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Mit einem Bündel Mut, einem Zelt und einem vollbepackten Fahrrad: So startete die 23-jährige Fredrika Ek ihren Streifzug um die Erde. Drei Jahre und 48.735 Kilometer später kehrt sie nun heim nach Schweden.

Ich bin keine Radfahrerin“, meint Fredrika Ek verwegen. Die Frau, die mit ihren heute 26 Jahren schon mehr Zeit im Sattel verbracht hat als die meisten in ihrem gesamten Leben. Zugegeben, sportlich war sie schon vorher, darf sie sich doch fünffache nordschwedische Meisterin im Tennis nennen. Das Fahrrad sei einfach ein praktisches Ding, mit dem man genau die richtige Mischung aus Sich-Fortbewegen und Hier-im-Moment-Sein hinbekomme. Dieses praktische Ding hat sie durch 44 Staaten getragen. Durch Wüsten, über Berge und in entlegene Dörfer. Am 8. März 2015 hatte die junge Schwedin „Hejdå!“ zu FreundInnen und Familie in ihrer Heimatstadt Sundsvall und „Hallo“ zum Rest der Welt gesagt.

Das Datum des Internationalen Frauentages hatte sie nicht zufällig gewählt. Denn ihr Projekt sollte kein Egotrip werden: „Ich wollte in die großartigen Bilder eintauchen, die ich von Ansichtskarten kannte. Aber das Ganze sollte auch für andere sinnvoll sein,“ sagt Fredrika Ek. Sie verband ihr individuelles Vorankommen mit jenem von Frauen, die in Armut leben. Im Vorfeld fand sie UnterstützerInnen, die für jede zehn-Kilometer-Etappe, die sie erstrampelte, 13 Euro an ActionAid spendeten. Das ist eine NGO, die sich vor allem für den Schutz von Frauen- und Mädchenrechten weltweit einsetzt. Über 77.000 Euro wurden so gesammelt.

Diesen wundervollen Sternenhimmel hat Fredrika im Salar de Uyuni, ebenfalls in Bolivien, aufgenommen. Was auf dem Bild aussieht wie Eis, ist eine über 10.000 Quadratkilometer große Salzfläche.
Dafür ist Fredrika besonders dankbar: Ihr Vater hat sie ein Stück des Weges begleitet. Hier sitzen die beiden zusammen beim Picknick in der marokkanischen Steppe.
Spontanbesuch in einer Schule in Bolivien. Die Kinder versammelten sich und waren sehr neugierig. Situationen wie diese hat Fredrika Ek oft erlebt.
Die Seilbahnen in La Paz, Bolivien, werden nicht, wie anderswo, nur von wandermüden TouristInnen genutzt. Vielmehr sind sie ein ganz normaler Teil des öffentlichen Verkehrs.
In den Anden von Peru traf sie sich mit einem schwedischen Kollegen. Die Gemeinschaft der Fahrrad-Abenteurer ist klein, man kennt sich über Instagram.
Auf dem Rückweg, in der Nähe von Zürich. Die Skandinavierin freut sich über den ersten Schnee.
Ein Selfie im australischen Outback. Das Fahrrad mit Gepäck hatte 85 Kilo, 30 davon waren Trinkwasser. Monatelang gab es nur flache Einöde und niemanden zum Reden. Fredrika: „Das war wohl die intensivste Zeit meines Lebens.“

Erschienen in „Welt der Frauen“ 04/18