Zwei Frauen, zwei Wege: Evelyn sucht in Affären nach Freiheit, Luise findet im Betrug den Mut zur Trennung. Was bringt uns dazu, Menschen zu betrügen, die wir lieben?
Als Evelyn* mit 36 beginnt, ihr Leben zu hinterfragen, steht sie an einem Wendepunkt. Die Ehe läuft seit einigen Jahren nicht mehr rund, die Leidenschaft ist versiegt und ihre Gespräche drehen sich vor allem um ihr gemeinsames Kind. In dem Ort, in dem sie leben, fühlt sie sich nicht wohl. Sie ist unendlich einsam. Damals kann sie nicht benennen, wieso sie sich so erschöpft und leer fühlt. „Wir haben gemeinsam beschlossen, neue Abenteuer zu suchen, um unser Sexleben wieder in Schwung zu bringen“, erzählt sie. Erst gehen sie zusammen in Swingerclubs, später treffen sie sich mit anderen Paaren.
„Wir haben immer wieder darüber gesprochen, dass es kein Betrug ist, wenn der Partner dabei ist. Aber mich reizte das Erlebnis allein. Ich wollte mich ausleben.“ Als sich einer der Männer nach dem Treffen zu viert bei ihr meldet, trifft sie sich heimlich mit ihm. „Ich hatte das Bedürfnis meinem Mann gegenüber einmal ausgesprochen, und er meinte damals: Solange du es mir nicht sagst, hast du meinen Segen. Also hatte ich nicht das Gefühl, etwas falsch zu machen.“ Sie beginnt eine Affäre. Als diese Beziehung ausläuft, trifft sie einen neuen Mann, lässt sich auf ihn ein, verliebt sich. Ihrem Ehemann sagt sie davon nichts. Es ist aufregend und der neue Mann gibt ihr das Gefühl, ihr alles geben zu können, was sie für ihr Glück braucht.
