Warum kostet ein Einwegrasierer für Frauen mehr als der von Männern? Unserer Recherche zeigt: Für viele Produkte zahlen Frauen deutlich mehr, obwohl sie weniger verdienen.
Die Preisunterschiede von Produkten für Frauen und Männer haben einen Namen: Die sogenannte „Pink Tax“ bezeichnet die geschlechtsspezifische Preisdiskriminierung. Soll heißen: Produkte für Frauen sind deutlich teurer als vergleichbare Produkte für Männer. Aber auch für Perioden- und Verhütungsprodukte greifen Frauen tief in die Tasche – und das, obwohl sie weniger verdienen als Männer.
Frauen zahlen für typische Morgenhygieneprodukte mehr als Männer. Genauer genommen 50 Prozent mehr für Duschgel, 52 Prozent mehr für Gesichtscreme und bei Einwegrasierern sind es sogar 63,2 Prozent.
Quelle: AK Salzburg 2025
Bis zu 2.640 Euro zahlen Frauen auf 40 Jahre gesehen für Periodenprodukte. Aber auch der Staat griff zu: Tampons und Binden wurden erst 2021 als „notwendige“ Produkte klassifiziert und die Steuer damit von 20 auf zehn Prozent herabgesetzt. Seit dem 1. Jänner 2026 entfällt in Österreich die Umsatzsteuer auf bestimmte Menstruations- und Hygieneartikel sowie auf Verhütungsmittel. Nicht alle Händler geben die Preisreduktion weiter.
Quelle: AK 2023, AK 2026
Jede zweite Frau ist von Periodenarmut betroffen: 53 Prozent der Befragten würden sich besser mit Hygieneartikeln versorgen, wenn diese günstiger wären. Rund 20 Prozent haben Schwierigkeiten, sich Menstruationsartikel leisten zu können.
Quellen: Sozialministerium 2024, Plan International Österreich 2023
50 Prozent der Frauen in Österreich tragen die Kosten für Verhütung allein. Nur 27 Prozent teilen sich als Paar die Kosten.
Quelle: Verhütungsbericht 2024
Jede Frau verliert rund 28.000 Euro pro Jahr an Einkünften, weil sie mehr unbezahlt arbeitet.
Quelle: Momentum Institut 2025
Mütter verdienen zehn Jahre nach der Geburt ihres Kindes etwa 51 Prozent weniger als Väter.
Quelle: Agenda Austria 2019
Frauen verlieren weltweit ca. 75 Millionen gesunde Lebensjahre pro Jahr, die auf systemische Ungleichheiten im Gesundheitswesen zurückgeführt werden können (u. a. durch unzureichende Versorgung, verspätete Diagnosen, weniger Forschung zu frauenspezifischen Gesundheitsproblemen). Das entspricht etwa einer Woche verlorener gesunder Lebenszeit pro Frau pro Jahr. Frauen in Österreich verbringen ca. 25 Prozent mehr Zeit ihres Lebens in schlechtem Gesundheitszustand als Männer.
Quelle: Weltwirtschaftsforum 2026, MedUni Wien 2024
