartnerInnen auszuverhandeln.

Erfolgreich verhandeln im Privatleben

Wie die Rahmenbedingungen neu ausverhandelt werden können? „Ich kann alles, was in Verhandlungen gut ist, auch privat nutzen. Wir tun es nur oft nicht. Wir sind, wenn wir beruflich unterwegs sind, oft viel besser vorbereitet. Zu Hause fangen wir häufig einfach an, zu reden, wissen aber selbst nicht, was wir wollen“, weiß Verhandlungsexpertin, Autorin und Juristin Ingeborg Rauchberger. Ihr erster Tipp daher: Frauen müsse sich bewusst machen, was sie wollen und brauchen. Das Aushandeln selbst könne dann bei einem gemeinsamen Spaziergang mit dem Partner oder Partnerin stattfinden, rät Rauchberger. „Dadurch ist man im neutralen Raum. Und durch Bewegung des Körpers kommt auch Bewegung in den Geist – und damit auch Bewegung in die Sache.“

Frauen Mut machen

Die Veranstaltungsreihe zeige zentrale Probleme auf und mache Frauen Mut, betonten Landeshauptmann-Stellvertreterin und Frauenlandesrätin Christine Haberlander und Paula Wintereder, Vorsitzende der kfb OÖ. Denn: Frauen seien von den Auswirkungen der Pandemie besonders betroffen – und gerade deshalb sei es wichtig, Wissen an die Hand zu geben und zu sich gegenseitig zu stärken. „Meine Erfahrung ist: Wenn mir jemand etwas zutraut, traue ich mir selbst auch mehr zu. Wir Frauen können einander in die Kraft bringen und Bedeutung geben, in dem wir uns gegenseitig etwas zutrauen“, sagte auch Paula Wintereder.

„Gerne Frau sein“-Talks 2021 – Nachschau & Nachlese

Den ersten „Gerne Frau sein“-Online-Talk und auch die beiden folgenden Talks aus dem Mai und Juni 2021 können Sie hier „nachsehen“. Auch eine digitale Nachlese zu den weiteren Talks steht hier für Sie bereit.

Wenn Sie lieber analog lesen: Wir haben natürlich auch eine Nachlese zur „Gerne Frau sein“-Talkreihe in unserem Magazin zusammengestellt, in der wir die Inhalte noch einmal für Sie kompakt zusammenfassen. Die Nachlese finden Sie in der „Welt der Frauen“-Ausgabe Juli/August. Sollten Sie noch keine „Welt der Frauen“-Abonnentin sein, können Sie hier ein Abo bestellen oder die Ausgabe auch einzeln in unserem Webshop erwerben.

Im Rahmen der Anmeldung zu den Talks konnten Interessierte zudem Fragen an unsere Expertinnen und Podiumsgäste einreichen. Auch ihre Antworten, die zum Teil im Rahmen der Talks und zum Teil im Nachhinein gegeben wurden, können Sie hier nachlesen.

„Gerne Frau sein“-Talks 2021 – eine Kooperation von Frauenreferat des Landes Oberösterreich, Katholische Frauenbewegung Oberösterreich &  „Welt der Frauen“.

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