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„Jetzt hilft nur ein Weihnachtswunder!“

Tausende Flüchtlinge warten im Zeltlager „Kara Tepe“ auf der griechischen Insel Lesbos auf ein faires Asylverfahren. Scheinbar werden sie von der europäischen Politik vergessen. „Welt der Frauen“-Leserin Dorothea Blancke will nicht wegsehen und engagiert sich direkt vor Ort.

„Die Hölle am schwarzen Hügel“ wird es genannt, das Flüchtlingslager „Kara Tepe“ auf der Ägäis-Insel Lesbos. Seit Oktober 2015 werden hier, rund 2,5 Kilometer von der Hauptstadt Mytilene entfernt, besonders gefährdete und traumatisierte Flüchtlinge aufgenommen – allen voran Familien mit Kindern, alleinstehende Frauen und unbegleitete Minderjährige. Seit Europas größtes Auffangzentrum, das umstrittene Lager „Moria“, im September 2020 in Folge eines Großbrands zerstört und evakuiert wurde, sind alle Schutzsuchenden im „Reception and Identification Center Kara Tepe“ untergebracht. Rund 8.200 Menschen fristen seither in Sommerzelten am Fuße des Hügels, direkt an der Küste, ihr Dasein. Journalistinnen und Journalisten, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte ist der Zugang zum Gelände untersagt. Zutritt haben nur registrierte NGOs und Ehrenamtliche, die vor Ort im Einsatz sind.

Eine von ihnen ist „Welt der Frauen“-Leserin Dorothea Blancke (59) aus Graz. Viele Jahre arbeitete die gebürtige Linzerin als Keramikerin in der Südsteiermark. Bis sie 2014 auf vier Flüchtlingskinder traf, die mit ihrem Vater in einer Unterkunft in der Nähe ihres damaligen Wohnorts Berghausen untergebracht waren und dort auf ihr Asylverfahren warteten. Die Mutter der Kinder war auf der Flucht in Moldawien verhaftet worden. Als überlegt wurde, den Kindern eine Psychotherapie zu bezahlen, setzte Blancke alle Hebel in Bewegung, um eine Familienzusammenführung in Österreich zu erwirken – das schien ihr sinnvoller. Und sie hatte Erfolg!

Gib mir deine Hand

Bald baten sie immer mehr junge Flüchtlinge um Unterstützung. Um die viele Arbeit stemmen zu können, suchte sie Mitstreiterinnen und Helfer, gründete den Verein „Gib mir deine Hand“ und sorgte dafür, dass in jeder Flüchtlingsunterkunft Deutsch unterrichtet wurde. Im Herbst 2015 koordinierte sie am Grenzübergang Spielfeld die Einsatzleitung für die Übersetzungsarbeit und konnte dank der Hilfe von „Soroptimistinnen“ Babynahrung, Windeln und Decken verteilen. 2016 stellte sie im Rahmen eines Sprachprojekts in Kooperation mit der FH Joanneum Graz sicher, dass alle Flüchtlinge mit Matura oder Studienerfahrung Deutschunterricht auf diesem Niveau bekamen. Auch Schulplätze und Lehrstellen vermittelte sie. Seit 2019 zeigt Blancke mit der Initiative „Fairness Asyl“ Missstände in Asylverfahren auf und steht Hilfe Suchenden beratend zur Seite. Im Mai 2020 wurde sie dafür mit dem „Ute Bock-Preis für Zivilcourage“ ausgezeichnet.

Dorothea Blancke in Kara Tepe

Frau Blancke, Sie engagieren sich seit Ende September ehrenamtlich im Flüchtlingslager „Kara Tepe“. Wie kam es dazu?
Ich bin bei den regelmäßigen Treffen, die die großen Non-Profit-Organisationen Caritas, Diakonie und UNHCR veranstalten, vertreten. Schon seit langem plädieren wir für die Evakuierung der griechischen Inseln, zuletzt mit einem „urgent letter“, einem dringlichen Schreiben, an die Politik. Doch dieser Dialog, der wichtig wäre, um Dinge zu verändern, wurde bisher abgeblockt. Als „Moria“ im September abbrannte – das Camp stand wegen mehrerer Corona-Fälle unter Quarantäne – ging die Polizei im Tumult mit Tränengas auch auf die Kinder los. Außerdem wurde den Menschen zwei Tage lang Wasser und Nahrung verwehrt, damit man sie gefügig macht und gegen ihren Willen in das neue Camp „Kara Tepe“ übersiedeln konnte.
Da reichte es mir! Ich flog nach Lesbos und bemühte mich um eine Kooperation mit der kleinen griechischen NGO „Home for all“. „Home for all“ wurde von einem griechischen Ehepaar gegründet: Nikos und Katerina. Als sie sahen, wie groß die Not ist, gaben sie ihre Taverna auf, eröffneten eine Großküche und gründeten die NGO. „Home for all“ ist in „Kara Tepe“ registriert. Nur deshalb dürfen wir uns tagsüber im Camp aufhalten. Seit ich mir selbst ein Bild von der Lage machen darf, bin ich sicher, dass die katastrophalen Zustände hier Teil eines politischen Spiels sind. Offenbar möchte man die Menschen damit abschrecken und so verhindern, dass sich Flüchtlinge nach Europa aufmachen. Abgesehen davon, dass Europa niemals auf solche Methoden zurückgreifen dürfte, gibt es keine empirischen Beweise, dass solche menschenunwürdigen Maßnahmen die Ankunft von Schutzsuchenden in Europa dezimiert.

Bei dem Inferno in „Moria“ wurden sechs mutmaßliche Brandstifter festgenommen, die laut Aussagen des griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis die Regierung erpressen wollten, um ihre Forderung nach ihrer sofortigen Umsiedlung von der Insel durchzusetzen.
Ich heiße diese Aktion keinesfalls gut, und falls es Schuldige gibt, sollen diese vor ein ordentliches Gericht. Dennoch handelt es sich bei dieser Version der Geschichte nur um die oberflächliche politische Betrachtungsweise. Tatsache ist, dass noch gar nicht geklärt ist, wie es wirklich zu den Bränden kam. „Moria“ war ursprünglich als Auffang-und Registrierzentrum für 3.000 Menschen konzipiert. In Spitzenzeiten wurden 22.000 Menschen hineingepfercht – bei schlechter Versorgung und sehr viel Korruption. Das Lager war also dramatisch überbelegt. Allein das ist ein Menschenrechtsbruch der Sonderklasse! Wir sind in der EU! Vier Jahre lang wurden die Leute drangsaliert, vielen NGOs die Hilfe vor Ort erschwert. Dass von 22.000 Flüchtlingen nur einige wenige ausgezuckt sind, ist psychologisch gesehen überraschend wenig. Wenn man Menschen so behandelt und misshandelt, darf man sich nicht wundern, wenn die Situation eskaliert.

Könnte es auch in „Kara Tepe“ bald soweit sein?
Die griechische Regierung will Härte zeigen und ab 31. Dezember 2020 auch die 1.200 Menschen, die bisher noch in Containern am Hügel von „Kara Tepe“ einquartiert sind, in das Sommerzeltlager an der Küste verlagern. Das ist Wahnsinn, denn im Zeltlager befinden sich jetzt schon 8.200 Menschen. Diese Entscheidung ist für niemanden nachvollziehbar. Auch die Einheimischen, die hier in „Kara Tepe“ mithelfen, sind entsetzt. Wie die Menschen auf diese geplante zusätzliche Belastung reagieren werden, weiß ich nicht. Ich habe versucht, bei der EU zu intervenieren, weil ich mit zwei engagierten EU-Parlamentariern, der Österreicherin Bettina Vollath und dem Deutschen Erik Marquardt, in Kontakt bin. Aber wie es aussieht, ist da nichts mehr möglich. Jetzt kann nur noch ein Weihnachtswunder helfen.

UNHCR stellte nach dem Brand in „Moria“ 1.000 Sommerzelte für „Kara Tepe“ zur Verfügung. Wie viele Menschen sind in einem Zelt untergebracht?
Im Normalfall teilen sich zwei Familien oder sieben bis acht Personen ein Zelt. Aufrecht stehen kann man darin nicht, Abstand halten – wie es wegen Corona wichtig wäre – auch nicht. Nachdem es im Lager bereits erste Covid-19-Fälle gibt, werden Infizierte, die bereits Symptome wie Husten und Fieber haben, in einem separierten Zelt isoliert und oberflächlich medizinisch behandelt. Darüber hinaus gibt es noch fünf Großzelte für die 1.200 unbegleiteten Minderjährigen. Zwei dieser Zelte sind mit Stockbetten ausgestattet, in den anderen drei liegen die Jugendlichen auf dem harten, kalten Planen-Böden, bedeckt mit dünnen grauen Decken. Um diese Behausung ein Stück weit menschenwürdiger zu gestalten, haben die Betroffenen Iglu-Zelte hineingestellt. So können sie wenigstens in Ruhe mit ihren Familien telefonieren und ein bisschen für sich sein! Gerade werden die Zelte „winterfest“ gemacht. Dafür wird der Boden unter den Zelten rund 20 Zentimeter tief ausgehoben und mit vier Paletten ausgekleidet, über die eine Pressspannplatte gelegt wird. Darauf sollen die Zelte stehen. Diese Vorkehrungen sind natürlich lächerlich, wenn man weiß, wie Pressspannplatten auf Nässe regieren. Und es regnet hier immer öfter!

Was ist mit den 55 Tonnen Hilfsgütern und den 181 Wohn- und Sanitärcontainern, die Innenminister Karl Nehammer im Frühling bzw. Herbst nach Griechenland geschickt hat? *
Die sind hier bis heute leider noch nicht angekommen. Die Hilfsgüter, so konnte ich in Erfahrung bringen, werden seit Monaten am Flughafen in Athen zwischengelagert. Die griechischen Behörden sagen, dass es erst eine offizielle EU-Ausschreibung geben müsse, damit geklärt werden könne, wer für den Weitertransport der Waren nach Lesbos zuständig sei. Diese schlechte Verwaltung, die so typisch für die EU ist, macht mich zornig, weil es rasches und effizientes Handeln ungemein erschwert. Abgesehen davon handelt es sich dabei um unsere Steuergelder! Das kreide ich auch unserem Innenminister an. Wenn man vor Ort helfen möchte, muss man Hilfsgüter direkt hinschicken!

Es geht um eine menschenwürdige Unterbringung von Schutzsuchenden.
Dorothea Blancke

Wie sieht mit Waschmöglichkeiten und Toiletten aus?
Es gibt Toiletten, aber viel zu wenige. Deshalb verrichten die Menschen ihre Notdurft auch in Gebüschen. Die ausgebuddelten Senkgruben, in denen das Abfallwasser schwimmt, werden mit Holzbrettern bedeckt, damit die Kinder nicht hineinfallen und ertrinken. Auch ein paar Kübelduschen sind vorhanden. Mit denen kann man sich einen Kübel mit kaltem Wasser über Kopf und Körper gießen. Diese Duschen – oder besser gesagt: Holzkästen mit Fetzenbehang – sind so eng, dass sich die Menschen schon draußen nackt ausziehen müssten, weil man drinnen keine Kleidung aufhängen kann, ohne dass sie nass wird. Deshalb waschen sich Männer und Kinder nach wie vor im Meer, obwohl es immer kälter wird und ihre Haut schon ganz verkrustet ist vom Salzwasser. Die Frauen sind extrem arm. Die meisten reinigen sich nur mit Feuchttüchern, die wir verteilen, weil sie sich im Camp nicht entkleiden wollen.

Wie schützen sich die Menschen vor Kälte und Nässe?
Sie haben mit ihren bloßen Händen oder den letzten verwendbaren Gegenständen, die sie aus „Moria“ retten konnten, Rinnen gegraben, damit das Regenwasser abfließen und nicht in die Zelte dringen kann. Das Schlimmste ist die Kälte. Viele Kinder rennen ohne Schuhe und Unterwäsche herum, weil passende Kleidung fehlt. Pro Tag wird nur eine kleine Mahlzeit ausgegeben, überreicht in einem Plastikbecher. Nicht einmal dieses Essen ist warm, weil die Caterer die Speisen ohne Wärmeboxen liefern. Um ihren Hunger stillen zu können, gehen die Kinder ans Meer fischen. Roh können sie die Fische nicht essen, deshalb machen sie Feuer. Diese kleinen Feuerstellen sind oft die einzige Möglichkeit, damit Mütter wenigstens ihre Babys warm baden können. Strom gibt es immer nur stundenweise.

Ist Feuermachen im Camp nicht verboten?
Doch, aber auch die Polizisten, die hier alles bewachen, machen keinen Mucks, weil sie wissen, dass die Menschen sonst unter extremem Hunger leiden. Um 17 Uhr ist es im Camp stockdunkel. Licht spenden dann nur noch Solarlampen, die manche im Zelt haben. Spätestens um 21 Uhr versuchen alle zu schlafen. Doch leicht ist das nicht, denn überall hört man hungrige Babys weinen und schreien. Deshalb erstellen wir gerade eine Liste, wie viele Kleinkinder dringend Milchpulver und Breis benötigen. Natürlich wäre es das Beste, wenn die Mütter ihre Kinder stillen würden. Aber wenn die Frauen selbst zu wenig zu essen haben und massiv unter Stress stehen, klappt es mit der Muttermilch nicht.

Werden in „Kara Tepe“ Babys geboren?
Ja, ich habe erst vor kurzem ein Neugeborenes gefunden, eingewickelt in dreckige Lumpen. Der Vater zeigte es uns, als wir etwas verteilten. Am nächsten Tagen haben wir es mit Strampler, Fläschchen, Popo-Creme und Babypuder ausgestattet. Viele fragen sich: Warum kriegen Menschen in so einer Situation überhaupt Kinder? Natürlich mangelt es hier an Aufklärung und an Verhütungsmitteln. Aber man muss das auch menschlich sehen: Wenn mein Mann oder meine Frau das Einzige ist, das mir noch Wärme schenkt, liegt es auf der Hand, dass man sich aneinander kuschelt und intim wird. Dass dabei auch Kinder entstehen, ist logisch. Das Bedürfnis nach Nähe ist enorm! Ich bin beeindruckt, wie liebevoll die Männer hier mit ihren Frauen und Kindern umgehen. Von patriarchalem oder aggressivem Verhalten sieht man wenig. Im Gegenteil: Die meisten sind extrem freundlich und bedanken sich, auch wenn man ihnen nichts geben kann. Sie sind einfach froh, dass wir hier sind.

Nehmen Sie bei den Menschen eine Apathie wahr?
Ja! Auffallend viele Kinder sitzen teilnahmslos herum, kratzen sich oft stundenlang auf der Haut oder zupfen sich an den Haaren. So ein autistisches und depressives Verhalten schlägt bei jedem Psychologen Alarm! Ich habe noch nie so viele traurige Kinder auf einem Haufen gesehen. Viele werden auch total hemmungslos. Sie überfallen dich richtig, springen dich an: „Bitte, kann ich einen Schreibblock und Stifte haben?“ Sie kennen keine Grenzen. Wie auch? Sie sind sich selbst überlassen und haben keine Ordnung, keine Struktur, keinen Tagesablauf. Doch es gibt auch Positives. In dem „district“, den ich beaufsichtige, gibt es zum Beispiel einen Afghanen namens Abud, der jeden Tag mit 20 Kindern bastelt, malt und spielt. Es gibt auch kleine Schulgruppen. „Home for all“ und wir unterstützen das. All diese Mikro-Projekte tragen nämlich dazu bei, dass die Kleinen auch Freude erleben.

Ich bin dankbar für diesen zivilgesellschaftlichen Schulterschluss.
Dorothea Blancke

Wie bringen Sie sich ein?
Aktuell gehören zum Team von „Home for all“ aus Österreich Helga Longin, Fayad Mulla und ich. Wir erledigen verschiedenste Aufgaben: Einkaufen, Kochen, Essen verpacken und ausliefern, Sachspenden sortieren, Frauen-und Baby-Packages herrichten, Listen erstellen etc.
Außer in der Küche packen wir überall mit an. So liefern wir jeden Tag 500 Mahlzeiten für Diabetikerinnen und Diabetiker ins Camp. „Home for all“ versorgt aber auch 130 alleinerziehende Frauen und Kinder, die Großteils auf der Flucht vergewaltigt wurden, mit warmem Essen. Ebenso jene 40 Menschen, die abgeschoben werden sollen und derweil im Gefängnis sitzen.
Unterstützt werden wir von der österreichischen Hilfsorganisation „Bauern helfen Bauern“. Georg Jachan organisiert momentan die Transporte. Und „Gea“-Geschäftsführer Heini Staudinger schickte uns 120 Paar Winter-Schuhe. Auch die Partei „Der Wandel“ und andere Gruppierungen initiieren Transporte. Ich bin dankbar für diesen zivilgesellschaftlichen Schulterschluss.

Wo wohnen Sie während Ihres Aufenthalts auf Lesbos?
Ich habe mir mit Helga Longin und Fayad Mulla bis Ende Februar ein kleines Haus um 700 Euro angemietet. Zu dritt ist das leistbar. Dort kann ich in Ruhe meine Büroarbeit erledigen und Telefonate mit NGOs führen. Dort muss ich jeden Abend auch meinen persönlichen Lock-Down machen und gut auf mich selbst schauen, sonst geht man unter. Ich bleibe voraussichtlich, mit kurzen Unterbrechungen, bis Ende Februar auf Lesbos. Über Weihnachten bin ich zuhause.

Und womit finden Sie Ihr Auskommen? Ihr Engagement ist doch ehrenamtlich.
In den vergangenen Jahren war ich im „Forum Stadtpark“ in Graz geringfügig beschäftigt. Familie und Freunde steuerten so viel bei, sodass ich jeden Monat auf 960 Euro kam. Demnächst werde ich zum Glück beim Verein „Flüchtlingshilfe refugee assistance Doro Blancke“ angestellt, bei dem innige Freunde von mir im Vorstand sind – darunter der Innsbruck Bischof Hermann Glettler **, der Menschenrechtsexperte Professor Wolfgang Benedikt, die Leiterin der Kinder-und Jugendpsychiatrie am LKG Graz, Primaria Katharina Purtscher, der Asylexperte Christoph Riedl von der „Diakonie“ und die Präsidentin des „Forum Stadtpark“ Heidrun Primas, die Obfrau des Vereins ist. Sie alle unterstützen meine ehrenamtliche Arbeit seit Jahren und meinen: „So kann es nicht weitergehen!“

In wenigen Tagen feiern wir Weihnachten. Was ist ihr sehnlichster Wunsch?
Dass wir Christinnen und Christen uns auf die Ankunft von Gottes Sohn vorbereiten, indem wir uns bewusst machen, dass die Herbergssuche von damals auch heute stattfindet. Alle, die das ernst nehmen, ersuche ich, ihre Herzen für die Liebe zu öffnen. Es geht nicht um die Aussage „Wir können nicht alle aufnehmen“. Es geht um eine menschenwürdige Unterbringung von Schutzsuchenden bis zur Entscheidung ihrer Asylverfahren.

* Die Katholische Aktion schrieb am 16. Dezember 2020 einen Brief an Kanzler Sebastian Kurz und Innenminister Karl Nehammer: „Setzen Sie ein vorweihnachtliches Zeichen und eröffnen Sie Flüchtlingen aus Moria die Chance auf ein menschenwürdiges Leben“.

Auch die Katholische Frauenbewegung setzt sich für gelebte Demokratie, für Miteinander statt Gegeneinander, Dialog statt Spaltung, die Bündelung von Kräften im Sinne des Wohles aller ein. Ihr besonderer Appell gilt angesichts der aktuellen Herausforderungen in der Flüchtlingsfrage in Europa der Politik in Österreich und anderen europäischen Ländern, Macht- und Wirtschaftsinteressen hintanzustellen und menschenwürdig zu handeln, d.h. das Flüchtlingselend, wie es derzeit etwa auf der griechischen Insel Lesbos herrsche, raschest zu beenden und Menschen aufzunehmen. EU-Plänen zu einer Reform der bisherigen Asylpolitik, die das Asylrecht und Menschenrechte von Schutzsuchenden einschränken könnte, erteilen die Frauen eine Absage:  Hand in Hand für Menschenwürde und Demokratie

**Bischof Glettler besuchte im Dezember Kara Tepe und sprach von einem: „Bewussten Hinschauen auf einen der größten humanitären Katastrophenschauplätze Europas“.

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