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Feuer unterm Hintern

Mira Valensky hat ihren Job beim „Magazin“ gekündigt, zu lange hat sie Gefälligkeitsjournalismus betrieben, jetzt ist sie selbstständig. Und natürlich platzt ihre Freundin Vesna gleich auf der ersten Romanseite mit einem Todesfall herein. Es ist Julia, die Umweltaktivistin, die mit Kohlenmonoxid vergiftet wurde, in Italien, gleich nach ihrem imposanten Auftritt am Markusplatz, wo sie mehrere Tage lang das „Rettet die Erde“-Schild in Händen gehalten hat. Die AktivistInnen in Julias Gruppe „Chance!“ wollen auf die Klimakrise aufmerksam machen, Vesnas Tochter Jana arbeitet hier mit. Ach ja, sie ist schwanger und erzählt einfach nicht, wer der Kindesvater ist.

Damit hat die Autorin gekonnt die meisten Erzählstränge ausgeworfen: Mord, Mordermittlung, Janas Schwangerschaft, die Umweltaktionen, die Liebesbeziehungen von Julia. Und, es ist ein Glück, der Bezug zu Italien und damit zu gutem Essen und Trinken. Los geht es! Als versierte Rossmann-Leserin muss man sich noch an den neuen Kater gewöhnen, bei Gismo wusste man, dass er Oliven liebt. Wie heißt dieser Kater? Doch Mira hat ihn ins Herz geschlossen, lässt sich von ihrer Freundin in die Ermittlung hineinziehen und wird selbst bei ihren Ermittlungen verletzt und bedroht. Bis zur Auflösung des Falles wird sie flirten, gut kochen, kluge Gespräche mit einem Wissenschaftler, genauer gesagt einem Klimaforscher, und einem reichen Sponsor führen. Da geben sich Reiche, Intelligente, Spontane und Beherzte die Klinke in die Hand, die Gutes tun wollen, auf unterschiedliche Weise. Was hier ist Show, was ist ernstgemeintes Engagement? Was haben die Nationalisten gegen die Aufklärungsaktionen, die Hinweise auf die Klimakatastrophe?

Wir sitzen im gepflegten Wartebereich der privaten Geburtsklinik Profutura. Barbara Steinkellner hat darauf bestanden, die Kosten zu übernehmen. Das ist das Mindeste, was sie tun könnten. ... Die Klinik ist nicht nur gut, sondern als erst bio-zertifiziert. Wie immer das bei einer Geburtsklinik geht?
Seite 262

Mira findet die Mörderin, die anderen Täter entlarven sich nach und nach selbst. Das politische Umdenken erleben wir in diesem Roman nicht mehr mit, doch ein wenig gerechter ist die Welt zwischen den Buchdeckeln jetzt schon geworden. Und da ist noch dieses Computer-Spiel „C-Floda“, ach ja, wenn wir uns anstrengen, lesen wir es richtig „Adolf“, aber alles nur Einzelfälle vermutlich. Ein gesellschaftspolitischer Krimi mit Österreich-Charme, zack, zack, zack!

Was Sie versäumen, wenn Sie dieses Buch nicht lesen: einige tolle Rezepte, witzige Dialoge, tiefe Freundschaft zwischen Vesna und Mira, Kurioses im Bereich Klima- und Umweltstrategien, Narzissten, Karikatur einiger Denkarten, Bezüge zur aktuellen Politik, Lesevergnügen und Spannung sowie Entspannung.

Die Autorin Eva Rossmann, Verfassungsjuristin, politische Journalistin, Moderatorin, die u. a. „Club 2“-Sendungen moderierte und dabei dieser Bezeichnung gerecht wurde, ist seit 1994 freie Publizistin und Autorin; ambitionierte Köchin mit Ausbildung, Drehbuchautorin, Erfinderin und Begleiterin eines starken Frauen-Duos, das in kniffligen Fällen präzise und investigativ zu ermitteln versteht. Geboren ist Eva Rossmann 1962, sie lebt im Weinviertel/Österreich.

Eva Rossmann:
Heißzeit 51.
Ein Mira-Valensky-Krimi.
Folio Verlag 2019.
294 Seiten.

Christina Repolust

wurde 1958 in Lienz/Osttirol geboren. Sie schloss das Studium der Germanistik und Publizistik in Salzburg ab. Seit 1992 ist sie Leiterin des Referats für Bibliotheken und Leseförderung der Erzdiözese Salzburg und unterrichtet nebenbei Deutsch als Fremdsprache. Zudem leitet sie Literaturkreise und Schreibwerkstätten für Groß und Klein. Ihre Leidenschaft zu Büchern drückt die promovierte Germanistin so aus: „Ich habe mir lesend die Welt erobert, ich habe dabei verstanden, dass nicht immer alles so bleiben muss wie es ist. So habe ich in Romanen vom großen Scheitern gelesen, von großen, mittleren und kleinen Lieben und so meine Liebe zu Außenseitern und Schelmen entwickelt.”

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