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Kino-Premiere: zum ersten Mal machte die Wendezeiten-Veranstaltungsreihe in einem Kino Station. Eine eindrucksvolle Kulisse für einen ebenso eindrucksvollen Abend in Hartberg.

Landesrätin Ursula Lackner freute sich über die Location, das „Maxoom“-Kino in Hartberg mit seinen steil aufragenden Sitzreihen – weil sie dadurch vom Rednerpult aus aufschaut zu so vielen Frauen aus der Region Hartberg. „Das ist es, was wir uns wünschen, Frauen in einer so hohen Position zu sehen!“ Sie erzählte von den vielen Frauen, die sie, wo immer sie ihre Aufgabe als Landesrätin für Frauen, Familie, Bildung und Jugend, hinführt, treffe: Die Verkäuferin, die einen Kindergartenplatz für den Nachmittag suchen. Das Mädchen, das sich entschlossen hat, Tischlerin zu werden. Die Frauen, die sich ehrenamtlich für eine Bücherei engagieren und jene, die von Gewalt betroffen sind und versuchen, wieder auf die Füße zu kommen. „Diese Frauen sind verschieden, aber sie haben eines gemeinsam: sie erleben immer wieder Wendezeiten in ihrem Leben.“

Wendezeiten, die einen oft unvorbereitet treffen, für die man sich aber wappnen kann: mit Information. Davon gab es an diesem Abend jede Menge. In Form von Rechenbeispielen zur Pensionsvorsorge von Katharina Krusch-Batruel etwa, Expertin und Beraterin der Pensionsversicherungsanstalt. Auch Christina Lind, stellvertretende Landesgeschäftsführerin des AMS Steiermark, regte dazu an, sich rechtzeitig mit Informationen zu versorgen, wenn eine Wendezeit ansteht: Karenzzeiten, Umschulungen, Neuorientierung – in jedem Alter. Bernadette Pöcheim, Leiterin der Abteilung für Frauen und Gleichbehandlung in der Arbeiterkammer Steiermark, sagte es ebenfalls deutlich: „Informieren, informieren, informieren!“ Das sei in Zeiten der Wende besonders wichtig, um sich abzusichern – wenn möglich, schon bevor es zu einer kritischen Lage kommt: „Bei gutem Wind die Segel setzen“.

Dazu gehört nicht nur, die finanzielle Situation im Überblick zu haben. Auch die Gesundheit spielt eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, Wendezeiten gut bewältigen zu können. Ulla Sladek vom Frauengesundheitszentrum in Graz machte deutlich, wie wichtig fundierte Informationen sind, um selbstbewusste Entscheidungen für die eigene Gesundheit treffen zu können. In einem unterhaltsamen Quiz entlarvte sie Mythen, wie etwa jener, dass Medikamente bei Männern und Frauen die gleiche Wirkung hätten oder dass Gleichstellung nur für Frauen einen Vorteil bringen würde: „Der Gender-Development-Index zeigt, dass mit Steigender Gleichstellung auch die Lebenserwartung der Männer steigt.“

Von ihrer ganz persönlichen Wendezeit erzählte Barbara Pachl-Eberhart, vom Verlust, den sie erlitt, als ihr Mann und ihre beiden ersten Kinder bei einem Unfall ums Leben kamen. „Es ist nicht nur schlimmer, als man es sich ausmalt“, sagte sie, „sondern da gibt es auch eine andere Seite, die unerwartet ist.“ Jene Kraft nämlich, die in der Krise steckt und die einen dazu zwingt, sich selbst neu kennenzulernen, mit negativen Gefühlen umgehen zu lernen und auch, Hilfe annehmen zu können.

Es war ein Abend voller Information, Empathie, Begeisterung und persönlicher Einblicke, der die rund 250 Besucherinnen einmal mehr dazu animierte, ihre eigenen Segel immer wieder neu zu setzen und mit viel frischem Wind hinaus in den Alltag zu segeln.

Der Abend war sehr interessant und informativ, die Vorträge waren gut aufgebaut, die Atmosphäre sehr angenehm. Vor allem der Vortrag von Barbara Pachl-Eberhart, die ich durch ihr Buch schon gekannt habe, hat mich sehr fasziniert. Ich habe sehr viel mitgenommen.

Klaudia Buchner

Ich habe mir vorgenommen, jetzt bei meinem Pensionskonto einmal nachzuschauen, wie es darum steht. Auch das Thema Pensionssplitting, das noch nicht so bekannt ist, werde ich jetzt meinen beiden Töchtern vermitteln. Es war eine gute Mischung aus Information auch Emotion, was mir sehr gefallen und mich sehr berührt hat.

Renate Hofer

 

 

Es war heute sehr viel Information dabei und ich glaube und hoffe, dass die Frauen, die heute hier waren, diese hinaustragen in die Öffentlichkeit, als Multiplikatorinnen und damit ein Schritt Richtung Gleichstellung getan wird. Es gibt 35.000 Frauen im Bezirk Hartberg und wir würden uns wünschen, wenn noch viel mehr von ihnen den Weg zu uns in die Frauen- und Mädchenberatung finden – gerne auch früher, nicht erst, wenn die Krise bereits eingetreten ist. Wir sind da, sobald man merkt, es hakt irgendwo.

Gerlinde Strobl, Esther Brossmann, Rosina Schmelzer-Ziringer, Frauen- und Mädchenberatung Hartberg

Ich denke, dass es wichtig ist, Frauen zu ermutigen, sich zu informieren und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Dafür leistet diese Veranstaltung einen wertvollen Beitrag. Ich bin begeistert von dem Mix, der hier geboten wird und wir, die Arbeiterkammer Steiermark, unterstützen das voller Überzeugung. Gerade im ländlichen Raum ist es für viele Frauen eine gute Möglichkeit, sich zu informieren.

Bernadette Pöcheim

Nachbericht der Veranstaltung „Wendezeiten“ am 8. April 2019 in Hartberg

Wendezeiten ist eine Veranstaltungsreihe von „Welt der Frauen“ in Kooperation mit dem Frauenressort des Landes Steiermark und in Zusammenarbeit mit der Katholischen Frauenbewegung Steiermark.

Mit freundlicher Unterstützung von Arbeiterkammer Steiermark, Arbeitsmarktservice Steiermark, Kleine Zeitung, Pensionsversicherungsanstalt und Frauengesundheitszentrum Graz.

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