Aktuelle
Ausgabe:
Konsum
03/24
Entgeltliche Einschaltung

Alternative für jede Kaufentscheidung – Das nachhaltigste Produkt haben wir schon zu Hause!

Alternative für jede Kaufentscheidung - Das nachhaltigste Produkt haben wir schon zu Hause!
Wolfgang Pfoser Almer (c) Enlumen

Die WeFair ist die größte heimische Messe rund um nachhaltigen Konsum. Im Gespräch erzählt Geschäftsführer Wolfgang Pfoser-Almer, was Nachhaltigkeit für ihn bedeutet und was ihm Anlass für Optimismus gibt.

Sie sind Geschäftsführer der größten Nachhaltigkeitsmesse Österreichs. Welche Entwicklung haben Sie im Bereich Nachhaltigkeit zuletzt beobachtet?

Mit all den Teuerungen in den letzten Jahren sind nachhaltige Produkte, speziell Bio-Lebensmittel, weniger teurer geworden als sogenannte „konventionelle“ Produkte. Das liegt daran, dass letztere meist von weit herkommen, bei der Anpflanzung mit Kunstdüngern und Pestiziden gearbeitet wird und, wenn es tierische Produkte sind, die Tiere
mit Antibiotika gefüttert werden und meist im Stall stehen. All das sind Dinge, die auf nicht erneuerbaren Energien fußen und viel Energie verbrauchen – und die bei Bio-Produkten verboten sind. Deshalb sind diese Produkte weniger von der Teuerung betroffen und jetzt meist sogar billiger. Auch beobachte ich, dass mehr und mehr Produkte nachhaltig gedacht werden, zum Beispiel Reisen. Das ist ein Bereich, der boomt.

Wo fangen wir am besten damit an, wenn wir unser Konsumverhalten zum Positiven, sprich: Nachhaltigen verändern wollen?

Das Wichtigste ist, weniger zu kaufen. Das nachhaltigste Produkt ist das, das man schon zu Hause hat. Denn meist wird die Umwelt bei der Herstellung am meisten belastet. Deshalb ist es so wichtig, das Leben eines Produktes möglichst zu verlängern: Kleidung nicht zu heiß zu waschen, nicht in den Trockner zu geben und Dinge zu reparieren,
wenn sie kaputt sind. Wenn man ein neues Produkt kauft, sollte man gut nachdenken, bevor man dies tut, und darauf achten, dass es reparierbar ist, es also beispielsweise Ersatzteile dafür gibt.

WeFair Wien 2023 (c) WeFair Max Roeder

Das Wort Nachhaltigkeit kommt uns häufig unter. Was bedeutet es für Sie?

Es bedeutet für mich enkelfit, fit für die Zukunft. Nachhaltig ist ein Verhalten dann, wenn es kein Ablaufdatum hat, sondern auch in 50 Jahren noch machbar ist und die Welt nicht zerstört.

Was wünschen Sie sich, in den BesucherInnen der Messe auszulösen?

Wir sehen uns als Unterstützung für die Ausstellenden. Das heißt, wenn ich eine Besucherin oder einen Besucher nach der Messe frage, was sie oder er für sich mit nach Hause nimmt, soll es das Wissen sein, wo man nachhaltige Alternativen zu allen Produkten beziehen kann. Die BesucherInnen sollen wissen, wo sie eine nachhaltig produzierte
Hose bekommen, wenn sie eine brauchen.

Gibt es beim nachhaltigen Konsumverhalten einen Unterschied zwischen Männern und Frauen?

Wir haben keine validen Zahlen dazu, aber wir haben grob ermittelt, dass etwa 65 Prozent der Besuchenden der WeFair Frauen sind. Ich glaube also schon, dass ein Großteil der Menschen, die sich mit nachhaltigem Konsum beschäftigen, weiblich ist. Und ich denke auch, dass Frauen grundsätzlich früher auf den Zug aufgesprungen sind. Aber zugleich bin ich mir sicher, dass das Thema heute auch mehr bei männlichen Konsumenten angekommen ist.

Sind Sie optimistisch, was unsere Zukunft als Konsumentinnen und Konsumenten betrifft?

Ich merke, dass viele Dinge besser werden. Dass, wenn wir einen Schwerpunkt setzen, die Menschen sich darauf einlassen, dass es einen Impact hat. Viele Menschen freuen sich, wenn sie für ihre Bedürfnisse eine nachhaltige Lösung präsentiert bekommen. Das merke ich. Und ich sehe, dass zumindest einige Dinge jetzt auch politisch in Bewegung kommen. Das Einwegpfand, das Klimaticket – das sind alles positive Entwicklungen. Wir sehen auch, dass, was unseren CO2-Ausstoß in Österreich betrifft, langsam die Kurve ein bisschen abflacht. Insofern bin ich vorsichtig optimistisch, dass wir die Dinge in den Griff kriegen. Aber um das zu schaffen, müssen wir alle noch etwas tun.

Wolfgang Pfoser-Almer ist Geschäftsführer der WeFair. Die Messe ist als gemeinnütziger Verein organisiert und wird dabei von drei NGOs beraten und getragen: Klimabündnis OÖ, Südwind OÖ und GLOBAL2000.

Alle Informationen rundum die WeFair

  • Teile mit:
  • Veröffentlicht: 18.03.2024
  • Drucken