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01-02/24

Linzer Digital-Uni mit Frau an der Spitze

Linzer Digital-Uni mit Frau an der Spitze
Foto: IT:U / fotokerschi

Stefanie Lindstaedt (55) ist Gründungspräsidentin von Österreichs erster Digital-Universität.

Sie gilt als eine der international renommiertesten Wissenschaftlerinnen im Bereich Digitalisierung und Informatik. Seit vier Monaten ist Stefanie Lindstaedt als Gründungspräsidentin der neuen Digital-Uni Linz im Amt. Ganz oben auf ihrer Agenda stand die Entwicklung eines neuen Markennamens: IT:U (Interdisciplinary Transformation University) – so soll die Universität künftig heißen. Der in der Gründungsphase verwendete Name IDSA (Institute of Digital Sciences) wurde aufgrund der Verwechslungsgefahr mit anderen internationalen Institutionen, die dasselbe Kürzel verwenden, geändert. Im Gesetz für die Organisation der neuen Hochschule bleibt dieser Name jedoch bestehen. Die IT:U ist übrigens die 23. Universität im österreichischen Hochschulbetrieb.

„An der Schnittstelle zwischen Computer Science und anderen Disziplinen werden wir uns der Grundlagenforschung widmen, um die Transformation der Wissenschaften voranzutreiben“, betonte Stefanie Lindstaedt bei einer Pressekonferenz. „Wir vermitteln bei uns das dafür nötige systemische Denken und bilden TransformerInnen aus, die für Unternehmen von enormem Wert sein werden.“ Im Herbst 2024 soll das erste Doktoratsstudium starten, 2025 dann der erste Master.

„Die sechs Lern-Labs sollen es unseren Studierenden künftig ermöglichen, Technologien wie Virtual Reality, Roboter, KI hautnah erleben und anwenden zu können.“
Stefanie Lindstaedt

Aktuell wird am Aufbau der Personalressourcen gearbeitet. Anfang Dezember soll das Personal zehn Personen umfassen, darunter Gabriele Költringer als neue Verwaltungsdirektorin mit vier administrativen Kräften. Weiters wird es einen „Technology-Strategist“ geben, der die technische Lernumgebung aufbauen soll, und zwei Lektoren, die sich mit der Entwicklung der Studienprogramme befassen. Sechs Laboratorien sind im Aufbau. „Die sechs Lern-Labs sollen es unseren Studierenden künftig ermöglichen, Technologien wie Virtual Reality, Roboter, KI hautnah erleben und anwenden zu können“, so Lindstaedt. Institute und Fakultäten soll es an der neuen Linzer Digital-Uni übrigens – nach amerikanischem Vorbild – nicht geben.

Die ersten Professorenstellen sollen 2024 ausgeschrieben werden. Verstärktes Augenmerk will die Gründungspräsidentin auch auf den Aufbau von Partnerschaften legen. In den vergangenen Monaten wurden Gespräche mit 20 nationalen und internationalen Universitäten geführt. Unter anderem sollen auch die Wirtschaftskammer und die Industriellenvereinigung, die Anregungen für Kooperationsmodelle bieten, eingebunden werden. Entstehen soll die neue Universität nahe der JKU. 48 Projekte wurden für die Architekturausschreibung des geplanten Univiertels eingereicht.

Foto: IT:U / Antje Wolm

Zur Person:

Stefanie Lindstaedt wurde in Homburg in Deutschland geboren. Sie studierte an der TU Darmstadt und an der University of Colorado Boulder „Computer Science“. Nach Stationen bei Daimler Chrysler und beim Internet-Startup GlobalSight habilitierte sie 2010 an der Technischen Universität Graz. 2011 wurde sie Leiterin des damaligen Instituts für Wissensmanagement und Wissenstechnologien, 2017 des Institute of Interactive Systems and Data Science. Zusätzlich baute sie das Know Center (COMET), ein Forschungszentrum für datengetriebene Wirtschaft und künstliche Intelligenz, auf.

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  • Veröffentlicht: 29.11.2023
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