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Regina Ramsebner: „Warten auf den nächsten Urlaub am Meer“

Was bedeutet Sehnsucht für Sie? Worauf richtet sich Ihre Sehnsucht? Welche Sehnsucht hat sich für Sie in Ihrem Leben schon erfüllt? Unsere Leserinnen haben uns ihre Gedanken dazu geschrieben.

Die pensionierte Pfarrsekretärin Regina Ramsebner (61) aus Ried im Traunkreis sehnt sich nach dem Meer. Bis sie wieder Strände entlang spazieren kann, betrachtet sie Fotos davon und lauscht dem Rauschen von Wellen.

Bei der Suche nach einer Antwort, was Sehnsucht ist, kommt mir rasch einiges in den Sinn: gesund zu bleiben; dass die Kinder, Schwieger- und Enkelkinder ein glückliches und erfülltes Leben haben; dass Frieden und Gerechtigkeit in unserem Land und auf der ganzen Erde einkehren mögen; dass die Corona-Pandemie endlich ein Ende findet … Aber gleichzeitig spüre ich, dass das keine Sehnsüchte, sondern Wünsche sind. Sehnsucht ist mehr. Sehnsucht ist inniges, schmerzliches Verlangen.

Da kommt mir das Wort „Balance“ in den Sinn. Vor vielen Jahren machte ich ein Wochenendseminar für Frauen, das Thema weiß ich leider nicht mehr. Aber damals ist schon der Begriff Balance für mich zum Leitwort geworden, und ich habe mich selbst auf einer Schaukel sitzend gezeichnet als Bild dafür.

Balance als nichts Starres, sondern als etwas, das mich in Bewegung hält und mir Freude macht. Danach habe ich mich damals gesehnt, und danach sehne ich mich auch heute noch.

Als Hausfrau und Mutter von drei Söhnen ist mir das auch lange Zeit gut gelungen. Durch eine große Belastung wegen einer Erkrankung des jüngsten Sohnes, durch die Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit, durch intensives ehrenamtliches Engagement und wahrscheinlich auch durch das fortschreitende Alter, ist diese Balance immer mehr aus dem Lot geraten.

So sehr, dass ich eine Reha zugesprochen bekam, weil meine körperlichen Symptome auf keine organische Erkrankung schließen ließen. In dieser Zeit habe ich viel gelernt und meine Sehnsucht nach einem Leben in Balance wurde gestärkt.

Einige Jahre war ich noch berufstätig, aber ich schaute gut auf mich, sodass es mir halbwegs gut ging. Seit einem halben Jahr bin ich in Pension und erst jetzt merke ich, wie sehr mir die Ruhe und das Freisein von Verpflichtungen gut tun.

Der Corona-Lockdown bewirkte, dass plötzlich alle Termine im Kalender gestrichen werden mussten. Dadurch ist meine Sehnsucht nach Balance plötzlich, unerwartet und so ganz anders erfüllt worden. Trotzdem freue ich mich auf eine Zeit nach der Pandemie.

Ich freue mich auf unbeschwerte Treffen mit Familie und Freunden, auf eine große Hochzeit des jüngsten Sohnes, auf so manches gesellige Beisammensein. Und ich freue mich auf Urlaub und Reisen, vor allem auf Reisen ans Meer.

Ich habe nämlich tatsächlich eine „Meeres-Sehnsucht“ in mir, die manchmal körperlich spürbar ist. Diese Weite, diese wellenrauschende Stille, der salzige Geruch, die Ruhe und das Tosen tun mir unendlich gut.

Bis das zu erleben wieder möglich ist, träume ich davon und begnüge mich mit Musik und Wellenrauschen und mit dem Betrachten der vielen Fotos, die ich bei Urlauben am Meer gemacht habe. Aber eines Tages werde ich das wieder in Natura erleben und lange, erholsame Spaziergänge am Strand machen. Darauf freue ich mich.

Welt der Frauen April 2021

 

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Foto: privat

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