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09/2026

Guter Schlaf beginnt mit einer ausgewogenen Ernährung

Guter Schlaf beginnt mit einer ausgewogenen Ernährung
Foto: shutterstock
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  • Veröffentlicht: 29.08.2026
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Wie gut wir schlafen, hängt auch damit zusammen, was auf unserem Teller landet. Schlafexpertin Christine Lenz erklärt, welche Lebensmittel und Gewohnheiten erholsame Nächte unterstützen können.

Wer nachts wach liegt, denkt selten zuerst an das Abendessen. Dabei beeinflussen sich Schlaf und Ernährung gegenseitig stärker, als viele vermuten – und gerade für Frauen in der zweiten Lebenshälfte spielt dieses Zusammenspiel eine entscheidende Rolle. Hormonelle Veränderungen während der Perimenopause und Menopause bringen den Schlaf oft aus dem Gleichgewicht. Gleichzeitig verändert sich der Stoffwechsel, und der Körper hat andere Bedürfnisse als noch einige Jahre zuvor. 

Die gute Nachricht: Mit einigen gezielten Anpassungen der Ernährung lässt sich der Schlaf häufig positiv unterstützen. 

Wenn Hormone den Schlaf verändern 

Viele Frauen kennen es: Plötzlich sind Nächte von Hitzewallungen, nächtlichem Schwitzen oder häufigem Aufwachen geprägt. Dahinter steckt vor allem der sinkende Östrogenspiegel. Die Folgen reichen von Einschlafproblemen bis zu einem weniger erholsamen Tiefschlaf. 

Gleichzeitig verändert sich oft auch das Essverhalten. Wer schlecht schläft, greift am nächsten Tag häufiger zu Süßem oder Fettigem. Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Schlafmangel beeinflusst die Hormone, die Hunger und Sättigung steuern, und erhöht das Verlangen nach schnell verfügbarer Energie. Umgekehrt kann eine ausgewogene Ernährung dazu beitragen, den Schlaf zu stabilisieren – ein positiver Kreislauf, von dem Körper und Psyche profitieren. 

Lebensmittel für einen guten Schlaf 

Nicht einzelne „Schlafwunder-Lebensmittel“, sondern die gesamte Ernährungsweise macht den Unterschied. Regelmäßige Mahlzeiten helfen dabei, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten, was wiederum nächtliches Aufwachen reduzieren kann.  

Aber nicht nur wie, sondern auch was wir essen, spielt eine Rolle – vor allem am Abend. Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten oder Haferflocken können das Einschlafen erleichtern. Eiweißreiche Lebensmittel wie Naturjoghurt, Eier, Hülsenfrüchte, Nüsse oder Geflügel liefern die Aminosäure Tryptophan. Daraus bildet unser Körper die Schlafhormone Serotonin und Melatonin. Wer es lieber süß mag: Auch getrocknete Kirschen gelten als natürliche Melatoninquelle. 

Ebenso wichtig sind bestimmte Mikronährstoffe. Magnesium aus Kürbiskernen, Mandeln, Bohnen, Kartoffeln oder Spinat etwa unterstützt die normale Funktion von Muskeln und Nervensystem und kann zur Entspannung beitragen. 

Gerade Frauen sollten außerdem auf eine gute Versorgung mit Eisen achten. Ein Eisenmangel wird häufig übersehen, kann aber Ein- und Durchschlafstörungen begünstigen und das Risiko für ein Restless-Legs-Syndrom erhöhen. Nach den Wechseljahren gewinnen außerdem Calcium und Vitamin D für Knochen und Muskeln an Bedeutung. Auch Omega-3-Fettsäuren sowie B-Vitamine unterstützen wichtige Stoffwechselprozesse und die normale Funktion des Nervensystems. 

Was den Schlaf ausbremst 

Das sind Basic-Schlafbooster, die einen großen Unterschied machen können. Ebenso wichtig ist es zu wissen, was den Schlaf stören kann. Koffein etwa wirkt oft deutlich länger als angenommen. Deshalb empfiehlt es sich, Kaffee, Energydrinks sowie schwarzen oder grünen Tee möglichst nach dem frühen Nachmittag zu meiden. Auch Alkohol ist entgegen mancher These keine gute Einschlafhilfe. Zwar macht er zunächst müde, verschlechtert jedoch die Schlafqualität und führt häufiger zu nächtlichem Aufwachen.  

Und auch beim Essen können wir einiges falsch machen. Schwere, fettige oder stark gewürzte Mahlzeiten kurz vor dem Zubettgehen belasten zusätzlich die Verdauung und können Sodbrennen fördern. Gerade Frauen in der Menopause profitieren häufig von einem leichteren Abendessen. Auch große Mengen an Rohkost oder Ingwer sind am späten Abend nicht ideal, da sie die Verdauung anregen können. Und wenn der Körper arbeitet, dann kommt er schwerer zur Ruhe.  

Kleine Gewohnheiten mit großer Wirkung 

Keine Sorge, niemand muss seine komplette Ernährung umstellen, um endlich gut zu schlafen. Schon wenige Veränderungen im Alltag können den Schlaf spürbar verbessern. Die folgenden fünf Punkte sind leicht umsetzbare Gamechanger in diesem Bereich:  

  • Halten Sie möglichst regelmäßige Schlaf- und Essenszeiten ein.  
  • Essen Sie die letzte größere Mahlzeit zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen.
  • Trinken Sie über den Tag ausreichend, reduzieren Sie größere Trinkmengen jedoch am späten Abend. 
  • Verzichten Sie am Nachmittag und Abend möglichst auf Koffein, Nikotin und Alkohol. 
  • Sorgen Sie für ein ruhiges, möglichst dunkles und eher kühles Schlafzimmer. 

Und: Bewegen Sie sich regelmäßig. Intensive Trainingseinheiten sollten jedoch nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen stattfinden. Dagegen können Tanzen, gemeinsames Singen oder andere Aktivitäten, die Freude bereiten und Stress abbauen, Körper und Geist wunderbar auf die Nacht vorbereiten. 

Wann ärztliche Unterstützung sinnvoll ist 

Nicht jede schlaflose Nacht ist gleich ein Grund zur Sorge. Halten Schlafprobleme jedoch über mehrere Wochen an oder gehen sie mit starkem Schnarchen, Atemaussetzern oder ausgeprägter Tagesmüdigkeit einher, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Gerade in der Menopause kann auch eine Beratung zu einer möglichen Hormontherapie sinnvoll sein, wenn Beschwerden wie Hitzewallungen den Schlaf dauerhaft beeinträchtigen. 

Erholsamer Schlaf entsteht selten durch eine einzelne Maßnahme. Oft ist es das Zusammenspiel aus Ernährung, Bewegung, hormoneller Balance und einem achtsamen Umgang mit den eigenen Bedürfnissen, das wieder zu ruhigen Nächten führt – und damit zu mehr Energie für den Tag. 

Foto: Steffi Brehmer, Bilderhaus

Zur Person

Aufgrund ihrer über 30-jährigen Erfahrung als führende Expertin für Schlafgesundheit und -medizin ist Christine Lenz, Inhaberin von SleepConsulting & Design, mit ihrem Wissen in vielen großen Unternehmen, aber auch bei Fernsehstationen und Magazinen eine gefragte Expertin. 

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