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Der Sturmsaal in Oed-Öhling war prall gefüllt an diesem Abend – mit vielen interessierten Frauen, informativen Vorträgen, mitreißender Musik – und jede Menge guter Schwingungen und Stimmungen.

Es sei eine wahre Erfolgsgeschichte, so Moderatorin und „Welt der Frauen“-Chefredakteurin Christine Haiden, auf die Frauen in den letzten hundert Jahren zurückblicken dürfen. Wo anfangs nur die drei „K“ waren – Kinder, Küche, Kirche – sind es heute eine Vielzahl und Vielfalt an Aufgaben, Verpflichtungen und Herausforderungen. Daher stand am Anfang der Veranstaltung nicht nur die Feststellung „uns geht´s gut“, sondern auch eine Frage: „Geht´s noch besser?“

Niederösterreichs Frauenlandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister scheint niemals die Kraft auszugehen, all ihre Herausforderungen anzunehmen. Dafür zapft sie gezielt Kraftquellen in ihrem Alltag an. „Heute war es auf dem Weg hierher der Blick über das Mostviertel“, sagt sie. „Aber auch eine halbe Stunde Laufen in der Früh ist eine solche Quelle – oder einen Kaffee zu trinken, irgendwo anders als zu Hause.“ Die zweifache Mutter hat im Lauf der Zeit auch gelernt, EnergieräuberInnen aus dem Weg zu gehen. „Die Zeit, die mir zur Verfügung steht, verbringe ich ganz bewusst mit Leuten, die mir guttun und mir Kraft geben.“

Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen manifestieren sich nicht nur in der Vielfalt der Aufgaben, sondern auch in ihrer Anatomie und Physiologie. Das Thema „Gender-Medizin“ ist das Feld von Anna Maria Dieplinger, Dozentin an der Paracelsus Universität in Salzburg. „Bis vor wenigen Jahren war der Patient geschlechtslos“, sagt sie in ihrem Vortrag. „Die Galle auf Zimmer fünf“ sei immer nach dem gleichen Schema behandelt worden. Dabei gibt es in nahezu jedem medizinischen Aspekt Unterschiede zwischen den Geschlechtern. „Ein Herzinfarkt bei einem Mann kündigt sich anders an als bei einer Frau“, sagt Dieplinger. „Mit dem Effekt, dass Frauen im Schnitt eine halbe Stunde später in die Notaufnahme kommen als Männer.“ Eine Zeitspanne, die in der Notfallmedizin über Leben und Tod entscheiden kann.

Für viele Frauen ist die Balance von Familie und Beruf eine der größten Herausforderungen. Anregungen dafür, wie diese gelingen kann, bringt Psychotherapeut Erich Lehner in seinem Vortrag auf den Punkt. „Kommunikation, Problemlösung und Stressbewältigung sind die Kompetenzen, die es auf der Paarebene braucht“, sagt er. „Die Zufriedenheit in einer Partnerschaft ist dann am höchsten, wenn sie egalitär gelebt wird.“ Dazu gehöre es, familiäre und Erwerbsarbeit aufzuteilen – und diese Aufteilung miteinander auszuhandeln.

All diese Informationen tragen dazu bei, dass es sich für Frauen leichter leben lässt. Anna Rosenberger, Vorsitzende der katholischen Frauenbewegung der Diözese St. Pölten bringt dazu noch Anregungen mit, wie sich spirituelle Anker im Alltag setzen lassen, um die Batterien regelmäßig aufzuladen. Für sie ist das etwa eine Klangschale, die sie immer wieder anschlägt. Für die Sekunden, bis der Ton verklungen ist, hält sie inne und schafft sich so eine kleine Auszeit im Alltag. Nicht nur ihre Klangschale ertönte an diesem Abend, auch die Stimmen und Instrumente der Mostviertler Band Quetschwork Family, die mit ihrer Musik den Abend abrundeten. „Beim Red´n kemman d´ Leit z´sam“ heißt eines ihrer Lieder – und das beherzigten die rund 300 Besucherinnen im Anschluss. Noch lange wurde getratscht, sich ausgetauscht und gelacht. Besser geht es kaum.

Eine Veranstaltung mit so vielen Frauen gibt es selten. Gut gefallen hat mir das abwechslungsreiche Programm, die Quetschwork-Family und auch die Vorträge, die sehr qualifiziert und hochwertig waren. Kurz: Es war ein rundum schöner und inspirierender Abend für Frauen.

Michaela Hinterholzer, Bürgermeisterin von Oed

Die Vorträge waren sehr, sehr spannend – die gesundheitlichen Aspekte, aber auch die psychologischen: dass man sich auseinandersetzen und mehr Kommunikationskompetenz an den Tag legen muss in der Familie.  Auch die Musik war spitze. Ich gehe heute beschwingt und bestärkt nach Hause.

Anna Lammer, Büro der Landesrätin

Die wichtige Botschaft ist, dass wir die Männlichkeit verändern müssen, in Richtung einer sorgenden Männlichkeit. Dazu müssen auch auf einer strukturelle ebene müssen Änderungen passieren, dass wir eine Egalität zwischen Mann und Frau erreichen. Dazu brauchen wir auch die Frauen, die es einfordern und unterstützen.

Erich Lehner, Psychotherapeut

Ich bin schon das zweite Mal bei einer Veranstaltung und finde, es ist ein ganz tolles Beispiel dafür, dass sich Frauen vernetzen und bestärken, ohne gleich die Emanzen-Keule einzusetzen. Hier geht es um Gemeinsamkeit, um gute Stimmung und es ist spürbar, dass man sich gegenseitig bestärkt.

Barbara Schörghuber, Besucherin

Mir hat besonders gut der Vortrag von Herr Lehner gefallen, vor allem der Satz: „Wir leben nicht für unsere Kinder, sondern mit ihnen“. Das hat mich sehr bestärkt. Der Rahmen ist wunderschön, ich bin aus der Gegend und bin heute das erste Mal im Burghof. So viele Frauen hier zu sehen, ist sehr bereichernd.

Eva Maria Burghofer, Besucherin

Ich bin selten auf so großen Frauenveranstaltungen. Mir gefällt hier der völlig ungezwungene Zusammenhalt. Es ist eine große Solidarität spürbar, die aber wertschätzend ist – den Frauen und den Männern gegenüber.

Julia Sitz, Sängerin Quetschwork Family

Nachbericht der Veranstaltung leichter.leben.inspiriert am 16. Jänner 2020 in Oed-Öhling

leichter.leben.inspiriert ist eine Veranstaltungsreihe von „Welt der Frauen“ in Kooperation mit dem Generationenreferat des Landes NÖ und in Zusammenarbeit mit der Katholischen Frauenbewegung.

Mit freundlicher Unterstützung der NÖN.

Über Welt der Frauen

„WELT DER FRAUEN“ BESCHREIBT UND REFLEKTIERT VIELFÄLTIGE BEZIEHUNGEN UND BEZÜGE VON FRAUEN UND SIEHT SICH DABEI ALS INSPIRATIONSQUELLE FÜR MEHR PERSÖNLICHE LEBENSQUALITÄT.

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