Was bedeutet Heimat, wenn man mit Kind und Fahrrad die Welt bereist? Jahrelang lebte Jasmin Böhm mit ihrem Sohn als Nomadin.
Der Tag, der alles veränderte, liegt fast sechs Jahre zurück. Damals jonglierte Jasmin Böhm drei Jobs und schrieb ihre Doktorarbeit in Kunstgeschichte. Wenn sie ihren Sohn Emil am Abend von ihrer Großmutter abholte, schlief er meist schon auf dem Heimweg ein. Als er eines Tages nach der Kita nicht mehr mit ihr nach Hause wollte, traf sie das mitten ins Herz. Ihre Oma nahm Emil zu sich, während Böhm – weinend in der Badewanne liegend – ihr Leben grundlegend hinterfragte. Ihrer verstorbenen Mutter hatte sie versprochen, ihren Träumen zu folgen, doch was war daraus geworden? Früher war Böhm am liebsten draußen in der Natur und auf Reisen gewesen, nun verschlang der Alltag ihre gesamte Energie.
Und das Schlimmste: Sie hatte kaum noch Zeit für ihren Sohn. An jenem Tag fasste sie den Entschluss, ihre Jobs zu kündigen. Ihr wurde bewusst: Das Wichtigste ist nicht materieller Besitz, sondern Zeit mit dem eigenen Kind zu verbringen. Statt im Hamsterrad des Alltags zu funktionieren, wollte sie Emil andere Länder und Kulturen zeigen.
