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Die Schürzen lüften

Was ist der Unterschied zwischen Vulva und Vagina und wo versteckt sich eigentlich der mysteriöse G-Punkt? Die Kabarettistinnen „Vaginas im Dirndl“ klären bei musikalischen Aufklärungsabenden für Erwachsene alle offenen Fragen.

Drei Frauen in himbeerroten Dirndln, die medizinische Fachbegriffe jodeln, dreistimmig die Vulva besingen und in lustigen Szenen die Anatomie der Frau erklären – das sind die „Vaginas im Dirndl“. Hinter dem frechen Namen steckt ein kreatives Gespann: Die Theaterregisseurin Sina Heiss aus Tirol, die Sängerin Anna Anderluh aus Kärnten und die Musical­darstellerin Ursula Anna Baumgartner aus Oberösterreich. In kurzen Szenen und selbst komponierten Liedern thematisiert das Trio Gleichberechtigung, Schönheitswahn und die weibliche Anatomie, die selbst Erwachsene noch oft nicht verstehen. Die „Vaginas im Dirndl“ treten für intime Gerechtigkeit und selbstbestimmte Sexualität ein, stellen unangenehme Fragen und erklären ein Körperteil, über das viel zu gerne geschwiegen wird. Das Ergebnis ist keine schrille Show, sondern ein Stück, das gleichermaßen zum Nachdenken wie zum Lachen anregt.

Ihr nennt euch „Vaginas im Dirndl“ – warum eigentlich?
Vaginas im Dirndl: Die „Vaginas im Dirndl“ wurden von Sina Heiss und Franziska Fleischanderl ursprünglich als Duo gegründet. Wir hatten damals die Idee, die Themen aus den „Vagina-Monologen“ von Eve Ensler neu aufzubereiten. Franziska, die heute nicht mehr dabei ist, war Volksmusikantin, und so ergab sich diese Kombination von Sexualität und alpenländischer Tradition. Wir haben schnell gemerkt, dass sich Leute aus Österreich und Bayern durch den Namen erheitert oder provoziert fühlen. Uns ist das recht, denn so werden sie neugierig und kommen zu unseren Auftritten.

„Das da unten“, „zwischen den Beinen“, „Bikinizone“ – vielen Frauen fehlt die Sprache, um ihr Geschlecht zu benennen. Glaubt ihr, dass das Auswirkungen auf das Lustempfinden hat?
Im Stück sagen wir: „Was nicht benannt wird, existiert auch nicht.“ Wenn man über Körperteile nicht spricht, ergeben sich Leerstellen. Und die Vagina oder Vulva als Leerstelle ist etwas sehr Trauriges. Man soll und darf sie benennen! Wir machen das, indem wir die Fachbegriffe jodeln und erklären, was der Unterschied zwischen Vagina und Vulva ist. Viele wissen das gar nicht! Die Vulva ist der sichtbare Teil mit den Schamlippen und dem Kitzler. Die Vagina ist der Schlauch, der zum Uterus führt. Diesen Unterschied versuchen wir auf der Bühne lustig zu erklären. Es muss aber natürlich nicht jeder die Fachbegriffe verwenden. Wir laden die Leute auch dazu ein, sich Gedanken über Fantasienamen zu machen.

Abwertende Bezeichnungen für die Vagina, wie Pussy oder Fotze, werden vor allem von Jugendlichen oft als Schimpfworte verwendet. Wie wirkt sich das auf den Selbstwert von Mädchen und jungen Frauen aus?
„Du bist eine Pussy!“ heißt ja „Du bist schwach“. Das ist spannend, denn umgekehrt sagt man: „Du hast Eier!“, wenn jemand stark und mutig ist. Diese Sprache unterscheidet unbewusst zwischen Mann und Frau und damit zwischen Stärke und Schwäche. Wir versuchen, das aufzuzeigen. Es ist aber sicher keine Lösung, Jugendlichen Begriffe zu verbieten. Stattdessen sollten wir uns auf Bewusstmachung und Aufklärungsarbeit konzentrieren.

Lesen Sie das ganze Interview in der Printausgabe.

Liebe Frauen, nehmt einen Spiegel und seht euch selbst an!
Vaginas im Dirndl

Erschienen in „Welt der Frauen“ 0708/18