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Barbarazweige – Blüten im Winter

Um den 4. Dezember, den Gedenk- und Namenstag der Heiligen Barbara ranken sich einige wunderschöne Bräuche. Doch wer war die Heilige Barbara überhaupt – und was bedeuten die blühenden Barbarazweige?

Wer war die Heilige Barbara?

Die mutige Barbara von Nikomedien stammte aus der Türkei. Sie wird als kluge und schöne Frau beschrieben, die sich heimlich taufen ließ – in einer Zeit, als Kaiser Decius in den Jahren 249-251 ChristInnen in seinem Reich verfolgen ließ. So wurde Barbara am Ende von ihrem eigenen Vater Dioscuros, einem bekannten Christenhasser, wegen ihres Glaubens im Jahr 306 getötet.

Die Barbarazweige erinnern an ihre Gefangenschaft. Ihre letzten Lebensmonate verbrachte sie in einem Turm, in dem sie ihr Vater einsperrte. Der Überlieferung nach stellte die Märtyrerin einen Kirschbaumzweig, der sich in ihrem Kleid verheddert hatte, in ihren Trinkbecher. Als der Zweig schließlich aufblühte, spendete er Barbara in den letzten Tagen ihres Lebens Trost. „Du schienst wie tot“, sagte Barbara zu dem Zweig, „aber du bist aufgeblüht zu schönerem Leben. So wird auch mein Tod der Anfang eines neuen, ewigen Lebens sein.“

Die Heilige Barbara zählt zu den „drei heiligen Madln“ und gilt als Schutzpatronin der Bergleute, der Geologen, der Architekten, der Artilleristen, der Dachdecker, der Mädchen und der Gefangenen. Ihre Darstellung mit Turm und Schwert ist landläufig bekannt. Besonders in Bergbaugebieten wird der Namenstag mit traditionellen Barbarafeiern am 4. Dezember begangen.

Barbaratag: Warum wir uns im Winter Zweige in die Stube holen

Die Legende sagt weiter, dass nach ihrem Tod auf ihrem Grab um die Weihnachtszeit herum Blumen geblüht haben. Daraus entwickelte sich der Brauch, Kirschzweige am Namenstag der Heiligen Barbara noch vor Sonnenaufgang zu schneiden, ins Haus zu holen und in eine Vase zu stellen. Blühen sie bis zum Christtag auf, soll dies eine gutes Omen für das kommende Jahr sein.

Blütenpracht zu Weihnachten kann 

  • reiche Ernte bedeuten,
  • es kann daraufhin aber auch eine Verlobung/Hochzeit ins Haus stehen,
  • Geldsegen winken
  • oder auch auf gutes Wetter im neuen Jahr deuten.

Neben dem Brauch der Barbarazweigerl ist vor allem im Burgenland auch der Barbaraweizen (oder Luciaweizen) bekannt, der am Barbaratag auf einem Teller mit Watte oder Erde ausgesät – und regelmäßig gegossen – wird und bis Weihnachten aufsprießen soll. Das soll für reiche Ernte sorgen, diese auch vor Unwettern und Krankheiten schützen. In das austreibende Getreide wird am Heiligen Abend eine Kerze gestellt. Diese Schüssel wird dann entweder unter dem Christbaum oder den Esstisch gestellt.

So blühen die Barbarazweige garantiert auf

Damit ihre Barbarazweige auch wirklich blühen, beachten Sie diese Tipps.
  • Vor dem Schneiden der Zweige sollte es bereits einmal Frost gegeben haben – wenn die Temperaturen bisher zu warm waren, den Zweig einfach für ein paar Stunden in das Gefrierfach geben.
  • Die geschnittenen Zweige über Nacht in warmes Wasser einlegen und erst dann in eine Vase stellen.
  • Regelmäßig nachgießen und das Wasser wechseln, sobald es trüb wird.
  • Außerdem die Enden immer wieder nachscheiden.

Gedicht zum Barbaratag

Dass sich die Barbarazweige auch als kleines Liebesorakel eignen, macht das Gedicht von Martin Greif deutlich. Er war ein deutscher Dichter und lebte von 1839 bis 1911.

Barbarazweige

Am Barbaratage holt’ ich
drei Zweiglein vom Kirschenbaum,
die setzt’ ich in eine Schale,
drei Wünsche sprach ich im Traum:

Der erste, dass einer mich werbe,
der zweite, dass er noch jung,
der dritte, dass er auch habe
des Geldes wohl genug.
Weihnachten vor der Mette
zwei Stöcklein nur blühten zur Frist: –

Ich weiß einen armen Gesellen,
den nähm’ ich, wie er ist.

Um in Sachen Liebe von der Heiligen Barbara unterstützt zu werden, versieht man die einzelnen Zweige mit Namensschildern. Dann heißt es warten – der oder die Auserwählte wird dann jeneR sein, auf dessen oder deren Zweig sich die zarten Blüten zuerst zeigen. Etwas bitter: keine Blüte, keine Liebe.

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