Die Sorgen um Kinder und Jugendliche wachsen. Erste Social-Media-Verbote sind geplant, doch es braucht mehr als das. Was wir von Finnland lernen können und was jede:r Einzelne tun kann.
Kinder und Jugendliche verbringen zu viel Zeit am Handy, können sich nicht mehr konzentrieren, vergleichen sich mit anderen und lassen sich von süchtig machenden Algorithmen mitreißen. Aus Kinder- und Jugendschutzgründen ist nun auch in Österreich ein Social- Media-Verbot für Kinder und Jugendliche geplant. Darüber hinaus läuft eine EU-weite Maßnahme zur Beschränkung der Medienzeit.
Finnland als Vorbild
Das alles sind Schritte in die richtige Richtung, sie sind aber nicht ausreichend. Es braucht auch strengere Regeln für Techkonzerne, psychologische Unterstützung – wie in Australien – für Jugendliche, die sich ein Leben ohne Social Media nicht vorstellen können, und mehr Medienkompetenz für Kinder und Erwachsene. In Finnland finden Medienkompetenztrainings beispielsweise schon im Kindergarten statt.
„Meine Nichte hat Snapchat auf ihrem Handy gelöscht, weil es ihr zu stressig war – großartig!“
Auch in Österreich gibt es tolle Initiativen: handyfreie Schulklassen für eine gewisse Zeit, ein Salzburger Gymnasium, das ab Herbst eine erste Klasse komplett ohne Smartphones – auch in der Freizeit – plant, oder Elterninitiativen, die sich für einen digitalen Leitfaden für den Umgang mit Schultablets einsetzen.
Auch wir Erwachsene lassen uns von Algorithmen mitreißen, aber wir entscheiden, wie wir mit unserem Handy umgehen und ob wir bei unseren Kindern TikTok ab 13 Jahren freigeben. Mein Mann und ich haben unserer 15-jährigen Tochter TikTok und Snapchat nicht freigegeben. Meine Nichte hat Snapchat auf ihrem Handy gelöscht, weil es ihr zu stressig war – großartig! Mag sein, dass unsere Tochter bei Freund:innen mitschaut. Auf ihrem Handy jedenfalls nicht.
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