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Schlechte Vorsätze

Dieses Jahr gibt es keine sogenannten „guten“ Vorsätze. Was wären denn dann schlechte Vorsätze? Jene guten, die man wieder nicht umgesetzt hat oder gar jene, die nicht realitätsfremd und selbstoptimierend sind sonst wie jedes Jahr? Ich denke letzteres und beschließe hiermit ein paar „schlechte“ Vorsätze: Erstens werde ich so viel oder so wenig prekär künstlerisch dahinarbeiten, wie es mir gerade in den Sinn kommt. Mein Wiedereinstieg wird ein fließender sein und ich phantasiere jetzt schon von tollen Projekten, Vorträgen und meinem Neustart an der Schule. Zweitens werde ich meinen alternden Leib einfach nur wertschätzen, ich finde mit allem, das der schon geleistet hat mit seinen fast 40 Jahren, hat er sich das redlich verdient! Und außerdem hoffe ich noch auf viele Jahre gute Kooperation, da will ich mir die Zusammenarbeit nicht durch Irrsinniges wie unnötige Sportqualen oder geistloser Hungerei verscherzen. Drittens ist mein schlechtester Vorsatz vielleicht gar keine Vorsätze mehr nötig zu haben, weil ich sowieso das Leben lebe wie es daherkommt und gelebt werden will.

Susi Nagele-Krautgartner

wurde 1982 geboren und lebt mit Mann und Sohn in München. Die promovierte Kunstpädagogin und Künstlerin realisiert Kunst- und Kunstvermittlungsprojekte verschiedener Sparten im In- und Ausland. Dafür wurde die gebürtige Innviertlerin bereits mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Themen wie Gleichstellung, Gender und deren lebenspraktische Umsetzung beschäftigen sie in all ihren Texten und Bildern. Der Blog ist die Fortsetzung von “Susis Babyzeit” (2014-2016). www.susikrautgartner.com