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Nach drei Jahren, mehr als 10 Veranstaltungen und insgesamt mehreren hundert Besucherinnen (und einigen Besuchern) fand die Veranstaltungsreihe „Wendezeiten“ im Audimax der FH Joanneum in Graz ihren Abschluss. Mit dabei eine bewährte Mischung aus fundierter Information und mitreißender Emotion.

Es sei schon eine ganz besondere Veranstaltung, in die die Besucherinnen und Besucher sich hier und heute inskribiert hätten, sagte Christine Haiden, Moderatorin und Chefredakteurin des Magazins „Welt der Frauen“. Und auch wenn das Audimax an diesem Abend weniger einem Hörsaal denn einem Festsaal glich, gab es doch vieles zu lernen, viele Informationen, die als Bereicherung mit nach Hause genommen werden konnten.

So gab Christina Lind, stellvertretende Geschäftsführerin des AMS Steiermark, den Hörerinnen und Hörern mit auf den Weg, dass es sich auch nach einigen Jahren Berufserfahrung durchaus noch lohnen würde, sich neu zu orientieren. „Eine 40-jährige Frau hat noch 25 Berufsjahre, eine 50-jährige noch 15 Jahre vor sich“, sagte Lind. „Da lohnt es sich auf jeden Fall einmal Bilanz zu ziehen und sich anzuschauen: passt der Job noch zu mir?“ In so einer Situation, so Lind, sei das AMS auf jeden Fall die richtige Anlaufstelle, mit seinen neun Beratungszentren in der Steiermark.

Bernadette Pöcheim, Leiterin der Abteilung Frauen und Gleichstellung in der Arbeiterkammer Steiermark, wies auf die Risiken hin, die das typisch weibliche Modell „Teilzeitarbeit“ mit sich bringe: Abhängigkeit von einem zweiten Einkommen und weniger Pension. „Männer haben eine durchschnittliche Pension von 1.600 Euro, Frauen im Schnitt nur die Hälfte“, so Pöcheim.

Pension, das war das Stichwort für Katharina Krusch-Batruel, Expertin der Pensionsversicherungsanstalt in Graz. Sie betonte, dass nur 13% der armutsgefährdeten pensionierten Menschen Männer seien – der Rest Frauen. Sie zeigte in Theorie und an praktischen Beispielen auf, wie sich die Pensionshöhe durch kluges und rechtzeitiges Handeln beeinflussen lasse. Auch sie wiederholte den Aufruf: „Kommen Sie vorbei und informieren Sie sich!“

Informationen gab es auch von Marlene Schader, Beraterin beim Frauengesundheitszentrum Graz, die in einem unterhaltsamen Quiz hartnäckige Mythen rund um Frauengesundheit aufdeckte. Etwa, dass Rauchen für Frauen noch ungesünder ist oder Medikamente durchaus bei Frauen anders wirken als bei Männern. Und als emotionalen Abschluss berührte Barbara Pachl Eberhart das Publikum mit ihrem Vortrag über die tiefgreifende Wendezeit in ihrem Leben, als ihr Mann und beide gemeinsamen Kinder bei einem Autounfall ums Leben kamen. Wie sie diese Zeit durchstehen konnte, erzählte sie eindringlich und Mut machend.

Landesrätin Ursula Lackner war bei allen „Wendezeiten“-Veranstaltungen dabei und blickte „überwältigt“ auf die gemeinsame Tour durch „ihre Steiermark“ zurück. Wendezeiten, so die Landesrätin, seinen Zeiten der Herausforderung, der Sorge, der Unsicherheit. „Aber es ist damit auch die Chance einer Veränderung verbunden.“ Veränderungen, für die fundierte Informationen unerlässlich sind. Aber auch das Gefühl, nicht allein dazustehen. Und dieses war beim großen „Wendezeiten“-Finale in Graz ganz deutlich zu spüren.

Uns hat es sehr motiviert, inspiriert. Allein zu sehen, wenn man da gemeinsam in einem Raum ist mit so vielen Frauen, die sich für die Themen interessieren, diese Gemeinschaft zu spüren. Es war ein sehr erfolgreiches Event heute und wir hoffen, dass es in Zukunft weitergeht. Wir sind sehr froh, dass wir heute da waren. Es war sehr beeindruckend.

Johanna Egger und Ulla Schwarzenlander, Besucherinnen, Graz

Es war interessant auch für mich als Mann. Mich beeindruckt, wie viel sich getan hat, seit meine Frau vor 20 Jahren wieder in den Beruf einsteigen wollte. Sie hat damals sehr lange gebraucht, um die notwendigen Stellen zu koordinieren. Heute ist es selbstverständlicher und es gibt sehr viele Anlaufstellen.

Helmut Hofbauer, Besucher, Graz

Eine Veranstaltung wie diese kann Frauen Kraft geben, wenn sie in Wendezeiten, in Situationen des Umbruchs sind. Und sie kann Orientierung und Information bieten. Man weiß dann, wohin man sich wenden kann, wenn man zum Beispiel Hilfe von Beratungseinheiten braucht.

Gabriele Mairhofer-Resch, Büro der Landesrätin für Frauen, Mädchen, Gleichstellung und Berufsschulen

Nachbericht der Veranstaltung „Wendezeiten“ am 24. Oktober 2019 in Graz

Wendezeiten ist eine Veranstaltungsreihe von „Welt der Frauen“ in Kooperation mit dem Frauenressort des Landes Steiermark und in Zusammenarbeit mit der Katholischen Frauenbewegung Steiermark.

Mit freundlicher Unterstützung von Arbeiterkammer Steiermark, Arbeitsmarktservice Steiermark, Kleine Zeitung, Pensionsversicherungsanstalt und Frauengesundheitszentrum Graz.

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