Der Rosenanbau hat einem abgelegenen Tal in Marokko wirtschaftlichen Aufschwung gebracht. Ein Fotoessay zeigt, wie er zugleich die Emanzipation der dort lebenden Frauen vorantreibt.
Bereits im Morgengrauen sind die Felder rund um den alten Ksar von Tiriguioute in Marokko vom Zwitschern der Vögel und den Stimmen plaudernder einheimischer Familien erfüllt. Der durchdringende, süße Duft der Damaszenerrosenbüsche liegt in der Luft, und ihre zartrosa Blütenblätter bedecken den Boden. Es ist Mitte Mai im Tal der Rosen, und das ganze Dorf ist damit beschäftigt, die berühmte Blume zu ernten, die dieser abgelegenen Region am Fuße des Atlasgebirges ihren Namen gibt.
Nachdem die Pflücker:innen die Rosensträucher nach offenen Blüten abgesucht haben, legen sie diese vorsichtig in ihre Handflächen. Mit einer schnellen Bewegung brechen sie die Spitze des Stiels ab, um die Blüte zu entfernen. Dabei achten sie darauf, die Rosenknospen, die sich erst in den nächsten Tagen öffnen und dann geerntet werden, nicht zu beschädigen.
„Wir haben Witwen, Geschiedene und Frauen, die ihre Familien versorgen, weil ihre Ehemänner krank oder arbeitslos sind.“
