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Schlurfen, Schlapfen – Schneeschuhwandern

Schneeschuhwandern wird immer beliebter. Expertin Lisa Flatscher beschreibt ausgewählte Touren und gibt Tipps zum richtigen Gebrauch.

Ob direkt von der Haustür weg über verschneite Wiesen und Felder oder als geführte Tour, ob gemächlich oder sportlich: Das Gehen über die winterweiße Landschaft mit großflächigen Platten an den Füßen ist zum Massenphänomen geworden.

Dabei ist das kein neuer Trend. Schneeschuhe gab es, wenn mal Höhlenmalereien glauben darf, bereits vor rund 12.000 Jahren. In der Mongolei wurden etwa 6000 Jahre alte Schneeschuhe gefunden – Holzbretter, umwickelt mit Fell. Freilich: Wir binden uns keine Holzbretter mehr unter die Füße. Schneeschuhe von heute sind leicht und sportlich. Sie machen die Begeisterung, durch die beschneite Landschaft zu stapfen, noch größer.

Schneeschuhwandern in Kärnten

Hohenwarttour am Klippitztörl – Rundtour inklusive Panoramablick über das gesamte Lavanttal

Tourdaten: Distanz 10,2 Kilometer, ca. 380 Höhenmeter, Dauer 4:45 Stunden
Schwierigkeitsgrad: mittel
Beste Zeit: Dezember bis März

Beschreibung: Start beim Parkplatz Schneeschuhzentrum, Hotel Alpengasthof Hochegger. An der Klippitztörl-Landesstraße dem Wanderweg K (Klippitzrunde) folgen bis zum Naturfreundehaus. Beim Parkplatz oberhalb des Naturfreundehauses auf der Passhöhe links in den Wald einbiegen, der Beschilderung Lavanttaler Höhenweg 308 folgen. Weiter rund 3,5 Kilometer bis zur Abzweigung Weitenbacherweg/Grünhütte. Rechts abbiegen, der Beschilderung Grünhütte folgen. Von der Grünhütte weiter zur Guglhütte. Nach Überquerung der Skipisten ,,Bärenwaldabfahrt” und ,,Kuhgrabenabfahrt” (Achtung, Skifahrer!) erreichen Sie die Moselebauerhütte. Von dort führt der Weg zur Scharzkogelhütte und zurück zum Ausgangspunkt der Tour.

Schneeschuhwandern in Niederösterreich

Rundwanderweg Semmering – Tour mit Aussicht ausgehend von der Passhöhe Semmering

Tourdaten: Distanz 11,09 Kilometer, 333 Höhenmeter, Dauer 4 Stunden
Schwierigkeitsgrad: mittel
Beste Zeit: Dezember bis Februar

Beschreibung: Vom Ausgangspunkt Passhöhe den Happy Lift queren, dem Weg zum Beschneiungsteich folgen. Über die Brücke geht es steil nach oben durch den Wald bis zum breiten Waldweg. Leicht ansteigend auf dem Weg weiter in westliche Richtung. Nach etwa 2,5 Kilometern rechts einbiegen in einen Karrenweg in den Wald, wo es zum höchsten Punkt der Tour geht. Ab dem Kamm weiter in westlicher Richtung der Forststraße entlang bis zur Liechtensteinstraße. Die letzten drei Kilometer führen leicht abfallend zur Hochstraße. Dieser folgen, vorbei am Hotel Wagner, zurück zur Passhöhe.

Schneeschuhwandern in Oberösterreich

Schneeschuhtrail 5 Fingers – auf Schneeschuhen zur Aussichtsplattform

Tourdaten: Distanz 1,1 Kilometer, 120 Höhenmeter, Dauer 30 Minuten
Schwierigkeitsgrad: leicht
Beste Zeit: Frühwinter bis Frühling

Beschreibung: Start ist bei der Bergstation der Dachstein Krippenstein Seilbahn. Unter der Teilstrecke III der Seilbahn hindurch geht es Richtung Südwesten, vorbei an ein paar Hütten. Danach weiter Richtung Osten bis zur Heilbronner Kapelle. Links führt der Pfad ein paar Meter hinunter und im Anschluss rechts leicht bergab in eine Senke. Auf der Kuppe angekommen, geht es leicht links nach unten und zur Aussichtsplattform „Five Fingers“ mit Bergpanorama und Blick auf den Hallstättersee. Auf demselben Weg zurück zur Bergstation. Die Strecke ist gespurt, Stangen und gelbe Schilder mit der Aufschrift “Five Fingers” weisen den Weg. Die Wegführung kann sich aber je nach Schneelage ändern.

Schneeschuhwandern in Salzburg

Hirschgrubenalm in Hüttschlag – Berglandschaft bestaunen auf der Hirschgrubenalm

Tourdaten: Distanz 6,38 Kilometer, 355 Höhenmeter, Dauer 2:15 Stunden
Schwierigkeitsgrad: leicht
Beste Zeit: Dezember bis März

Beschreibung: Start ist beim Bauernhof Oberneureit in Hüttschlag. Vom Parkplatz geht es entlang des Wanderweges Nr. 47 in Richtung Hirschgrubenalm (rund 1 Stunde – meistens gibt es hier bereits Aufstiegsspuren). Die Alm ist im Winter nicht bewirtschaftet. Abstieg auf demselben Weg zurück zum Parkplatz.

Schneeschuhwandern in der Steiermark

Almrunde in der Ramsau – über den Skiweg von Alm zu Alm

Tourdaten: Distanz 8.85 Kilometer, 382 Höhenmeter, Dauer 3:20 Stunden
Schwierigkeitsgrad: mittel
Beste Zeit: Dezember bis März

Beschreibung: Start und Ziel ist beim Gasthof Edelbrunn. Die Tour führt den Skiweg entlang, dann die Abzweigung links wählen. Knapp vor dem Adlerlift II scharf rechts einbiegen Richtung Schlitzenalm, weiter zur Walcheralm. Die Tour führt durch schöne, lichte Lärchenwälder. Oberhalb der Brandalm gelangt man wieder auf den Skiweg und über diesen retour zum Ausgangspunkt.

Schneeschuhwandern in Tirol

Feilalm bis Feilkopf – unterwegs im Karwendelgebirge

Tourdaten: Distanz 14 Kilometer, 600 Höhenmeter, Dauer 4:15 Stunden
Schwierigkeitsgrad: mittel
Beste Zeit: Dezember bis März

Beschreibung: Start und Ziel ist in Pertisau, Parkplatz Karwendeltäler. Auf der Fahrstraße geht es bis zur Tunigenwiese (Wegweiser). Dort dem Waldsteig folgen, über die Bergflanke zur Einmündung in den Forstweg (Wegweiser). Nordostwärts auf dem Forstweg flach bis zur Rodelbahn (Wegweiser), über eine Kehre zur Feilalm. Der Anstieg verläuft im Bogen um die Häuser herum. Auf dem Güterweg geht es bis zu einer Weggabelung hinauf (Wegweiser) und zum Gipfelkreuz.
Der Abstieg vom Gipfel verläuft in östlicher Richtung über die steile, freie Wiese bis zur Aufstiegsspur am Forstweg, dann weiter zur Feilalm. Der Rodelbahn ins Gerntal folgen bis zum Parkplatz. Von der Kreuzung geht es in nördlicher Richtung bis zu einem Bachufer (Wegweiser). Weiter in südöstlicher Richtung talaus bis zur Pletzachalm-Sennhütte und auf dem Unterseebergsteig zum Ausgangspunkt. Bei Lawinengefahr erfolgt der Abstieg vom Gipfel auf der Anstiegsroute.

Schneeschuhwandern in Vorarlberg

Georunde Rindberg – Naturgewalt hautnah erleben

Tourdaten: Distanz 2,2 Kilometer, 130 Höhenmeter, Dauer 1 Stunde
Schwierigkeitsgrad: leicht
Beste Zeit: Dezember bis März

Beschreibung: Im Mai 1999 setzten sich die Berghänge in Sibratsgfäll in Bewegung und zerstörten 20 Gebäude, Straßen, Felder und Wälder. Auf dieser Tour können die Ausmaße des Schadens besichtigt werden. Wohnhäuser rutschten bis zu 38 in die Tiefe, die Marienkapelle 180 und Alphütten bis zu 240 Meter. Der Rundweg beginnt und endet beim begehbaren Vorzeigeobjekt „Felbers schiefes Haus“. Das ehemalige Ferienhaus hat sich bei der Hangrutschung 18 Meter talwärts bewegt. Eine eigene Ausstellung fasst die Ereignisse zusammen. Das Haus kann nach Voranmeldung besichtigt werden. Die Station „Wohnen in der Schräge“ lädt am höchsten Punkt der Georunde zu einer schrägen Rast ein.

Schneeschuhwandern für AnfängerInnen

9 Wertvolle Tipps von Bergwanderführerin Lisa Flatscher
  • Gutes Schuhwerk ist die halbe Miete: „Keine Stiefel, keine Halbschuhe“, rät Expertin Lisa Flatscher. Am besten geeignet sind Winterschuhe zum Schnüren mit gutem Sitz, geeignet auch für Winterwanderungen.
  • Was darf’s denn sein? Überlegen, in welchem Gelände die Schneeschuhe hauptsächlich zum Einsatz kommen sollen – und in welcher Intensität. „Ist man im Flachland oder auf Wiesen unterwegs, lieber einen schlanken Schneeschuh wählen, damit man einen entspannten Gang hat. Wenn man eher sportlich geht oder in steilem Gelände unterwegs ist, sollte man darauf achten, dass die Zacken vorne am Schuh größer sind“, sagt die 50-jährige Tirolerin.
  • Probieren, probieren, probieren: Ist einmal geklärt, für welches Gelände die Schneeschuhe gebraucht werden, geht es um die Frage: welcher Schnitt, welche Marke? Bevor eigene Schneeschuhe angeschafft werden, verschiedene Modelle ausleihen und probieren. Generell nicht zu große, breite Schneeschuhe wählen. „Sonst wird der Gang unökonomisch.“
  • Erfahrung zählt: Beim Kauf Firmen den Vorzug geben, die schon lange auf dem Markt sind. „Sie haben bereits Erfahrung und es gibt Ersatzteile – wenn eine Schraube verloren geht zum Beispiel“, rät Flatscher.
  • Notwendiges Accessoire: Stöcke für die Schneeschuhwanderung sind mehr als nettes Beiwerk. Wobei: „Keine Nordic-Walking-Stöcke verwenden, sondern Skistöcke mit großem Schneeteller und gutem Griff“, so die Expertin.
  • Gute Vorbereitung ist alles: Wo verläuft die Tour, wie lange wird sie dauern, worauf ist zu achten? Sich informieren über die Lawinenlage und auch, ob das Überqueren zum Beispiel von Wiesen und Feldern erlaubt und möglich ist. Wetterbericht mit einbeziehen. Eine Karte mitnehmen. Für Touren in unbekannter Umgebung wäre eine Führerin oder ein Führer von Vorteil.
  • Zwiebellook macht Sinn: Lieber mehrere Schichten statt Skianzug. Zum Beispiel Langlaufbekleidung plus Jacke. Stirnband, Mütze und Handschuhe nicht zu vergessen.
  • Das sollte in den Rucksack: Sonnenschutz, ein zweites Paar Handschuhe (falls das erste nass wird), Trinkflasche, ein „Notfallriegel“ für einen eventuell nötigen Energieschub, ein kleines Erste-Hilfe-Set.
  • Vom richtigen Gehen: „Als hätte man zu große Badeschlapfen an“, so sollte man mit Schneeschuhen gehen, sagt die Expertin. Schlurfend und schlapfend wird durch den Schnee gestapft, der Fuß wird nicht ganz vom Boden gehoben. „Flach auftreten, nicht auf die Kanten steigen. Und nicht schräg im Gelände stehen – sonst können die Zacken nicht greifen“, rät Lisa Flatscher außerdem.

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