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Du musst schreiben, schreiben, schreiben

„Schreibtisch mit Aussicht": Vom Glück des Schreibens und von dessen Preis erzählen die in dieser Anthologie versammelten Texte auf sehr unterschiedliche Art.

Mit diesem Titel lädt die Autorin Leila Slimani ein, sich mit ihrem Schreiben, ihrem Weg zum Schreiben zu beschäftigen. Es ist, als würde man vorsichtig anklopfen, eintreten und ein wenig zusehen, wie Autorinnen schreiben. Vielleicht gäbe es dann einen Tee und man könnte ein wenig erfahren: Wie lang, mühsam der Weg hin zum Schreiben war, was bereits als Kind grundgelegt war, was mit viel Disziplin Jahr für Jahr hinzu kam: Ein dezenter Blick auf Zimmer, Arbeitswege, Biografien. Ein besonderes Lesezeichen in die Bücher/Romane der hier kompakt skizzierten Arbeitshaltungen und –weisen.

Ilka Piepgras stellt ihre Fragen prägnant und beruft sich im Einleitungskapitel „Wie es begann“ auf den Essay Anne Tylers „still just writing“: Wer wird man, wer man ist, und welche Rolles spielt die Herkunft? Wie ist die Lebens- und Arbeitssituation schreibender Frauen, welches Selbstbild haben sie?

Schriftstellerinnen sind unfreier als Männer, weil ihre Arbeit mit stereotypen Rollenklischees verbunden ist: Frauen seien mehr auf ihre unmittelbare Lebenswelt bezogen, heißt es, sie gingne mehr nach innen als nach außen und lieferten bestenfalls Bekenntnisliteratur ... Frauen denken beim Schreiben den Blick von außen instinktiv mit, sie zensieren sich selbst.

Die hier gesammelten Kurzporträts, die Einblicke in die jeweiligen Schreibwerkstätten eröffnen neue Perspektiven, vermitteln Erkenntnisse über Lieblingsschriftstellerinnen, wie bei mir bei Leila Slimani.

Früher fürchtete ich, es wäre narzissstisch oder egozentrisch zu glauben, ich könnte Schriftstellerin sein. Ich hatte viele Zweifel und fragte mich, ob ich verrückt war. ... Außerdem hatte ich das Gefühl, Romane zu schreiben wäre etwas Gutes.

Was Sie versäumen, wenn Sie diesen Roman nicht lesen

Einblick ins Schreiben von über 20 Autorinnen; Werkstattberichte, die jede Lektüre der einzelnen Schriftstellerinnen in Hinkunft bereichern werden, Anregungen, über das Schreiben und in der Folge auch über das Lesen länger nachzudenken, Schreiben als Arbeit. Kunst ist harte Arbeit – das ist das Fazit.

Die Herausgeberin Ilka Piepgras

ist 1964 geboren, Studium in München, Reporterin bei der Berliner Zeitung; sie ist Autorin der Bücher „Meine Freundin, die Nonne“ und „Wie ich einmal auszog, den Tod kennenzulernen und dabei eine Menge über das Leben erfuhr.“ Aktuell ist sie Redakteurin beim ZEITmagazin.

Christina RepolustChristina Repolust

Ihre Leidenschaft zu Büchern drückt die promovierte Germanistin so aus: „Ich habe mir lesend die Welt erobert, ich habe dabei verstanden, dass nicht immer alles so bleiben muss, wie es ist. So habe ich in Romanen vom großen Scheitern gelesen, von großen, mittleren und kleinen Lieben und so meine Liebe zu Außenseitern und Schelmen entwickelt.”
www.sprachbilder.at

Mehr Lesestoff von Christina Repolust erscheint regelmässig in der „Welt der Frauen”, Rubrik Staunen & Genießen. Hier können Sie ein kostenloses Testabo bestellen.

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