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12/22

„Wir müssen weiblichen Energien mehr Raum schenken“

„Wir müssen weiblichen Energien mehr Raum schenken“

Sarah Ganglberger (32) begleitet Frauen in die Selbstständigkeit. Sie möchte, dass sie sich ein berufliches Zuhause schaffen können.

Sie haben ein Konzept entwickelt, das Frauen bei der Unternehmensgründung unterstützen soll. Wie funktioniert das?
Ich möchte Frauen dabei begleiten, sich ein berufliches Zuhause zu schaffen, in dem sie ihr Potenzial voll entfalten können. Im Gegensatz zu der Annahme, Erfolg hänge von einer brillanten Geschäftsidee oder einem großen Startkapital ab, liegt es meiner Meinung nach am inneren Antrieb. Klassische Geschäftsmodelle legen den Fokus auf die strategische Ausrichtung, mein Konzept konzentriert sich auf die Persönlichkeit der Gründerin, um darauf aufbauend eine Strategie zu entwickeln.

Wie entstand diese Idee?
Ich habe während meines Betriebswirtschaftslehre- und Wirtschaftspsychologiestudiums Geschäftsmodelle entwickelt, nur um sie danach in meiner Schreibtischschublade verstauben zu lassen. Ohne Umsetzung bleibt der Erfolg aus und negative Glaubenssätze entstehen. Mir kam die Idee, das beraterische Know-how aus meinem Erstberuf als Sozialarbeiterin mit den Kenntnissen aus dem Studium zu verbinden, um Frauen bei der Unternehmensgründung zu begleiten. Heute habe ich mein Konzept um den Ansatz der Energiearbeit erweitert, um Blockaden, die am Erfolg hindern, auflösen zu können.

„Die männliche Dominanz in Führungspositionen und in der Politik prägt seit Jahrhunderten unsere Vorstellung von Erfolg. Frauen haben gelernt, sich unterzuordnen und kleinzumachen.“

Sie schreiben, dass Frauen in Führungspositionen sich oft am Verhalten von Männern orientieren. Warum ist das so?
Die männliche Dominanz in Führungspositionen und in der Politik prägt seit Jahrhunderten unsere Vorstellung von Erfolg. Frauen haben gelernt, sich unterzuordnen und kleinzumachen. Wir nehmen erfolgreiche Männer als Vorbild, wie etwa den Amazon-Gründer Jeff Bezos, Unternehmer Elon Musk oder Apple-Mitgründer Steve Jobs, bis wir merken, dass wir uns in eine Rolle pressen, die nicht unserer Natur entspricht.

Wie unterscheiden sich Frauen und Männer im Berufsleben?
Der Unterschied liegt in den Energien, mit denen Menschen sich ihrem Geschäft widmen. Männlich zugeschriebene Eigenschaften wie Stärke, Macht, Kraft oder Entscheidungsfähigkeit wurden bisher als einzig wahre Erfolgsfaktoren gesehen. Weiblich zugeschriebene Energien wie Intuition, Vertrauen, Inspiration, Empfängnis rückten in den Hintergrund. Ich möchte Frauen Wege aufzeigen, ihrer weiblichen Energie beruflich mehr Raum zu schenken.

Sie sagen, dass Sie für Ihre fünfjährige Tochter das herrschende Weltbild gerne verändern möchten. Was wünschen Sie sich für sie?
In einer Welt, in der Geschäftsführerinnen ihre Vorbildwirkung entfalten, wird es meiner Tochter möglich sein, sich als Frau frei von limitierenden und einschränkenden Glaubenssätzen zu entfalten. Durch die Erfahrung weiblicher Selbstwirksamkeit entsteht Bewegungsfreiheit.

Alle Informationen: business-homebase.com

Dieses Interview ist in der „Welt der Frauen“ Juni-Ausgabe erschienen. Erhältlich als Einzelheft in unserem Shop, zum Testabo geht es hier.