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12/22

Internationales Pilgerprojekt verbindet Europa

Internationales Pilgerprojekt verbindet Europa

„Die Menschen suchen wieder nach Alternativen zum Massentourismus, sie wollen entschleunigen, aus der Informationsflut aussteigen – und auch Umweltaspekte spielen für immer mehr eine Rolle“, erklärt Klaudia Muthsam, Leiterin des Projekts „train2eupilgrimage“.

Pilgern erfreut sich seit Jahren zunehmender Beliebtheit. „Die Menschen suchen wieder nach Alternativen zum Massentourismus, sie wollen entschleunigen, aus der Informationsflut aussteigen – und auch Umweltaspekte spielen für immer mehr eine Rolle“, erklärt Klaudia Muthsam, Leiterin des Projekts „train2eupilgrimage“. Entwickelt wurde es von den PilgerbegleiterInnen Ernst Leitner und Christa Englinger.

„Wer sich auf den Weg macht, braucht eine Begleitung – am besten durch erfahrene PilgerbegleiterInnen. Pilgern geschieht oft in schwierigen Lebenssituationen, wie zum Beispiel bei Lebensübergängen oder sich verändernden Familienumständen – all das erfordert psychologische und soziale Fähigkeiten und pädagogische Kenntnisse“, erklärt Muthsam. Die Motive der PilgerInnen sind sehr unterschiedlich. „Die einen suchen eine Nähe zum Göttlichen und neue Wege, den christlichen Glauben zu leben, für die anderen stehen die Natur und kulturelle Besonderheiten im Vordergrund.“

Während in Österreich verschiedene Ausbildungen für PilgerbegleiterInnen angeboten werden, gibt es in den großen Pilgerländern Italien und Spanien keine eigene Ausbildung.

Mit dem Erasmus-Projekt „train2eupilgrimage“ soll sich das nun ändern. „Die Ausbildung soll auf Basis der österreichischen Ausbildung vereinheitlicht werden“, erklärt Klaudia Muthsam. Partnerländer sind vorerst Slowenien, Italien und Spanien. Künftig soll das Projekt auf Europa ausgeweitet werden. Die neue Ausbildung enthält sowohl E-Learning-Module als auch Präsenzkurse. Im Rahmen des Projektes wurden auch Module für Menschen mit Behinderungen entwickelt. „Die internationale PilgerbegleiterInnen-Ausbildung soll dazu befähigen, Gruppen jenseits der regionalen und nationalen Grenzen kompetent zu führen. Dazu gehören auch Themen wie der Umgang mit älteren Menschen, das Gehen mit Handy-Apps, Sprachkompetenzen sowie das Wissen um gesetzliche Bestimmungen in den jeweiligen Ländern“, beschreibt Klaudia Muthsam den Inhalt der Module. Die Basisversion ist vorerst nur in Englisch verfügbar. Ziel ist, auch in den jeweiligen Landessprachen ein Angebot zu schaffen. „An der deutschsprachigen Version wird bereits gearbeitet“, so Muthsam.

Das neue Curriculum zur internationalen PilgerbegleiterInnen-Ausbildung wurde am Dienstag, 5. Juli, von 10.30 bis 16 Uhr im Bildungszentrum St. Virgil in Salzburg präsentiert.
Weitere Infos: train2eupilgrimage.eu