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Wie finde ich Frieden in mir?

Frieden finden ist nicht so leicht. Aber es lohnt sich, ihn zu suchen. Eine meditative Hilfe.

Frieden finden ist nicht so leicht. Aber es lohne sich, ihn zu suchen – im eigenen Inneren, sagt die Theologin Elisabeth Koder. Denn wer in Einklang und Harmonie mit sich selbst leben könne, finde Frieden auch in seinen Beziehungen nach außen, den gegenwärtigen und den vergangenen.

Mein Anliegen ist es, Menschen an den Grund und an das Ziel ihres Lebens heranzuführen, damit sie ihre eigene Würde erkennen und so Frieden finden im Raum des Herzens, wo Gott wohnt.
Elisabeth Koder

Übung 1: Frieden finden im eigenen Leben

Das Leben besteht aus Nehmen und Geben. Um sich dies zu veranschaulichen, zeichnen Sie zuerst Ihre Lebenslinie auf ein Blatt Papier und unterteilen Sie diese Linie in Sieben-Jahres-Abschnitte. Zeichnen Sie anschließend zu jedem Jahr, in dem Sie vom Leben beschenkt wurden, ein Päckchen. Im zweiten Schritt malen Sie überall dort, wo Sie gegeben haben, eine Hand. Anschließend können Sie aufschreiben, was Ihnen heute Freude bereitet hat und wem Sie heute danken möchten. Nehmen Sie die „Zu-frieden-heit“ wahr, die Sie erfüllt?

Übung 2: Die Friedensgebärde (nach Rüdiger Maschwitz)

Die folgende Gebärde ist eine Übung aus der Tradition des Herzensgebets. Stellen Sie sich dafür mit beiden Beinen aufrecht und stabil hin. Ihre Arme hängen locker und entspannt neben dem Körper herunter. Legen Sie dann Ihre rechte Hand auf Ihren Unterbauch und sprechen Sie folgende Worte inwendig oder laut zu sich selbst: „Frieden meinem Körper.“ Halten Sie in dieser Position ein wenig inne und erfühlen Sie die Wirkung dieses Satzes. Legen Sie dann Ihre linke Hand auf Ihren Brustraum und sprechen Sie – inwendig oder laut –: „Frieden meiner Seele.“ Verweilen Sie auch hier und beobachten Sie, was dieser Satz in Ihnen tut. Lassen Sie dann beide Arme seitlich über Ihren Kopf wandern und bilden Sie mit Ihren Händen ein Dach über Ihrem Haupt. Ihre Hände berühren dabei den Kopf. Sagen Sie inwendig oder laut: „Frieden meinen Gedanken.“ Strecken Sie abschließend Ihre Arme zur Decke und öffnen Sie Ihre Hände, als empfingen Sie ein Geschenk des Himmels. Lassen Sie dann Ihre Arme wieder seitlich zur Erde wandern und sprechen Sie: „Frieden der ganzen Welt.“ Im Frieden mit dem Kosmos schließen Sie auch Ihre Verstorbenen mit ein.

Übung 3: Schalom atmen

Das hebräische Wort „Schalom“ bedeutet Frieden, Heil, Wohlergehen. Setzen Sie sich aufrecht wie eine Königin oder ein König auf einen Stuhl und nehmen Sie die Berührung Ihrer Füße mit dem Boden wahr. Spüren Sie Ihr Gesäß auf dem Stuhl, und spüren Sie, wie Ihre Kleidung die Schultern berührt. Lassen Sie Ihren Atem kommen und gehen, so wie er Ihnen jetzt geschenkt ist. Nehmen Sie ein paar Atemzüge wahr, ohne sie zu bewerten. Verteilen Sie dann die Silbe „Scha“ auf den Ein-Atem und „lom“ auf den Aus-Atem. Wiederholen Sie das für einige Minuten. So werden Sie Teil eines Netzwerks, das sich wie ein Pilzgeflecht im Boden für Frieden und die Liebe zum Leben einsetzt – im umfassenden Sinn. Sie können auch draußen in der Natur der Schöpfung „Schalom“ zuatmen.

Elisabeth Koder (66) ist Theologin, Meditations- und Kontemplations­lehrerin (Via Cordis), Lebensberaterin (Logotherapie) und Geistliche Begleiterin in der Erzdiözese Salzburg.

Ihr Angebot:
Schweigezeiten im Geistlichen Zentrum Embach und auf ihrem Arche Hof Vorderploin
Einführungen in die Kontemplation im Bildungshaus St. Virgil

 

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