Schule prägt, wer wir werden, welche Berufe uns zugetraut werden und welche Rolle wir später in der Gesellschaft einnehmen. Ein Blick in Klassenzimmer, Lehrerzimmer und Statistiken zeigt: Manche Muster halten sich hartnäckig über Generationen hinweg.
Österreichs Schulen sind weiblich geprägt – zumindest auf den ersten Blick. Im Schnitt sind 73 Prozent aller Lehrenden in Österreich Frauen. An Volksschulen liegt der Anteil sogar bei 92 Prozent, an AHS bei rund 60 Prozent, an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen bei 55 Prozent. An technisch-gewerblichen Schulen sind es hingegen nur 30 Prozent. Ein klares Muster wird sichtbar: Je jünger die Kinder, desto weiblicher das Lehrpersonal, je technischer die Ausbildung, desto männlicher. An den Hochschulen ändert sich daran nur langsam etwas: Der Frauenanteil unter den Lehrenden stieg zwischen 2013/14 und 2023/24 von 39,7 auf 44,4 Prozent.
Rollenbilder statt Aufbruch
Klassische Rollenbilder werden also in der Schule vorgelebt und so an die nächsten Generationen weitergegeben. Diese Verteilung ist nicht zufällig, sondern beruht auf gesellschaftlichen Zuschreibungen: Care-Arbeit mit jüngeren Kindern gilt traditionell als weiblich, technische und akademisch höher angesiedelte Bereiche eher als männlich. Das Schulsystem bildet somit vor allem ab, was ohnehin schon gilt – statt bestehende Rollenbilder systematisch aufzubrechen.
