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Sehen, was ist

Wir haben unsere Leserinnen eingeladen, ihre Erfahrungen, Erlebnisse oder Bilder unter dem Motto „Was ich gerade jetzt schätze“ mit uns zu teilen.

Diese Zeit der Coronakrise erinnert mich in abgeänderter Form an die Zeit meiner Krebsdiagnose im Jahre 2015.

Plötzlich (innerhalb kürzester Zeit) ist alles anders, vieles ist nicht mehr möglich oder hat sich verändert.

Damals war es eine begonnene Ausbildung (Logopädagogik nach den Ideen von Viktor Frankl), die plötzlich durch die Notwendigkeit von Chemotherapie, Bestrahlungseinheiten und Brust-OPs nicht mehr zu schaffen war.
Heute ist es die Eröffnung einer Praxis, die plötzlich, weil das Ende der Coronakrise noch nicht absehbar ist, in weite Ferne gerückt ist.

Trotzdem JA zum LEBEN sagen“ habe ich in den vielen Wochen, Tagen und Stunden seit meiner Krebserkrankung als Aussicht, als Hoffnung geschenkt bekommen. Als eine Zusage, die immer wieder aufs Neue, in vielerlei Art anwendbar ist.

Für mich bedeutet es, dem LEBEN den Vorrang zu geben – das heißt, dass ich immer wieder entscheide, was dem anderen und mir dienlich ist. In Verantwortung, in Achtsamkeit mir und dem anderen gegenüber, in Freiheit, im Bewusstsein meiner Grenzen und Möglichkeiten. Menschen, die an Grenzsituationen gekommen sind, bekommen ein Gespür dafür, was gut, richtig, sinnvoll ist. Deshalb hat die Coronazeit auch viele gute Seiten, auch wenn vieles schwer, anstrengend, mühsam, manchmal auch fast nicht zu ertragen ist.

IMMER WIEDER stellt sich mir die Frage: Muss ich wirklich? Ist es sinnvoll, DEM MUSS nachzugeben?

Was heißt das konkret?
Ich gehe in aller Früh walken, cirka um 6 Uhr morgens, weil es mir so sehr guttut, die Ruhe zu genießen, nur die Vöglein oder andere Tiere zu hören, den Wald in seiner grünen Pracht geschenkt zu bekommen. Die Freiheit, die der Morgen schenkt, ist einzigartig. Die Natur in ihrer Vielfalt, die Pflanzen, die Blumen, die taunasse Wiese, jeder einzelne Tropfen ist so herrlich anzuschauen.
Ich muss nicht gleich das Frühstück für die 7-köpfige Familie herrichten – eine Freiheit, die Wirkung hat. Der daraus fließende Dank an unseren Schöpfer ist ein guter Beginn für den Tag.

Oder der Tag war anstrengend, ich komme nach Hause und sehe auf mein Handy: 18.12 zeigt die Uhr, ich denke an mein Geburtsdatum, da wurde ich geboren, ich kann schmunzeln und mich freuen über das Gelungene des Tages. Dadurch wird das Anstrengende etwas kleiner.

Oder die Freude über eine spezielle Speise: Ich genieße immer wieder ein Stück Quargel (Sauermilchkäse mit Rotschmiere). Niemand aus meiner Familie teilt diese Vorliebe und doch lässt sie mich „lebendig“ (froh, lustig, manchmal auch ausgelassen) werden, wenn der Geschmack dieser Käsesorte meinen Gaumen erreicht.

Über Ihre Empfehlung würden wir uns
in diesen herausfordernden Zeiten besonders freuen.

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