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Mit Bedacht und Achtsamkeit zur Vollwertküche

Gleich zu Beginn des Bilderbuches für Hungrige und KöchInnen schlägt die Autorin vor, einige Tage bis zu zwei Wochen zu fasten.

Der Umstieg auf Vollwertkost ist in jedem Fall zu begrüßen, da dieser Schritt als gesundheitsfördernd anzusehen ist. (S. 19)

Da hier auf alle LeserInnen – AnfängerInnen und Kochprofis – Bedacht genommen wird, steht die Einführung in die Getreidearten am Beginn. Klar, der Dinkel führt die Liste an, dann kommt Grünkern und Weizen. Schon sind wir bei der Gerste, die Erinnerungen an Suppen in mir weckt, die ich bereit war, zu vergessen. Doch Gerste bekommt hier Dank Johanna Wolfsberger eine neue Chance, ich wusste schließlich nicht, dass Gerste zu den wichtigsten Getreidesorten zählt, sollte ich doch zur Sportlerin reifen, hätten meine Knochen Dank Gerste auch noch Stoff für ihren Erhalt bekommen, eine Art private Knochenvorsorge.

Die Rezepte an sich sind sparsam, keine Weltreise zur Beschaffung der Zutaten muss gebucht werden, nicht einmal für den asiatischen Reissalat (S. 87). Viele Tipps und Hinweise geleiten mich durch den gut gegliederten Rezepteteil, ich verliebe mich in die Sprache der Autorin. Hier eine Kostprobe:

Mit Obers andicken und mollig machen, eventuell mit einer Obershaube garnieren und mit Schnittlauch oder Petersilie bestreut servieren. (S. 120)

Dass diese Autorin noch rät, mehr Mut zum Würzen zu haben, verwundert nicht. So macht sie vielmehr Lust darauf, die Vielfalt der Gewürze kennenzulernen. Nun ein Zitat, das das Kochbuch zu einer kleinen Phantasiereise macht, mit 1001 Gerichten.

Denken Sie an das Land, wo das Gewürz herkommt, stellen Sie sich die Landschaft vor, versuchen Sie die Hitze, den Staub oder die Gerüche im Geiste wahrzunehmen. Wenn Sie all dies erspürt haben, versuchen Sie, sich nun Gerichte mit diesem Gewürz vorzustellen. (S. 39)

 

Was Sie versäumen, wenn Sie das Buch nicht lesen: Rezepte, die man sofort nachkochen will, eine wunderschöne Sprache, Wortschatz aus der Küche, Sprachwitz zwischen Mengenangabe, Freude darauf, das Buch Rezept um Rezept zu „verschlingen“.

Die Autorin gilt als Biopionierin der ersten Stunde, ist Ernährungsberaterin und Mitbegründerin von Bio-Austria. Seit den frühen 1970er-Jahren setzt sie sich für eine gesunde und vitale Lebensweise ein.

Johanna Wolfsberger:
Vollwertküche für jeden Tag.
Rezepte einer Bio-Pionierin.
Mit Fotografien von Rita Newman.
Innsbruck: Löwenzahnverlag.
4. Auflage.
295 Seiten.

Christina Repolust

wurde 1958 in Lienz/Osttirol geboren. Sie schloss das Studium der Germanistik und Publizistik in Salzburg ab. Seit 1992 ist sie Leiterin des Referats für Bibliotheken und Leseförderung der Erzdiözese Salzburg und unterrichtet nebenbei Deutsch als Fremdsprache. Zudem leitet sie Literaturkreise und Schreibwerkstätten für Groß und Klein. Ihre Leidenschaft zu Büchern drückt die promovierte Germanistin so aus: „Ich habe mir lesend die Welt erobert, ich habe dabei verstanden, dass nicht immer alles so bleiben muss wie es ist. So habe ich in Romanen vom großen Scheitern gelesen, von großen, mittleren und kleinen Lieben und so meine Liebe zu Außenseitern und Schelmen entwickelt.”