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Die Zukunft in die Hand nehmen

Die Zukunft in die Hand nehmen

Als Vorstandsdirektorin der Oberösterreichischen Versicherung ist sie in einer echten Männerdomäne unterwegs. Das soll nicht so bleiben, wenn es nach Kathrin Kühtreiber-Leitner geht.

Inwiefern sorgt sich die Oberösterreichische Versicherung um die finanzielle Zukunft und das Wohlergehen von Frauen?

Frauen sind in der Versicherung eine wichtige Zielgruppe. Deshalb haben wir eine Studie in Auftrag gegeben, in der wir abgefragt haben, wie Frauen über ihre Zukunft denken, ob sie sich gut abgesichert fühlen und ob sie sich über eine mögliche „Pensionslücke“ bewusst sind. Die Ergebnisse sind spannend, nämlich: Es gibt in diesem Bereich eigentlich kaum einen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Man kann also fast sagen, dass allen Oberösterreicherinnen und Oberösterreichern die finanzielle Absicherung, die Zukunft und die Flexibilität ein wichtiges Anliegen sind. Was uns sehr gefreut hat, war, zu sehen, dass in der Gruppe der 20- bis 39-jährigen Befragten bereits 50 Prozent eine finanzielle Absicherung für die Zukunft haben.

 

Wo liegt dann der Unterschied zwischen Männern und Frauen?

Im Grunde darin, wie veranlagt wird. Frauen sind etwas konservativer, Männer etwas risikoorientierter.

 

Welches Produkt empfiehlt man dementsprechend Frauen im Versicherungsbereich?

DAS Produkt für Frauen gibt es nicht. Wir arbeiten und beraten hier wirklich bedarfsorientiert und schauen uns das Umfeld unserer Kundinnen ganz genau an. Das kann ganz unterschiedlich sein. Die alleinerziehende Mutter eines Kindes braucht etwas anderes als eine Mutter, die verheiratet ist und viele Kinder hat. Wir schauen uns in jedem Fall an: Was kann sie auf die Seite legen? Wie viel ist hier möglich? Und wie kann es angelegt werden?

 

Sie sind als Frau in einer sehr männerdominierten Branche – gibt es Bestrebungen, das zu ändern?

Absolut. Das ist ein wichtiges Anliegen für uns. Wobei wir bei der Oberösterreichischen Versicherung im Innendienst bereits 41 Prozent Frauen beschäftigen. Wir bieten eine Reihe von Teilzeitmodellen an. Der Vertrieb ist klassisch männlich orientiert. Wir haben derzeit 10 Prozent Frauen, auf die ich sehr stolz bin, weil sie sehr erfolgreich, ehrgeizig und dienstleistungs- und kundenorientiert arbeiten. Hier möchte ich aber gerne den Frauenanteil noch ein wenig erhöhen, um eine gut gemischte Vertriebsmannschaft zu haben.

 

Das heißt, es ist eine historische Entwicklung, dass der Vertrieb ein klassischer männerdominierter Beruf ist?

Genau, weil früher hat man gesagt: „Was ist, wenn die Frau ein Kind bekommt? Was ist dann mit dem Kundenstock? Wer bedient dann die Kunden?“ Dieses Thema gibt es nicht mehr, weil wir dafür genügend Lösungen haben. Dass ein Kollege die Betreuung übernimmt oder zwei Mitarbeiter*innen für die Kunden zusammenarbeiten. Somit ist dieses Thema gelöst. Jetzt müssen sich nur die Frauen lösen und sich trauen. Denn im Vertrieb gibt es nicht mehr so geregelte Arbeitszeiten – wir müssen da sein, wenn unsere Kunden uns brauchen. Und das kann auch einmal am Abend oder am Wochenende sein.

 

Haben Sie vielleicht einen persönlichen Tipp für Frauen, um finanziell frei und unabhängig zu sein?

Ich setze stark auf die klassische Rentenversicherung, das heißt: langzeitig vorzusorgen und anzusparen. Man kann die Prämie auch einmal aussetzen oder aufstocken und weiß genau, was man in der Pension herausbekommt. Ich glaube, dass das eine ganz gute Systematik ist, um die Pensionslücke etwas zu verkleinern. Ich war vor kurzem bei einer Veranstaltung, wo die ältere Generation der jungen Generation der Frauen geraten hat: „Bitte glaubt nicht mehr, dass eine Heirat eure Vorsorge ist – das ist sie nicht! Kein Mann kann so schön sein, um auf die Freiheit zu verzichten!“ Das sagt eigentlich alles aus. Man muss selbst aktiv die Zukunft in die Hand nehmen.