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Verbauen wir die Zukunft?

Jahrzehntelang wurden Böden rücksichtslos verbaut und damit unfruchtbar gemacht. Langsam beginnt ein Umdenken.

Krummnußbaum wächst – und wird dabei nicht größer. Denn in der 1.500-EinwohnerInnen-Gemeinde am südlichen Donauufer gilt: Wofür Wiesen zupflastern, wenn im Ortskern leer stehende Flächen und Gebäude genutzt werden können? Das Konzept der „Innen- vor Außenentwicklung“, wie es im Fachjargon heißt, hat allen etwas gebracht. Ein Gemeindezentrum mit Rathaus, Arztpraxen, Café und Veranstaltungssaal sorgt für Begegnungen im Ortskern, ebenso wie der neue Nahversorger gleich neben der Feuerwehr. Dorthin haben es die zwölf Jungfamilien, die kürzlich in Reihenhäuser eingezogen sind, nicht weit – das Geschäft ist gerade 200 Meter entfernt. Kein Wunder, dass der Kindergarten boomt und bald eine neue Gruppe braucht.
Thomas Waldhans, Umwelt-Gemeinderat von Krummnußbaum und selbst vor 20 Jahren hergezogen, freut sich über das lebendige Ortsgeschehen: „Das Projekt ist mit Bürgerbeteiligung entstanden. Die Leute reden jetzt mehr miteinander und identifizieren sich stark mit der Gemeinde.“

EUROPAMEISTER IM LANDVERBRAUCH
Krummnußbaum ist eine von mehr als 150 Bodenbündnis-Gemeinden, die sich aktiv für einen nachhaltigen Umgang mit Böden einsetzen. „Auf Gemeindeebene geschieht sehr viel Positives“, sagt Martina Nagl, Verantwortliche für den Bereich „Boden“ beim Klimabündnis Österreich und Vorstandsmitglied des Europäischen Bodenbündnisses. Doch insgesamt sei die Situation in Österreich keinesfalls rosig: „Täglich werden bei uns zwölf Hektar landwirtschaftlicher Boden verbraucht, die Hälfte davon versiegelt“, beklagt die Diplomingenieurin. Insgesamt wurde in Österreich in den vergangenen 50 Jahren mehr Boden verbaut als in der gesamten Geschichte davor. Die dritte Piste des Schwechater Flughafens etwa wird auf rund 500 Hektar fruchtbarem Ackerland errichtet, auf dem jährlich 5.000 Tonnen Getreide produziert werden können.
Würden weiterhin jährlich 0,5 Prozent der Acker- und Grünlandflächen zubetoniert, gingen uns in 200 Jahren die Böden für die Produktion von Lebensmitteln aus. Das macht auch der ­Österreichischen Hagelversicherung Sorgen, die auf ihrer Website mit einem permanenten ­Counter mitzählt, wie viel Agrarfläche in Österreich heuer schon verloren gegangen ist. „Wir sind beim ­Bodenverbrauch Europameister im negativen Sinn, kein zweites Land geht so sorglos mit der ­Lebensgrundlage Boden um wie Österreich“, weiß die Generalsekretärin der Hagelversicherung, ­Sabine Kamraner-Köpf. „Wir gefährden die heimische ­Lebensmittelversorgung.“
Die Bevölkerung reagiert durchaus sensibel auf das Problem, wie eine „market“-Umfrage bestätigt: Vier von fünf ÖsterreicherInnen fordern demnach einen gesetzlichen Stopp der Zersiedelung. „Dennoch nimmt die Verschandelung der Landschaft zu, was auch Auswirkungen auf den Tourismus hat“, so Kamraner-Köpf.

Kein Land in Europa ist beim Bodenverbrauch so großzügig wie Österreich. Dabei ist schon jetzt die Selbstversorgung des Landes mit heimischen Lebensmitteln nicht mehr garantiert. Verkehr, Gewerbeflächen und Wohnsiedlungen sind die „Hauptsünder“. Österreich verfügt über das dichteste Verkehrswegenetz Europas, umgelegt auf EinwohnerInnen.

SUPERVIELE SUPERMÄRKTE
Wachstum, Arbeitsplätze, Steuereinnahmen: So heißen die Zauberwörter, mit denen oftmals gegen Initiativen für eine neue Bodenkultur gestimmt wird. „Jeder Bürgermeister glaubt, er verewigt sich, wenn er große Betriebe in die Gemeinde holt“, hat Anton Ithaler beobachtet. Er ist pensionierter Volksschuldirektor in der steirischen Gemeinde Nestelbach im Ilztal und Hobbyhistoriker. Für eine Ausstellung hat er Luftaufnahmen von seiner Heimat gesammelt und zusammengestellt. „Der Landverbrauch ist enorm“, stellt er fest. Das habe auch damit zu tun, dass ein neu erbauter Supermarkt zehn Jahre lang von der Kommunalsteuer befreit werde, weshalb nach Ablauf der Frist sofort ein neuer entstehe – oft nur wenige Meter entfernt.

Das größte Umweltproblem in Österreich ist der enorme Bodenverbrauch.
Kurt Weinberger, Österreichische Hagelversicherung

Tatsächlich hat Österreich mit seiner Förderpolitik die größte Supermarktfläche pro Kopf in Europa erreicht. Die Österreichische Hagelversicherung macht mit ihrer Kampagne „Bodenlos macht brotlos“ darauf aufmerksam, dass mit der zunehmenden Verbauung von Flächen 500.000 Arbeitsplätze in der Landwirtschaft gefährdet sind. Rund 22.000 ÖsterreicherInnen haben die Petition unterzeichnet. Generalsekretärin Kamraner-Köpf ist überzeugt, dass die Sensibilisierung wirkt: „Als wir vor acht Jahren mit der Kampagne begonnen haben, lag der Bodenverbrauch pro Tag noch bei 25 Hektar, mittlerweile ist er um die Hälfte reduziert. Es ist also schon ein gewisses Sensorium vorhanden.“
Dennoch wird munter weiter versiegelt: Für den Parkplatz des Supermarktes einer durchschnittlich großen österreichischen Gemeinde wird eine Fläche verbraucht, die dreimal so groß ist wie der Markusplatz in Venedig. Dabei hat eine Untersuchung in der Steiermark ergeben, dass nur 18 Prozent aller Einkaufsfahrten eine Entfernung von fünf Kilometern überschreiten. Für 70 Prozent der Einkäufe wäre aufgrund der Menge oder des Gewichts ein Fahrrad ausreichend. „Wir begünstigen das Überschwemmungsrisiko, da der Boden als Wasserspeicher zubetoniert wird, und nehmen eine Abnahme der Biodiversität durch die Verbauung der natürlichen Lebensräume in Kauf“, sagt Kamraner-Köpf.
Das Bewusstsein der Bevölkerung, dass hier etwas schiefläuft, ist durchaus vorhanden, hat ­Martina Nagl bei ihren Gesprächen in Gemeinden bemerkt: „Bei Leerständen und Einkaufszentren mit riesigen Parkplätzen fragen sich die Leute, warum das geschehen kann.“ Hier seien die politisch Verantwortlichen gefordert, die derzeit vor allem auf Bewusstseinsbildung setzen. Doch: „Seitens der Politik sind Handeln und die Umsetzung von Maßnahmen erforderlich“, meint Nagl.

LÖSUNGEN SIND MÖGLICH
Auch der für Raumordnung zuständige Tiroler Landesrat Johannes Tratter sieht das Problem: „Oft stehen einstöckige Supermärkte am Ortsrand auf der grünen Wiese, meist mit doppelt so viel Parkfläche darum herum. Diese Zubetoniererei soll der Vergangenheit angehören.“ Erreichen möchte er das mit einer Gesetzesnovelle, die bei der Neuerrichtung von Handelsbetrieben verpflichtend Tiefgaragen oder Parkdecks vorschreibt.

Oft stehen einstöckige Supermärkte am Ortsrand auf der grünen Wiese. Diese Zubetoniererei soll aufhören.
Johannes Trattner, Landesrat für Raumordnung, Tirol

Gegen das Phänomen der leer stehenden Industrie-, Gewerbe- und Wohnimmobilien – in Österreich verbrauchen sie immerhin stolze 40.000 Hektar, was der Fläche Wiens entspricht – tut die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft etwas: Sie kauft gezielt solche Immobilien und revitalisiert sie für modernen Wohnraum. Hier müsse die Politik ansetzen, meint Kamraner-Köpf. Finanzielle Anreize könnten eine Revitalisierungsoffensive anstoßen. „Es ist nun einmal Faktum, dass es bisher günstiger ist, zu bauen, als in eine Altsubstanz zu investieren.“ Mit einer österreichweiten Leerstands- und einer Flächenmanagement-Datenbank könnten Gemeinden dabei unterstützt werden, Baulücken und Leerstände in Ortskernen zu erfassen und sinnvoll zu nutzen.
Ein einheitliches Raumordnungsgesetz des Bundes fordert Martina Nagl. „In der Schweiz und in Deutschland gibt es das schon. Der Bodenverbrauch ist dort deutlich geringer, wenn auch immer noch zu hoch.“ Und schließlich sei es höchst an der Zeit, dass mit einer ökologischen Steuerreform Kostenwahrheit geschaffen werde.

BIOLOGISCH IN DIE ZUKUNFT
Auch Anton Ithaler hat eine Idee: „Jede verbaute Fläche sollte in gleichem Maß der Natur geschenkt werden – als Biotop, Blumenwiese oder Bioanbaufläche –, denn ein schonender Umgang mit dem Boden ist in Wirklichkeit für uns alle gut.“ Mit mehr Zufriedenheit und Achtsamkeit könne viel bewirkt werden.
Tatsächlich ist der sparsame und respektvolle Umgang mit dem sensiblen Ökosystem „Boden“ in Zeiten des Klimawandels das Gebot der Stunde. „Bodenschutz ist immer auch Klimaschutz“, so Martina Nagl vom Klimabündnis Österreich. Gesunde Böden speichern CO2, das somit nicht in die Atmosphäre entweicht. Hoffnung macht ihr die wachsende Anzahl an biologisch wirtschaftenden LandwirtInnen in Österreich, die bereits ein Viertel der Agrarflächen versorgen. „Biobauern achten auf das Bodenleben und eine schonende Bodenbearbeitung. Sie brauchen außerdem kaum Spritzmittel und Kunstdünger.“
Hier kann auch der und die Einzelne viel beitragen. „Boden- und Klimaschutz beginnt im Einkaufskorb“, ist Sabine Kamraner-Köpf überzeugt. „Wir können nicht weiterhin unser Lebenselixier verbauen und gleichzeitig Lebensmittelimporte von anderen Kontinenten unterstützen. Wir treten damit unsere Lebensgrundlage mit Füßen.“ Bewusste Ernährung mit höchster Qualität, regional, saisonal und fair gehandelt, ist nicht nur für die Gesundheit gut, sondern auch für die Umwelt. Dazu gehört ein geringerer Fleischkonsum. „Einmal pro Woche Fleischverzicht reduziert bereits den Bodenverbrauch“, sagt Martina Nagl. Die Herstellung tierischer Lebensmittel braucht bis zu 20-mal mehr Energie, Wasser und Boden als die Herstellung von pflanzlicher Kost.

WAS MACHT GLÜCKLICH?
Um unseren derzeitigen Lebensstil beibehalten zu können, bräuchten wir drei Planeten. Aber wir haben nur einen und müssen uns daher die Frage stellen: „Was und wie viel brauche ich für ein glückliches Leben? Benötige ich das Auto wirklich oder ist die Fortbewegung mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln nicht stressfreier?“ – „Weniger Besitz und Konsum bedeutet oft mehr Lebensqualität“, konstatiert Martina Nagl. „Jeder kann seinen persönlichen ökologischen Fußabdruck verringern.“ Und mit der Wahl seines Verkehrsmittels ein politisches Statement setzen: Braucht Österreich wirklich das dichteste Straßennetz Europas? Oder wäre die Reaktivierung der Regional- und Nebenbahnen nicht die bessere Alternative?
Sabine Kamraner-Köpf jedenfalls ist viel mit dem Zug unterwegs. Wenn sie nach Bayern fährt, fällt ihr gleich die geordnete Landschaft über der Landesgrenze auf – im Gegensatz zur Zersiedelung in Österreich. „Das müssen wir auch schaffen. Wir dürfen es nicht zulassen, dass wir unseren Kindern und Kindeskindern die Zukunft verbauen!

So geht Bodenschutz – 6 Projekte mit Zukunft

Elektrotaxi EMIL
Euratsfeld, Niederösterreich

Mit dem Einsatz eines Elektroautos für Fahrtendienste hat der Verein EMIL im niederösterreichischen Euratsfeld gleich mehrere Probleme gelöst: Eltern müssen ihre Sprösslinge nicht mehr selbst fahren, ältere Menschen ohne eigenes Auto sind wieder mobil und können Nahversorger bequem erreichen, das Sozialleben in der Gemeinde ist lebendiger geworden, und das alles umweltfreundlich und kosten­­günstig. Voraussetzung ist lediglich die Mitgliedschaft beim Verein EMIL – „Elektromobilität im ländlichen Raum“. Von den 184 Mitgliedern sind 30 als freiwillige FahrerInnen im Einsatz. Pro Jahr werden durch Fahrten mit EMIL rund zehn Tonnen CO2 eingespart.

 

Gemeinde­zentrum
Seeham, Salzburg

Nichts deutet heute mehr darauf hin, dass das ehemalige Gutshaus im Ortszentrum von Seeham, Bezirk Salzburg-Umgebung, beinahe dem Verfall preisgegeben war. Drei Jahrzehnte lang stand das Schmiedbauerngut leer, als die Gemeinde aktiv wurde. Sie rief zum Architektur­wettbewerb auf, aus dem der Salzburger Architekt Fritz Lorenz als Sieger hervorging. Er revitalisierte den Gebäudekomplex: Im denkmalgeschützten Bauernhaus ist seit 2012 das Gemeindeamt untergebracht. Der ehemalige Stall dient heute als Jugendtreff und Veranstaltungszentrum, die Freifläche wurde zum großzügigen Dorfplatz. Ein Bauerngarten vor dem Gemeindeamt erinnert an dessen ursprünglichen Zweck.

 

Bioessen für Kinder
Villach, Kärnten

Auf einen hohen Bioanteil im Essen achtet die Stadt Villach in den zwölf Küchen ihrer Kindergärten und Horte und setzt damit im Klimaschutz schon bei den Jüngsten an: 60 Prozent der Lebensmittel, die dort täglich frisch verarbeitet werden, stammen aus biologischer Landwirtschaft und werden von mehr als 30 Biobetrieben aus der Umgebung angeliefert. Damit die Kinder auch selbst Hand anlegen und erleben können, wie Kräuter und Gemüse natürlich heranwachsen, sind alle Villacher Kindergärten mit Hochbeeten aus naturbelassenem Lärchenholz ausgestattet. 2015 wurden die Villacher Kinderbetreuungseinrichtungen vom Land Kärnten als „Gesunde Küche“ zertifiziert.

 

Gemeindebus
Pöttsching, Burgenland

Wie können Frauen ihre Wege im burgenländischen Pöttsching ohne eigenes Auto zurücklegen? Aus dieser Frage entstand im Jahr 2000 die Idee, in der 3.000-Seelen-Gemeinde (umgangssprachlich „Gmoa“) einen Bus einzuführen. Das Erfolgsmodell hat mittlerweile nicht nur den VCÖ-Mobilitätspreis, sondern auch Nachahmer in anderen Gemeinden gewonnen. Um 1,50 Euro pro Fahrt – es gibt auch vergünstigte Tages-, Monats- oder Jahres­karten – werden die Fahrgäste von zu Hause abgeholt und wieder heimgebracht.  20.000 beförderte Personen und 50.000 Kilometer im Jahr beweisen den Bedarf. Zusätzlicher Bonus: Vier Frauen haben beim „GmoaBus“ eine Teilzeitanstellung gefunden.

 

Humusaufbau
Ökoregion Kaindorf, Steiermark

Humusreiche Böden sind nicht nur fruchtbar und leicht zu bearbeiten, sie binden und reinigen auch Wasser. Außerdem können sie CO2 in großen Mengen lange speichern und verhindern so, dass es in die Atmosphäre entweicht. Drei oststeirische Gemeinden, Ebersdorf, Hartl und Kaindorf, haben sich 2007 zur Ökoregion Kaindorf zusammen­geschlossen, um den CO2-Ausstoß effektiv zu reduzieren. Mehr als 250 Umweltprojekte gehen auf ihr Konto, darunter ein Humus-Aufbauprogramm, an dem sich 220 LandwirtInnen beteiligen. Mit den jährlichen Humus-Fachtagen und der Humus-Akademie hat sich die Ökoregion Kaindorf auch international einen Namen gemacht. Besonderes ­Interesse herrscht an ihrem Handel mit CO2-Zertifikaten: LandwirtInnen bekommen für nachweislich gebundenes CO2 im Rahmen des Humusaufbau-Projektes ein Erfolgshonorar. Das Geld kommt von Unternehmen, die ihren nicht vermeidbaren CO2-Ausstoß durch den Kauf von Zertifikaten kompensieren. Über eine Software können sich die LandwirtInnen und die Firmen aktuell über die CO2-Werte informieren.

 

Ökodorf
Fehring, Steiermark

Wo vor nicht allzu langer Zeit Waffen lagerten, leben heute Ziegen und Hühner. In der ehemaligen Hadik-Kaserne im oststeirischen Fehring wurde im Mai 2017, nach einjähriger Nutzung als Flüchtlingsquartier, ein Ökodorf eröffnet. 70 Menschen im Alter zwischen einem und 77 Jahren leben heute dort. Die Fähigkeiten, die sie mitbringen, setzen sie für die Gemeinschaft ein – in der biologischen Landwirtschaft, in der Gemeinschaftsküche, im Kinderraum, in den elf Betrieben und in der „Zukunftswirkstatt“, einem offenen Veranstaltungszentrum mit breitem Workshop- und Seminarangebot. Neben kollektiven Räumen gibt es auch private Wohneinheiten unterschiedlicher Größe. Mittlerweile hat der Verein „Cambium – Leben in Gemeinschaft“ das Gelände und die Gebäude von der Gemeinde gekauft. Gelungen ist das mittels eines Vermögenspools, der von 250 Menschen gespeist wurde.

Bodenverbrauch – was machen unsere Nachbarn besser?

Deutschland
Unser nördliches Nachbarland verbraucht mit 0,25 Prozent Neubebauung jährlich etwa halb so viel Ackerfläche wie Österreich. Die Kreisämter fungieren dort als eine übergeordnete Raumbehörde. Ihre Strategie: Die Innenentwicklung der Gemeinden wird forciert. Die Folge: Dörfer und Städte sind kompakter, Wiesen und Wälder besser geschützt.

Schweiz
Die Eidgenossenschaft hat sich zum Ziel gesetzt, die Selbstversorgung mit Lebensmitteln sicherzustellen. Deshalb wurde für landwirtschaftliche Nutzflächen mit den produktivsten Böden ein Bauverbot erlassen. Mit 63 Prozent Ja-Stimmen haben sich die SchweizerInnen 2013 zu einer Begrenzung des Siedlungswachstums bekannt.

Südtirol
Wer in Südtirol Einkaufs­zentren auf der „grünen Wiese“ sucht, sucht vergeblich. Raumordnung und Handelsordnung spielen hier äußerst wirkungsvoll zusammen, um die Flächen für den Einzelhandelsverkauf zu begrenzen. Er darf nur in Ortszentren und bewohnten Gebieten und nicht, wie in anderen Regionen im landwirtschaftlichen Grün ausgeübt werden.

Fotos: Adobe Stock (2), beigestellt (6)

Erschienen in „Welt der Frauen“ November 2019

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