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Selbstversuch: Da geht noch mehr!

Jäger und Hase fordern mein Gehirn heraus. Keine Sorge, ich war nicht mit der Flinte unterwegs, aber auf der Pirsch nach mentalem Zugewinn.

Dass ich mir einmal Anregungen vom Mentaltrainer der Fußballerinnen des FC Bayern München holen würde, hätte ich nicht gedacht. Der Herr heißt Matthias Nowak und ich bin auf sein Buch „Beweg dein Hirn. Das tägliche 10-Minuten-Programm für mehr Potenzial, Kreativität und Lebensqualität“ gestoßen. Für zehn Minuten Übung am Tag erscheint mir das viel an Output.

Im Buch finde ich interessante Informationen, wie denn das so funktioniert mit meinem Gehirn, das ich ja täglich beanspruche. Diese Beanspruchung läuft aber immer in relativ gleichen Bahnen, und hier könnte Abwechslung mir neue Möglichkeiten eröffnen. Es gibt jede Menge Übungen dazu, ich folge der Anregung Nowaks, ganz klein anzufangen. Das tue ich mit der Basisübung „Hase und Jäger“. Mir wird sofort klar, wovon der gute Mann spricht, wenn er erläutert, dass Neuprogrammierungen anfangs etwas mühevoll sind.

Für die Übung brauche ich beide Hände und – natürlich – mein Gehirn. Ich hebe die rechte Hand und forme mit Zeigefinger und Daumen ein Gewehr, also den Jäger. Mit der linken Hand bilde ich mit Zeige- und Mittelfinger zwei ausgestreckte Hasenohren. Damit wäre die Ausgangsposition geschaffen. Nächster Schritt: Mit der rechten Hand forme ich nun abwechselnd einmal den Hasen, einmal den Jäger. Das Gleiche übe ich dann mit der linken Hand. Ein paarmal links, ein paarmal rechts. Auch die weitere Variante, mit beiden Händen gleichzeitig einmal  den Hasen, einmal den Jäger zu bilden, ist keine Herausforderung. Mir fällt auf, dass ich sehr konzentriert bin: auf meine Finger, auf rechts und links. Ich gehe zum nächsten Teil der im Buch gut bebilderten  Anleitung: rechts Hase, links Jäger, in die Hände klatschen und wechseln auf rechts Jäger, links Hase.

Oha. Das funktioniert nicht, artet in ein völliges Durcheinander aus. Ich wiederhole, wiederhole, wiederhole und bin froh, keine ZuschauerInnen zu haben. Es dauert, aber nach zehn Durchgängen funktioniert der Wechsel immer besser. Der letzte Teil der Übung: alles wie vorher, aber ohne Klatschen, also der direkte Wechsel der beiden Figuren von links auf rechts. Ich plage mich, werde zappelig, lasse nicht locker. Die Tage darauf wiederhole ich die Fingerspiele – es bleibt anfangs mühsam, unkoordiniert. Es ist, als ob die Verbindung zwischen meinem Gehirn und den Fingern verrücktspielte. Dann wieder hüpfen Hase und Jäger munter  hin und her. Damit ist klar: Da tut sich etwas, Neues wird angebahnt.

Dünger fürs Gehirn
Mit der Fingerübung „Hase und Jäger“ setzt man simultane Prozessverarbeitung in Gang. Beide Gehirnhälften befeuern sich gegenseitig, Synchronisation wird angeregt. All das sorgt gerade am Anfang für Chaos im Kopf. Wird die Synchronisation immer wieder neu gefordert – also trainiert –, ist das Dünger fürs Gehirn und erhöht die Möglichkeiten, das Potenzial dieses Muskels zu nutzen.

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