Im Netz teilen Männer Anleitungen, Videos und Tipps zu Vergewaltigungen an ihren Partnerinnen. Recherchen zeigen: Dahinter steckt kein Einzelfall, sondern ein internationales Netzwerk.
62 Millionen. So viele Männer haben allein im Februar eine Website aufgerufen, die sie anleitet, wie sie ihre Frauen oder Freundinnen im Schlaf vergewaltigen. Auf der Seite teilen die Männer Tipps, filmen ihre Taten, schicken sie sich gegenseitig.
Es ist eine Geschichte, die man seit 2024 immer wieder hört. Denn in dem Jahr wurde der Fall von Gisèle Pelicot bekannt, die von ihrem Ehemann und 70 weiteren Männern mehr als 200 Mal im Schlaf vergewaltigt wurde. Gisele Pelicot machte ihre Verhandlung öffentlich, wollte, dass „die Scham die Seite wechselt“. Pelicots Ehemann hatte sich in dem Chatroom mit dem Namen „Without her Knowledge“ mit all den anderen Männern verbunden. Die Täter arbeiteten unter anderem als Feuerwehrmann, Krankenpfleger, Journalist, Soldat, Gefängniswärter, Lkw-Fahrer, Kommunalpolitiker, Metzger, DJ, Lager- oder Fabrikarbeiter, Kantinenangestellter, Installateur, Bauarbeiter oder Sporttrainer. Die gesamte Welt verfolgte den Fall mit.
Was damals ein schockierender Ausnahmefall zu sein schien, wurde seither immer wieder aufgedeckt — von Polizist:innen und vor allem Journalist:innen. Sowohl in Europa als auch in den USA.
Ein Netzwerk im Verborgenen
So auch der aktuellste Fall, den CNN ans Licht gebracht hat. Auf einer Website werden Videos von Vergewaltigungen geteilt. In einem dort verlinkten Chatroom diskutieren Männer offen über Drogen und Schlafmittel. Diese werden online bestellt oder in der Apotheke geholt. Die Männer geben sich gegenseitig Tipps zur Dosierung. Mischen sie in den Tee, den sie ihrer Frau zubereiten, während diese auf der Couch sitzt. Manche verdienen Geld, indem sie die Taten über Live-Streams teilen.
„Wenn man nach der statistischen Anzahl geht, besser keine Beziehung mit einem Mann eingehen.“
