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Versteckte Leckerbissen

In der Fastenzeit haben die Menschen immer schon gerne ein bisschen geschwindelt, Fleisch ideenreich verpackt und versteckt. Wohl im Glauben daran, der liebe Gott würde den verborgenen Speck schon nicht bemerken.

Wenn Sie jetzt schon unbändigen Appetit auf Osterschinken haben – hier ein Rezept für eine sanfte Annäherung. Der Teig für diese mit Schinken und Erdäpfeln gefüllten Tascherln ist ein ganz einfacher Brandteig. Ich wundere mich, dass er nicht „berühmter“ ist, denn im Vergleich zu Nudelteig ist dieser schnelle Brandteig viel einfacher und unkompliziert herzustellen. Er hat eine seidig-elastische Konsistenz und lässt sich super bearbeiten. Ich möchte sogar sagen, es ist das pure Vergnügen mit ihm. Und bei aller Schlichtheit schmeckt er auch noch gut. Ein großer Vorteil ist zudem, dass er im Vergleich zu Nudelteig durchaus etwas dicker geraten darf, er ist dann immer noch weich und angenehm mollig im Mund.

Schinkentascherln

4 Portionen (ca. 20 Stück)
Teig:
250 ml Wasser
20 g Butter
1 Prise Salz
150 g Mehl

Außerdem:
100 g Butter
1 Bund Schnittlauch, geschnitten


Fülle:
200 g gekochter Schinken (oder Selchfleisch)
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 gekochter Erdapfel (ca. 150 g)
2 EL Butter
Muskat
Salz
Pfeffer

Wasser mit Butter und Salz aufkochen, Mehl einrühren. Masse unter Rühren kurz rösten, in eine Schüssel geben, zugedeckt kurz überkühlen lassen.
Schinken fein hacken (Moulinette). Zwiebel und Knoblauch fein hacken und in 1 EL Butter anschwitzen. Erdapfel schälen und zerdrücken. Schinken mit Zwiebel, Erdapfel und übriger Butter vermischen, mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
Den noch warmen Teig kurz durchkneten, auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. 3 mm dick ausrollen. Scheiben (Ø ca. 8 cm) ausstechen, mit Schinkenmasse füllen, zu Halbmonden zusammenklappen, Ränder gut zusammendrücken.
Tascherln in Salzwasser leicht wallend kochen, bis sie an die Oberfläche steigen; das dauert nur wenige Minuten.
Butter erhitzen, bis sie bräunt und nussig duftet. Tascherln mit brauner Butter und Schnittlauch bestreut anrichten.
Dazu passt Blattsalat.

„Mozzarella in Carrozza“ ist so etwas wie „Armer Ritter“ auf Italienisch. Seinen Ursprung hat der warme Snack in Kampanien, der Heimat des Mozzarella. Die „Carrozza“ wird als „Wagen“ oder „Kutsche“ übersetzt. Das in Ei getränkte Brot wird so zum Transportmittel für den milchig-süßen Frischkäse, der beim Erhitzen so köstliche Fäden zieht. Im Rezept, das ich in meinem „Grande libro della cucina italiana“ gefunden habe, wird lediglich eine Scheibe Mozzarella zwischen zwei Scheiben Weißbrot gepackt, das Ganze in verschlagenes Ei getaucht und in Öl knusprig gebacken. Wie es mit beliebten Speisen oft ist, erfindet der an Abwechslung interessierte Mensch gerne allerlei Variationen. Ich finde die mit Prosciutto und Basilikum sehr ansprechend, die beiden Zutaten geben dem Gericht einen würzigen Impuls und schlagen zugleich eine Brücke in den Norden Italiens.

Mozzarella in Carrozza

Mozzarella in Carrozza

4 Portionen
16 Scheiben Weißbrot (Baguette oder Ciabatta)
250 g Mozzarella
120 g Prosciutto (dünn
geschnitten)
3–4 Eier
1 Bund Basilikum
Salz, Pfeffer
Olivenöl

Mozzarella in 8 Scheiben schneiden, mit je einer Scheibe Schinken umwickeln. Zwischen zwei Weißbrotscheiben legen, fest andrücken.
Eier verschlagen, Brote in den Eiern wenden, in heißem Olivenöl beidseitig goldgelb backen.
Sofort verspeisen.

Tipp: Man kann dafür gut und gerne Brot vom Vortag nehmen. Ist es schon sehr trocken, empfiehlt es sich, die Brotscheiben vor der Eitauche mit etwas Milch zu beträufeln und kurz ziehen zu lassen.

Barbara Haiden

Barbara Haiden

kocht gerne mit Gemüse und fragt sich
beim Blick in den Vorratsschrank:
Wer soll das alles essen?

Foto: Alexandra Grill

„Welt der Frauen kocht“

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