Seit sie denken können, stehen die Schwestern Ringl in ihrer Fleischhauerei in Wien. Für die moderne Kundschaft lassen sie sich einiges einfallen, die Arbeitsbedingungen aber sind altertümlich hart.
„Ich gebe Ihnen meine Schwester“, sagt Monika Ringl am Telefon. Denn Claudia Ringl, die Jüngere, ist die Extrovertierte. Diejenige, die redet, diejenige, die auf den meisten Fotos abgebildet ist, die lustige Instagram- und Facebook-Postings veröffentlicht und lachend zwischen zwei Schweinehälften auf dem Flyer hervorschaut, der ein spezielles Kursangebot ankündigt, auf das wir später noch zurückkommen werden.
Die Fleischhauerei Ringl in der Wiener Gumpendorferstraße ist ein Unikum, sie ist in der Stadt bekannt, denn der Laden wirkt auf skurril-liebevolle Art wie aus der Zeit gefallen – eine richtig traditionelle Metzgerei, wie es früher viele gab, geleitet aber, und das ist nicht ganz so gewöhnlich, von zwei Schwestern und gelernten Fleischermeisterinnen.
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