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Die Jungmanagerin

Am 12. November hat die oberösterreichische VKB-Bank zum zwölften Mal die Auszeichnung "Managerin des Jahres" vergeben. Heuer wurde Melanie Hofinger gekürt. Sie hat vor zwei Jahren die Linzer Buchhandlung Veritas übernommen.

Vor 22 Jahren rief die VKB-Bank eine einzigartige Auszeichnung ins Leben: die „Managerin des Jahres“. Mit der Wahl, die im Zweijahresrhythmus stattfindet, werden Unternehmerinnen und weibliche Führungskräfte in Oberösterreich gewürdigt, die mit ihrem Berufsweg anderen Frauen Mut machen. „Zu Beginn noch ein gesellschaftspolitisches Pionier-Thema, hat die Ehrung nichts an Bedeutung verloren“, sagt VKB-Generaldirektor Christoph Wurm. „Im Gegenteil: Frauen sichtbar machen, die für unsere Gesellschaft und Wirtschaft – ohne es vielleicht selbst zu wissen – eine wichtige Rolle spielen, ist in herausfordernden Zeiten wie diesen noch zentraler geworden.“

Aus der Riege der frei nominierten Kandidatinnen wählt eine Jury aus Kooperationspartnerinnen wie „Frau in der Wirtschaft“, „Frau im Trend“, „Oberösterreichischer Presseclub“, dem Netzwerk EWMD, European Women’s Management Development Austria) und dem Verlag „Welt der Frauen“ als Medienpartnerin die überzeugendste Frau.

Melanie Hofinger ist die insgesamt zwölfte und mit 27 Jahren auch bisher jüngste „Managerin des Jahres“ in Oberösterreich.

Genauso unerwartet, wie sie vor zwei Jahren die Linzer Buchhandlung Veritas übernommen hat, wurde Melanie Hofinger zur Managerin des Jahres 2020 gekürt. Die junge Oberösterreicherin glaubt an den stationären Buchhandel und an gute Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Die jüngste Managerin im Porträt

Der sorgenvolle Anruf „Wir sollen verkauft werden!“ ihrer Kolleginnen und Kollegen erreichte Melanie Hofinger im Frühling 2018 während einer dreiwöchigen Asienreise. Die damals 25-Jährige hatte gerade als Verkaufsleiterin der Veritas-Buchhandlung in Linz das Team neu geformt und damit die Umsatzzahlen beträchtlich gesteigert. „Ich habe eigentlich aus Verantwortung meinen Mitarbeitern gegenüber gekauft“, sagt sie. Wie ein Thriller sei es gewesen, mit dem großen deutschen Verlag, dem die Buchhandlung gehörte, zu verhandeln. Bis zum vorletzten Tag vor der geplanten Eröffnung war nicht klar, ob ein Vertrag zustande kommt. Doch am 1. Oktober 2018 wurde unter dem Namen „Veritas by Melanie Hofinger“ aufgesperrt.

Und seither zweimal wieder zu. Die coronabedingten Lockdowns haben die Kreativität der Jungunternehmerin sehr gefordert. Während des ersten Lockdowns im Frühling 2020 entstand dabei der „Bücherautomat“. Weil man logistisch, technisch und finanziell kein großes Onlinevertriebssystem organisieren konnte, entwickelte die findige Jungunternehmerin mit einem bekannten Automatenproduzenten die innovative Idee. Seither können Bücherliebhaberinnen und Bücherliebhaber zu jeder Tageszeit Nachschub bekommen.

Unternehmerinnengeist mit Ideen

„Die Veritas“ ist in Linz ein Begriff. Sie galt lange als kirchliche Buchhandlung. Im Sortiment spiegeln sich diese Schwerpunkte bis heute. Was immer man rund um religiöse Feste braucht, bekommt man in der Veritas ebenso wie theologische Fachliteratur oder religiöse Geschenkliteratur. Melanie Hofinger will dieses Standbein weiter bewusst pflegen. „Ich war Ministrantin und bin bis heute in meiner Pfarre aktiv“, erzählt sie. Mehr denn je komme es heute darauf an, der Kundschaft zum Beispiel religiöse Feste zu erklären.

Daneben hat sich die Veritas-Buchhandlung aber auf Kinderbücher spezialisiert. Der gleichnamige Buchverlag, der im Eigentum des deutschen Verlages geblieben ist, produziert vor allem Schulbücher. „Wir gehen da auch gerade neue Wege“, erläutert Hofinger. Aber auch die von Kennern geschätzten Krippen, die in der Buchhandlung jedes Jahr ausgestellt sind, konnten 2020 virtuell besichtigt und erworben werden.

Inzwischen hat sie weitere Buchhandlungen übernommen. Das Wichtigste sei aber das Team vor Ort. „Ihretwegen kommen die Kunden“, ist Melanie Hofinger überzeugt.

Risiken und Pläne

„Mein Risiko ist überschaubar“, sagt Hofinger. Sie besitze nichts, und daher sei ein Konkurs persönlich nur insofern ein Risiko, als sie danach eben wieder neu beginnen müsse. Mit dem Gedanken an Insolvenz beschäftige sie sich aber nicht dauernd, sie versuche sich auf das Positive zu konzentrieren. Damit das auch eintritt, ist mittlerweile fast die gesamte Familie in ihrem Unternehmen beschäftigt.

So wenig wie „Buchmanagerin“ auf ihrem Lebensplan stand, quält sie sich mit Zukunftszielen. „Ich lebe gerne im Hier und Jetzt.“ Und das Leben spielt ihr die Chancen zu.

Managerinnen sind gemeinsam stärker

Unter den inzwischen zwölf „Managerinnen des Jahres“ sind die erste Preisträgerin, Christine Hödlmayr-Gammer, Business-Coachin für Betriebsübergaben und Aufsichtsratsvorsitzende eines Transportunternehmens oder die Preisträgerin des Jahres 2018, Andrea Boxhofer, Geschäftsführerin des Diakonie Zentrums Spattstraße.

Alle zwölf bilden gemeinsam ein starkes Netzwerk. Regelmäßig treffen sich die erfolgreichen Frauen zum Austausch. „Jede einzelne Preisträgerin steht für eine individuelle Frauenkarriere und einen unterschiedlichen Lebensweg. Die Gemeinschaft ist daher ungemein inspirierend und Ideen gebend“. Das sagt „Welt der Frauen“-Chefredakteurin Christine Haiden, die die Auszeichnung selbst im Jahr 2008 erhielt. „Ein schönes Beispiel dafür, dass wir gemeinsam noch stärker sind.“

Apropos gemeinsam: Damit auch andere Frauen vom geballten Wissen und der Power der „Managerinnen des Jahres“ profitieren können, gibt es deren Tipps und mutmachende Worte nun gesammelt in kurzen Video-Portraits.

 

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