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Strauß um Strauß, Teil 2

Hellgrün leuchtende Birkenblätter, Vasen in allen Größen und andere Herrlichkeiten rund ums Sträußchenpflücken.

Auch Teil 1 meiner „Strauß um Strauß“-Serie, in der es um die weitreichenden Freuden des Pflückens von Blumensträußen geht, begann mit einem kleinen Bekenntnis; nämlich dem, dass ich mir Sträußchenpflückerin durchaus als Berufsbild vorstellen könnte, wenn es dieses denn gäbe. Das möchte ich an dieser Stelle zurücknehmen! Das Sträußchenpflücken soll niemals Beruf, stets nur Berufung sein! (Außer man heißt Margrit de Colle, um deren wunderbares südoststeirisches Bio-Blumen-Projekt ins Spiel zu bringen).

Nachdem Bekenntnis 1 erledigt ist, folgt gleich Bekenntnis 2: Ich habe – eigentlich wenig überraschend – eine schlimme Schwäche für Blumenvasen. Meine Sammlung von Vasen verschiedenster Größen und Macharten ist vermutlich in den Augen anderer überbordend, aber ich bin jederzeit bereit, jede einzelne dieser Vasen bis aufs Messer zu verteidigen. Das könnte nötig werden, wenn familienintern wieder einmal die Frage aufgeworfen wird, ob man tatsächlich zwei Dutzend Vasen benötige? Die Antwort lautet: Ja! Und ja, ich werde auch die drei winzigen blauen, bemalten Glasstamperln, die ich von meiner Großmutter geerbt habe, nicht hergeben, nur weil wir umziehen und angeblich ausmisten müssen: Diese sind nämlich die perfekten Vasen für Veilchen und Leberblümchen! Damit hätten wir das ja geklärt! Zumal Ihnen jede*r Sträußchenpflücker*in von Format bereitwillig bestätigen wird: Auch der schönste Strauß kann in einer unpassenden Vase niemals gute Figur machen! (Es ist schon schlimm genug, dass derzeit keine Flohmärkte stattfinden, auf denen ich nach weiteren Vasen Ausschau halten könnte.)

Doch zurück zum Sträußchenpflücken selbst! Seit Teil 1 der Serie erschienen ist, hat sich draußen in Wald, Garten & Wiese sozusagen alles verändert. Inzwischen haben Buchen & Birken leuchtend hellgrüne Blätter bekommen. Die letzten Schneerosen verfärben sich in allen möglichen Rot-, Lila- und Grüntönen und die ersten Vergissmeinnicht blühen schon. Die Maiglöckchen stehen in den Startlöchern und der Bärlauch hat seine knoblauchduftenden Knospen zu weißen Sternen geöffnet.

Jetzt geht es mir fast schon wieder zu schnell! Ich komme kaum nach mit dem Schauen und Pflücken:

Hier die zwei Sträußchengrüße von heute:

Sträußchen eins (oben):

  • Blüten einer Gewöhnlichen Traubenkirsche (Prunus padus)
  • Mandelblättrige Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides)
  • Zweige einer Hänge-Birke (Petula pendula)
  • Zweige einer Rotbuche (Fagus sylvatica)

Sträußchen zwei (rechts):

  • Acker-Vergissmeinnicht (Myotis arvensis)
  • Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis)

Julia Kospach

lässt sich gerne inspirieren von allem, was da wächst & blüht und kreucht & fleucht, und natürlich immer von Büchern, Büchern, Büchern & denkt vor dem Einschlafen gern an das Morgenlicht-Leuchten des nächsten Tages.

Foto: Rita Newman

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