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Hofläden sind eine tolle Alternative zum Supermarkt. Viele werden von Frauen betrieben und gestaltet. Eine kleine Auswahl, verbunden mit einer Entschuldigung, dass so viele nicht vorkommen können.

Vorarlberg

Gemüse von Biopionieren

„Wir sind einfache Leute“, sagt Brigitte Kühne. „Aber wir leben und lieben das, was wir tun, mit Leib und Seele.“ Schon seit 30 Jahren führt sie mit ihrem Mann Karl „Lisilis Biohof“ an der Grenze zur Schweiz. Seit 25 Jahren ist der Hof ein kontrollierter Biobetrieb – und diese Philosophie spiegelt sich überall wider: Der Hofladen ist im alten Kuhstall untergebracht, mit Lehm verputzt, mit Schafwolle gedämmt und mit Regalen aus Eichenholz aus dem nahen Wald bestückt. Verkauft wird zum größten Teil das, was auch an „Lisilis Biohof“ produziert wird: Milchprodukte, Getreide, Fleisch und vor allem eine große Gemüsevielfalt. „Wir versuchen, neben gängigem Gemüse auch ausgefallene Sorten zu ziehen“, erklärt Brigitte Kühne. „Zum Beispiel Topinambur, Schwarzwurzeln, vielerlei Karotten und Asia-Salate. So hat man auch im Winter eine große Auswahl an regionalem Gemüse.“ Diese Gemüsevielfalt kann man sich auch im „Kistl“ inklusive Rezepten direkt an die Haustür liefern lassen. Allen anderen bleibt ein Besuch auf dem Hof – so wie den Schulklassen, die hier lernen, was Biolandwirtschaft bedeutet.

„Lisilis Biohof“
Adresse: Scheidgasse 17,
6812 Meiningen, Vorarlberg,
Öffnungszeiten:
Dienstag 16.00–19.00 Uhr,
Freitag 9.00–11.00 Uhr und
16.00–19.00 Uhr
Website: www.lisilis.at
Telefonnummer: +43 5522 31107

Steiermark

Eine bunte Produktpalette direkt vom Hof

Ein historischer Hof mit mächtigen Mauern, an den ein moderner Hofladen angeschlossen ist: Das ist der „Mötschlmeierhof“ in der Steiermark, auf dem Barbara und Thomas Lanzer mit ihren vier Kindern leben und arbeiten. „Eine Burg“ nennt Barbara Lanzer den 1188 erstmals erwähnten Hof, den sie und ihr Mann 2003 übernommen und auf Biolandwirtschaft umgestellt haben. Seither bauen sie hier Getreide, Obst, Gemüse und Beeren an und halten Schweine und Kühe. „Auf Kundenwunsch hin ist unser Ab-Hof-Verkauf immer mehr angewachsen. Wir haben einfach bei der Haustür hinaus verkauft“, erzählt Barbara Lanzer. Irgendwann war klar: „So geht das nicht weiter – das Haus muss Haus bleiben.“ Es folgte ein umfangreicher Umbau, bis schließlich der Hofladen seine Türen öffnete. Seitdem kann man dort Getreideprodukte, Gemüse, Obst und Fleisch direkt vom Hof der Familie kaufen. Partnerbetriebe liefern Milchprodukte von Kuh und Ziege, Eier, Äpfel, Rosen und Mohn. „So gibt es drei Gewinner“, freut sich Barbara Lanzer, „die Partner, weil sie einen guten Preis bekommen, wir selbst, weil wir unser Sortiment erweitern können, und die Kunden, weil sie beste Produkte von verschiedenen Höfen an einem Ort bekommen.“

„Mötschlmeierhof“
Adresse:
Mötschlach 2,
8600 Oberaich bei Bruck an der Mur
Öffnungszeiten:
Freitag 8.30–18.00 Uhr,
Samstag 8.30–12.00 Uhr
Website: www.moetschlmeierhof.at
Telefonnummer: +43 3862 53066

Oberösterreich

Ein großes Sortiment in Demeter-Qualität

Am „Hödlgut“ ist einiges los. Das umtriebige Betreiberpaar Eva und Wolfgang Ehmeier haucht dem 650 Jahre alten Hof mit größeren und kleineren Projekten ordentlich Leben ein. Auf ihrem Hof halten die beiden Bauersleute Pferde, Kühe, Schweine, Hühner und einen Hund. Eva Ehmeier ist für die Hofkramerei verantwortlich, wo es Biolebensmittel, Bioreinigungsmittel und Naturkosmetika zu kaufen gibt – „einfach alles, was man braucht“. Außerdem beschäftigt sie sich mit altem Wollhandwerk, während ihr Mann Wolfgang nebenher ein Gartenplanungsbüro betreibt und sich für Arbeitspferde als klimaverträgliche Alternative zu schweren Maschinen einsetzt. Zusätzlich ist das „Hödlgut“ noch ein zertifizierter Demeter-Betrieb, befolgt also die strengsten Auflagen in der Biolandwirtschaft. „Demeter-Betrieb wird man wirklich nur aus Überzeugung“, sagt Eva Ehmeier. „Dafür können sich die Kunden dann wirklich sicher sein, dass alles liebevoll und nachhaltig produziert wurde.“ Wie sie das alles unter einen Hut bekommt? Eva Ehmeier lacht. „Mit genauer Planung und viel Unterstützung. Aber wir tun das alles gerne und mit viel Liebe. Ich würde es gegen nichts eintauschen wollen!“

„Hödlgut“
Adresse: Mitterbachhamer Straße 10,
4064 Oftering, Oberösterreich
Öffnungszeiten:
Dienstag 11.00–18.00 Uhr,
Donnerstag 17.00–20.00 Uhr,
Freitag 9.00–19.00 Uhr,
Samstag 9.00–13.00 Uhr
Website: www.hoedlgut.at
Telefonnummer: +43 664 40 44 929

Wien

Süßes und Scharfes in schönem Ambiente

Bei Franziska Schöggl im „dazu“-Hofladen in Wien liegt der Fokus auf feinen Senfen und Saucen, Honig und bunten Chilipasten. Die Spezialitäten kommen direkt vom Biohof Rohrauer im Burgenland, den Franziskas Bruder Georg Rohrauer gemeinsam mit seiner Frau Annemarie betreibt. „Wir sind eben ein richtiger Familienbetrieb“, sagt Franziska Schöggl. Benannt ist der Laden nach der Marke, die sich Georg und Annemarie Rohrauer für ihre Senfe, Saucen und Pasten ausgedacht haben: „dazu“, da man sie eben zum Essen dazu isst. Damit man dieses Essen gleich mitkaufen kann, werden im Hofladen auch Obst und Gemüse vom Hof der Familie sowie Brot, Milch, Marmeladen, Käse und Kräutertees von anderen Bauern angeboten. Seit fünf Jahren gibt es den Hofladen, seit drei Jahren leitet ihn Franziska Schöggl: „Ich habe den Laden übernommen, als mein Sohn drei Monate alt war. Zum Glück hatten die Leute Verständnis, wenn ich kurz ein Schild mit der Aufschrift ,Stille gerade, bin gleich wieder da‘ ins Fenster gehängt habe“, lacht die junge Mutter. Mittlerweile ist ihr Sohn im Kindergarten und verbringt nur noch den Nachmittag im Laden, doch Baby Nummer zwei ist bereits unterwegs. Ein richtiger Familienbetrieb eben!

„dazu“-Hofladen
Adresse:
Liechtensteinstraße 73/3, 1090 Wien
Öffnungszeiten:
Mittwoch und Donnerstag 11.00–18.00 Uhr,
Freitag 9.00–18.00 Uhr,
Samstag 9.00–16.30 Uhr
Website: www.dazu.at
Telefonnummer: +43 1 922 01 56

Wien

Feigengenuss mitten in Simmering

Mitten im Wiener Gemüseanbaugebiet, wo ringsherum Salat und Radieschen sprießen, betreiben Ursula Kujal und Harald Thiesz die erste und einzige Feigenplantage der Stadt. Das grüne Paradies mit der passenden Adresse „Am Himmelreich 325“ war einmal ein Pachtgrundstück mit alten Glashäusern. Heute wachsen auf dem Gelände und in den Glashäusern über 50 verschiedene Feigenarten neben Gemüse und Hunderten Kräutersorten. Frische Früchte und daraus hergestellte Chutneys, Aufstriche und Liköre kann man vor Ort ebenso kaufen wie Produkte anderer Biobauern. „Unser Verkaufslokal hat rote Wände und einen hellgrünen Boden“, beschreibt Ursula Kujal, „also genau die Feigenfarben.“ Kujal und Thiesz sind beide vom Fach – sie ist Gartenarchitektin, er unterrichtet an der Berufsschule für Gartenbau und Floristik. Ihr Fachwissen geben die beiden gerne weiter, denn Kunden können am Feigenhof auch mehrjährige Bäumchen erstehen. „Ich mache sogar Telefonberatung, weil so viele mit Fragen auf mich zukommen“, erzählt Kujal. Jenen, die lieber genießen als gärtnern, empfiehlt die Chefin den Feigenaufstrich mit Pinienrosmarin und Chili zu Antipasti oder zum Käseteller. Mahlzeit!

Der „Bio Feigenhof“
Adresse: Am Himmelreich 325, 1110 Wien
Öffnungszeiten:
Freitag 14.00–18.00 Uhr,
Samstag 10.00–17.00 Uhr
Website: www.feigenhof.at
Telefonnummer: +43 1 3187074

 

Burgenland

Bunte Vielfalt bei der Paradeiser-Kaiserin

„Zur Landwirtschaft bin ich aus Liebe gekommen – und als völlige Quereinsteigerin“, sagt Priska Stekovics. „Aber Quereinsteiger war mein Mann ja eigentlich auch.“ Die Kommunikationsfachfrau verliebte sich in den Landwirt Erich Stekovics, der eigentlich ausgebildeter Religionslehrer ist. Beide fanden ihre Berufung in der Landwirtschaft und sind heute für ihre kunterbunten Paradeiser, Knoblauch, Zwiebel und Chilis bekannt. „Wenn ich draußen auf den Feldern bin, bin ich glücklich“, erzählt Priska Stekovics. „Nicht nur mit meinem Mann, sondern auch mit der Arbeit.“ Das Paar baut rote, gelbe, grüne, schwarze, gestreifte und getupfte Paradeiser mit Namen wie „Grünes Zebra“ oder „Blondköpfchen“ an. Das frische Gemüse können KundInnen an speziellen „Erntetagen“ selbst vom Feld holen, verkosten und einlegen. Im Hofladen dagegen gibt es Ausgefallenes im Einmachglas zu kaufen – Zitronenchili, Salzgurken, Honig mit Gewürzen und natürlich die ganze bunte Tomatenvielfalt. Dazu kommen noch Ketchup, Essig und Paprikapulver, alles selbst gemacht. Ein Ausflug auf den Hof scheint sich zu lohnen: „Vergangenes Jahr hatten wir hier 30.000 Besucher“, freut sich Priska Stekovics.

„Stekovics“
Adresse: Schäferhof 13,
7132 Frauenkirchen, Burgenland
Öffnungszeiten:
Montag bis Samstag 10.00–17.00 Uhr.
Achtung: Die Öffnungszeiten ändern sich mit den Jahreszeiten!
Website: www.stekovics.at
Telefonnumme
r: +43 676 966 07 05

Steiermark

Speck und Co. vom „Sonnenschwein“

Im Örtchen Burgau in der Oststeiermark gibt es einen Biobetrieb, der sich mit artgerechter Tierhaltung überregional einen Namen gemacht hat: den Biohof „Labonca“ von Ulrike und Norbert Hackl. „Wir machen alles selbst: Zucht, Mast, Schlachtung, Verarbeitung und Verkauf“, erklärt Ulrike Hackl. Ihre „Sonnenschweine“ verbringen ihr Leben im Freien, wo sie auf 250.000 Quadratmetern Weide viel Platz zum Suhlen und Wühlen haben. Wenn die Tiere erwachsen sind, werden sie im eigenen Schlachthaus direkt auf der Weide geschlachtet. „So fallen der stressige Transport und die fremde Umgebung für die Schweine weg“, erklärt Ulrike Hackl. Salami, Speck, Schinken und Co. vom „Sonnenschwein“ kann man im Hofladen direkt am Burgauer Hauptplatz kaufen. Dort haben Ulrike und Norbert Hackl ein altes, leer stehendes Gasthaus gekauft und in ein Verkaufslokal umgewandelt. Auf 200 Quadratmetern kann man nun Fleisch und Wurst vom „Labonca“-Hof kaufen sowie Käse, Milch, Mehlspeisen und Brot von anderen Höfen. Und wer sich die „Sonnenschweine“ selbst ansehen will, kann an einer der wöchentlichen Betriebsführungen teilnehmen. Am „Labonca“-Hof hat man schließlich nichts zu verbergen.

Biohof „Labonca“
Adresse: Hauptplatz 6,
8291 Burgau, Steiermark
Öffnungszeiten:
Dienstag und Freitag 9.00–18.00 Uhr,
Mittwoch und Donnerstag 9.00–13.00 Uhr,
Samstag 9.00–17 Uhr
Website: www.labonca.at
Telefonnummer: +43 3383 3349

Fotos: Ursula Dünser, Jblematl, Karin Lohberger, Michael Reidinger, Maria Hollunder

Erschienen in „Welt der Frauen“ 0708/18