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Wenn Töchter Mütter werden

Wie verändert sich die Beziehung, wenn die Töchter selber Mütter werden? Etliche LeserInnen haben uns ihre persönliche Geschichte erzählt.

Die Nähe zu den Töchtern

Gabi Traxl (63), fünf Töchter und sieben Enkelkinder, über die Nähe zu Ihren Töchtern

„Ich habe fünf Töchter zwischen 40 und 26 Jahren – drei von ihnen sind bis jetzt Mütter. Das Verhältnis von Mutter und Tochter wird nach der aufregenden Teenager-Phase wieder harmonischer. Wenn die Töchter Mütter werden, leben die eigenen Erinnerungen wieder auf und ich kann mich sehr gut in meine Töchter hineinversetzen. Durch deren Mutterschaft bin ich den eigenen Töchtern wieder näher gekommen. Da ich selber immer sehr froh war, meine eigene Mutter in der Nähe zu haben und auch die kinderlose Schwägerin, die viele Babysitterdienste übernommen hat, biete ich gerne selber meine Dienste als Oma an.“

Über das sich Schließen des Lebenskreises

Anna Maisel (58) über das sich Schließen des Lebenskreises

„Ich werde gerade zum dritten Mal Großmutter. Ich habe bereits Enkelkinder von meiner Schwiegertochter und meine Tochter ist nun im siebten Monat schwanger. Ja, es macht einen großen Unterschied, wenn die eigene Tochter ein Kind bekommt. Ich spüre noch viel deutlicher das Kommen der neuen Generation, das sich Schließen eines Lebenskreises. Es braucht ein bewusstes Verabschieden und in die zweite Reihe zu treten, um nun Platz zu machen, damit sich die nächste Generation und die übernächste gut ausbreiten kann in ihrem Leben und auf ihrem Weg ohne zu viel Störungen von meiner Seite her.“

Ein sanfter Übergang

Miriam Wintereder (29), Mutter einer Tochter/Sohn, und ihre Mutter hatten beide Hausgeburten – das hat sie noch einmal näher zueinander gebracht. 

„Meine Mama brachte vier Kinder zur Welt, drei davon Zuhause. Über die Zeit der Schwangerschaft und die Geburten wusste ich aber lange Zeit nur wenig. Als ich im Mai letzten Jahres erfuhr, dass ich schwanger war, spürte ich auf einmal eine bis dahin unbekannte Verbindung zu meiner Mama und unsere Beziehung zueinander bewegte sich von diesem Moment an auf einer anderen Ebene. Ich merkte, wie stark ich mit ihr in Kontakt treten, sie zu ihren Erlebnissen befragen und meine Unsicherheiten, Vorstellungen und Wünsche mit ihr teilen wollte. Als klar war, dass mein Partner und ich uns eine Hausgeburt – wie sie auch meine Mama hatte – wünschten, haben sich die Gespräche zwischen meiner Mama und mir uns noch einmal intensiviert. Durch ihren entspannten, unaufgeregten Umgang mit dem Thema Geburt wurde auch ich geerdet. Von meiner Mama liebevoll begleitet, habe ich so einen sanften Übergang in mein eigenes Mutter-Sein gefunden.

Mitgefühl und Zurückhaltung

Paula Wintereder (61), vier Kinder:

„Dass meine Tochter schon länger erwachsen geworden ist, und ihre eigenen Wege geht, erlebe ich mit Freude. Was ich auch lernen durfte, ist trotz interessiertem Mitfühlen mit dem Leben meiner Tochter gleichzeitig mich in Zurückhaltung zu üben. Diese Haltung trägt zu einer entspannten Mutter- Tochter-Beziehung bei.  Ich traue zu, ich bleibe gelassen, ich segne mit liebevollen Augen und guten Gedanken. Dankbar nehme ich wahr, dass das Mamawerden meiner Tochter uns näher zueinander gebracht hat. Der liebevolle und zugleich stolze Blick meiner Tochter am Tag nach der Hausgeburt – und die Umarmung, von ihr ausgehend, sprechen Bände. ‚Mama, das verbindet uns jetzt‘.“

„Welt der Frauen“ Ausgabe Mai 2021

 

Lesen Sie weitere Leserinnenbriefe unter dem Titel „Wenn Töchter Mütter werden“ in der Mai-Ausgabe 2021. Ein kostenloses Testabo können Sie gleich hier bestellen.

 

Foto: DEEPOL by plainpicture/Sam Edwards

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