Wenn eine Schwangerschaft mit einer Fehlgeburt endet, ist das Schweigen oft groß. Journalistin Julia Stelzner hat selbst Erfahrungen mit dem Thema – und setzt sich aktiv für mehr Aufklärung und Diskurs ein.
Es gibt Themen, um die wird gerne einen Bogen gemacht. Fehlgeburten sind definitiv eines davon. Kaum jemand spricht darüber in der Öffentlichkeit. Die Journalistin Julia Stelzner wollte das ändern – und hat eine ganz besondere Website ins Leben gerufen. Ein Gespräch über Trauer, schmerzhafte Klinikbesuche und den Mut, gemeinsam weiterzumachen.
Frau Stelzner, Sie haben 2017 die Website „Das Ende vom Anfang“ ins Leben gerufen – eine Plattform, auf der Frauen von ihrer Fehlgeburt erzählen. Was hat Sie dazu bewegt, sich diesem Thema zu widmen?
Ich hatte 2016 die zweite Fehlgeburt hinter mir, war also persönlich betroffen. Das war für mich eine dunkle Phase, während der ich mich sehr allein gefühlt habe. In meinem Umfeld verliefen die meisten Schwangerschaften positiv, zum Glück. Bei mir gab es Komplikationen. Ich habe mich zuhause eingesperrt und im Internet nach Berichten und Geschichten gesucht, die meine Situation widerspiegeln. Durch die ich mich verstanden fühle. Aber ich habe nichts Passendes gefunden. Niemand hat über das Thema berichtet. Das wollte ich ändern.
