Unsere gebaute Umwelt unterliegt patriarchalen Strukturen – innen wie außen. Judith M. Lehner von der TU Wien engagiert sich für eine diversere und gerechtere Raumplanung.
Männer verdienen im Schnitt mehr – und sie dominieren die Baubranche, auch wenn der Anteil an Frauen in der Architektur steigt. Dementsprechend wird vorwiegend nach männlichen Normen, Vorstellungen und Bedürfnissen gebaut.
Baustellenbegehung: Wohnen in patriarchalen Strukturen
Wohnen – übrigens ein Menschenrecht – wird immer kostspieliger, weltweit wird es zusehends schwieriger, leistbaren Wohnraum zu finden. Zudem steht Wohnen im Konflikt mit Immobilien als Anlage- und Spekulationsobjekte, die einen extremen Leerstand und gleichzeitig Wohnungskrisen mitverursachen. Frauen sind besonders stark von Wohnungslosigkeit und Altersarmut betroffen. Umso wichtiger ist leistbares Wohnen.
„Dass Frauen in Bezug auf ihre Wohnsituation in eine schwierige Lage geraten, hängt oft mit Entscheidungen in Partnerschaften zusammen.“
„Die Leistbarkeitskrise ist in Österreich mit dem Platzen der globalen Immobilienblase 2008 spürbar geworden“, erklärt Judith M. Lehner. Die Wohnforscherin leitet das Research Center for New Social Housing, das zur TU Wien gehört, inter- und transdisziplinäre Raumforschung betreibt und sich auch als Brücke zur Praxis versteht. Heißt: Architektur, Raumplanung, Soziologie, Geografie und Politikwissenschaft arbeiten hier zusammen.
