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Verhütungsmittel: Sex? Aber sicher!

Sie sind sexuell aktiv und planen gerade keinen Nachwuchs? Dann wissen Sie womöglich, wie mühsam die Suche nach einer passenden Verhütungsmethode sein kann. Immer mehr Frauen lehnen Hormone ab. Aber welche Alternativen gibt es?

Verhütung im Überblick

* PI = Pearl-Index, gibt an, wie sicher eine Methode ist. Je niedriger der Pearl-Index, desto sicherer ist die Verhütungsmethode.

Verhütungsmethoden mit Hormonen

Antibabypille

(PI 0,1–0,9)
Östrogen und Gestagen unterdrücken die Eizellenproduktion und den Eisprung.

Pro: Sehr sicher, regelmäßiger „Zyklus“, schöne Haut und Haare
Contra: Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Depression, Verdauungsbeschwerden, Übelkeit, schlechte Haut, Migräne oder Libidoverlust

Hormonstäbchen

(PI 0,05)
Es wird am Oberarm unter die Haut eingesetzt, der Eisprung wird unterdrückt und die Schleimhaut verdickt.

Pro:
Wirkt drei Jahre
Contra: Häufig Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, depressive Verstimmung oder Gewichtszunahme

Verhütungsring

(PI 0,4–0,65)
Dieser bleibt für drei Wochen in der Scheide, Hormone werden über die Vaginal-schleimhaut aufgenommen, der Eisprung wird unterdrückt.

Pro:
Unkomplizierte Anwendung
Contra: Nebenwirkungen und Risiken ähnlich wie bei der Pille

Hormonspirale

(PI 0,16)
Sie wird in die Gebärmutter eingesetzt, Spermien werden in ihrer Bewegung gehemmt.

Pro:
Langer Schutz von drei oder fünf Jahren, der natürliche Zyklus bleibt erhalten, der Eisprung findet statt
Contra: Zwischenblutungen, Unterleibsschmerzen, Kopfschmerzen, Akne, Brustspannen sowie hohe Kosten

Verhütungspflaster

(PI 0,72–0,9)
Ein 4,5 x 4,5 Zentimeter großes Hormonpflaster wird auf Gesäß, Bauch, Oberarm oder Oberkörper geklebt.

Pro:
Wöchentlicher Wechsel, gut bei unregelmäßigem Lebensstil
Contra: Nebenwirkungen wie die bei der Pille, muss rechtzeitig gewechselt werden, kann sich lösen und Reaktionen an der Haut hervorrufen

Dreimonatsspritze

(PI 0,3–1,4)
Das Hormon Gestagen wird alle drei Monate injiziert, die Eizelle reift nicht heran.

Pro:
Dreimonatiger Schutz
Contra: Kein stabiler Zyklus, lange Blutung, oft starke Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Nervosität

Verhütungsmittel ohne Hormone

Spirale oder Kette aus Kupfer und Gold

(PI 0,3–3)
Sie wird in die Gebärmutter eingesetzt, Kupferionen hemmen die Beweglichkeit der Spermien, bei einer Befruchtung wird die Einnistung der Eizelle verhindert.

Pro:
Verhütung von fünf Jahren, natürlicher Zyklus
Contra: Hohe Kosten, schmerzhaftes Einsetzen, längere und schmerzhafte Blutung

Diaphragma

(PI 1–20)
Eine Latex- oder Silikonkappe wird zusammen mit einer spermienabtötenden Creme in die Scheide eingeführt.

Pro:
Der Zyklus bleibt erhalten
Contra: Komplizierte Anwendung, die Kappe muss ein bis zwei Stunden vor dem Sex eingesetzt werden

Kondom

(PI 2–12)
Dies ist eine dünne Kautschukhülle, die vor dem Geschlechtsakt über den Penis gestreift wird.

Pro:
Einziges Verhütungsmittel, das vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt; natürlicher Zyklus, einfache Anwendung
Contra: Häufige Anwendungsfehler, wärme- und lichtempfindlich

Natürliche Verhütung

Es gibt die einfache natürliche Familienplanung, bei der fruchtbare Tage anhand körperlicher Symptome ermittelt werden, und die „symptothermale Methode“, bei der neben den Körperzeichen auch die Aufwachtemperatur gemessen wird. Die Daten werden notiert.

Pro:
Kennenlernen des eigenen Körpers
Contra: Erfordert Genauigkeit und Disziplin, Infektionen und Stress können den Zyklus beeinflussen

Die 7 größten Irrtümer über Verhütung

1. „Bei regelmäßiger Einnahme ist die Pille die sicherste Verhütung“

Inzwischen gibt es Verhütungsmittel, die genauso sicher sind wie die Pille. Viele Frauen wissen auch nicht, dass Erbrechen, Durchfall oder Medikamente wie Antibiotika, Antidepressiva, Antiepileptika oder Johanneskraut den Verhütungsschutz durch die Pille beeinträchtigen.

2. „Pille vergessen – einmal ist nicht schlimm“

Bei Vergessen muss die Pilleneinnahme innerhalb von zwölf Stunden nachgeholt werden, damit der Schutz garantiert ist. Erfolgt eine erneute Einnahme nicht, sollte zusätzlich (beispielsweise mit Kondom) für die restliche Zeit des Zyklus verhütet werden. Das Risiko, schwanger zu werden, ist am größten, wenn die Pille am Anfang des Einnahmezyklus vergessen wird.

3. „Sicher durch Coitus interruptus“

Der Coitus interruptus ist nach wie vor unter Jugendlichen eine beliebte Verhütungsmethode und heißt wörtlich übersetzt „unterbrochener Beischlaf“. Das Glied wird noch vor dem Samenerguss aus der Scheide gezogen. Oft gelangen trotzdem Samenzellen in die Scheide der Frau, es kann eine Befruchtung stattfinden.

4. „Der Eisprung erfolgt in der Mitte des Zyklus, ungefähr am Tag 14 nach dem Beginn der Menstruation“

Der Eisprung kann bereits sehr früh (am Tag sechs) oder auch sehr spät (am Tag 28) im Zyklus erfolgen. Der Zeitpunkt des Eisprungs kann auch von Zyklus zu Zyklus unterschiedlich sein.

5. „Wer lange hormonell verhütet hat, kann nicht gleich schwanger werden“

Das ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Ob Frauen gleich nach dem Absetzen des hormonellen Verhütungsmittels wieder fruchtbar sind oder erst Monate danach, ist individuell verschieden.

6. Währen der Periode muss nicht verhütet werden“

Verschiebt sich etwa der Eisprung, könnte Sex ohne Verhütung während der Regel Folgen haben. Spermien können nämlich fünf bis sechs Tage im Eileiter oder in der Gebärmutter überleben, und so ist auch Tage nach dem Beischlaf eine Befruchtung möglich. Mit hormonellen Verhütungsmitteln ist die Frau jedoch durchgehend geschützt.

7. „Beim ersten Mal kann man nicht schwanger werden“

Viele Buben und Mädchen sind der Meinung, dass eine Frau beim ersten Beischlaf nicht schwanger werden kann. Eine Frau kann allerdings immer schwanger werden, sobald sie einen Eisprung hat.

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