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Roedig fragt: War das schon?

Roedig fragt: War das schon?
Foto: Shutterstock
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  • Veröffentlicht: 30.08.2025
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In ihrer Kolumne "Roedig fragt" denkt Andrea Roedig dieses Mal über Déjà-vus und das Gefühl von Vertrautheit nach.

Das habe ich doch schon einmal gesehen! Das Gefühl von Déjà-vu kennen wir alle. Es ist ein so intensives und unheimliches Erlebnis, weil wir nicht wissen, woher diese plötzliche Erinnerung kommt. Sie taucht in einer komplett gegenwärtigen Situation auf – ich treffe jemanden in der Teeküche meines neuen Büros –, und trotzdem gibt es diese Gewissheit: Das ist exakt so schon einmal passiert! Genau in diesem Licht mit diesem Teekocher vor meiner Nase. Es ist, als würde für den Bruchteil einer Sekunde die Zeit sich falten, Gegenwart und Erinnerung exakt überlappen.

Manchmal kommt das Déjà-vu aber auch alltäglicher und nicht mit einem Ausrufzeichen daher, sondern eher mit einem Fragezeichen. Mir geht es in letzter Zeit häufig so, wenn ich ältere Filme anschaue. Kenn ich den nicht schon? Ich kann mich partout nicht an die Handlung und den Titel erinnern, aber irgendetwas hier fühlt sich verdammt vertraut an. Beim Einkaufen von Gewand ist es dasselbe. Ich greife nach einem Pullover und denke: Hatte ich so einen nicht schon mal? Man kann die Sache negativ sehen: Je älter du wirst, desto mehr kennst du, desto mehr vergisst du. Und überhaupt wiederholt sich eh alles. Oder positiv: Aha, vielleicht bringen sich die fast vergessenen Dinge durchs Alltags-Déjà-vu wieder in Erinnerung. Hey, du kennst mich doch!

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