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Oh, du Genüssliche: So zaubern Sie das perfekte Weihnachtsmenü

Oh, du Genüssliche: So zaubern Sie das perfekte Weihnachtsmenü
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  • Veröffentlicht: 19.12.2025
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Der Heilige Abend steht vor der Tür – und mit ihm das größte Familienfest des Jahres. Die Erwartungen an das Weihnachtsessen sind hoch, das Stresslevel auch. Wie man ein Menü zaubert, das alle Gäste glücklich macht.

Es ist der 22. Dezember. Susanne, 39, betritt genervt den Supermarkt. „Mama, darf ich Kekse?“, quengelt der Achtjährige schon beim Eingang, während die kleine Schwester beginnt, die Obsttheke umzuschlichten. Susanne seufzt und zieht einen elendslangen Einkaufszettel aus der Tasche.

Morgen kommt wie jedes Jahr die ganze Familie zum Weihnachtsessen. Stressig war es immer, aber heuer hat sich einiges verändert – genauer gesagt, die Menschen, die an ihrem Esstisch sitzen werden. Der Mama wurde nämlich kürzlich Zöliakie diagnostiziert, sie darf also kein Weizen mehr zu sich nehmen, der immer schon übergewichtige Onkel hat ausgerechnet jetzt beschlossen, nichts Ungesundes mehr zu essen, weil er laut Arzt „ein paar Kilo abnehmen sollte“ und der Schwager, der sonst immer alles verträgt, hat „zur Sicherheit“ noch schnell vor Weihnachten eine Laktoseintoleranz entdeckt. Ach ja, und gestern Abend hat die 16-jährige Nichte angerufen und verkündet, dass sie ihren neuen Freund mitbringt – übrigens ein Vegetarier.

Susanne streift also durch die Regale und rechnet aus, wie viele verschiedene Gerichte sie wohl heuer kochen muss, um alle Wünsche ihrer Gäste zu erfüllen. Ihr Mann hatte vorgeschlagen, einfach Pizza zu bestellen – die gibt‘s beim Italiener ums Eck auch in vegan, gluten- und laktosefrei. Aber Susanne weiß, das ist auch keine Lösung – und so sieht ihr Einkaufswagen aus, als würde sie alleine die ganze Stadt versorgen wollen: fünf Sorten Gemüse, Voll-, Hafer- und Sojamilch, glutenfreie Pasta, laktosefreier Topfen, ein Rinderschmorbraten und irgendetwas, das laut Verpackung „veganer Braten mit weihnachtlichen Aromen“ enthält.

Planung ist das halbe Leben

Wer wie Susanne vor der Herausforderung steht, heuer für das Weihnachtsessen verantwortlich zu zeichnen und Gäste mit besonderen Bedürfnissen bewirten zu müssen, der sollte sich die folgenden Lifehacks zu Herzen nehmen.

Tipp Nummer eins lautet: Planung! Am besten startet man zwei Wochen vor Weihnachten mit einer einfachen Tabelle: Wer kommt? Welche Wünsche oder Einschränkungen gibt es (glutenfrei, vegan, laktosefrei, low-fat …)? Spätestens eine Woche vorher legt man das Menü fest. Die wichtigste Erkenntnis: Selbst ein Festmenü für den Heiligen Abend muss nicht aus 27 Komponenten bestehen. Suppe (die lässt sich „supper“ vorbereiten), Vorspeise (das macht einfach ordentlich was her), ein Hauptgang mit Fisch oder Fleisch (und einer vegetarischen Alternative) samt Beilagen, die alle essen können und ein Dessert – mehr braucht kein Mensch!

Jetzt geht es ans Schreiben der Einkaufsliste – aber bitte mit System. Am besten ordnet man die einzelnen Lebensmittel in Kategorien in der Reihenfolge des Supermarktes: Obst & Gemüse, Brot & Gebäck, Grundnahrungsmittel & Konserven, Snacks & Süßigkeiten sowie Getränke. Ganz am Schluss kommen die gekühlten Produkte ins Wagerl: Milchprodukte & Eier, Fisch & Fleisch sowie Tiefkühlprodukte. Das spart Zeit und Nerven vor Ort.

Apropos Zeit sparen: Viele Schritte lassen sich schon am Vortag erledigen: Suppen und Saucen kochen, Dressing anrühren, Gemüse putzen, Beilagen vorkochen, Nachspeise zubereiten. Dann brauchen die einzelnen Bestandteile des Menüs am Abend des 24. Dezembers nur noch gewärmt, finalisiert und angerichtet werden.

Extrawürste beachten

Tipp Nummer zwei betrifft die Sonderwünsche von Frau Mama, Onkel, Schwager und Nichte. Hier gilt: Unverträglichkeiten integrieren statt bekämpfen. Niemand verlangt, dass die Gastgeberin zusätzlich zum „normalen“ Menü noch ein, zwei oder sogar drei zusätzliche Gerichte zaubert. Viele Lebensmittel, vor allem Beilagen wie Reis, Kartoffeln und Gemüse, sind von Natur aus vegan, gluten- und laktosefrei. Statt Saucen mit Mehl zu binden, kann man einfach Maisstärke verwenden, die glutenintolerante Mutter bekommt einfach keine Croutons auf den Salat und im Dessert landet laktosefreie Milch (die gibt es mittlerweile wirklich in jedem Supermarkt).

Tipps für ein Weihnachtsessen ohne Wahnsinn

✔ 2 Wochen vorher: Gästeliste, Wünsche und Unverträglichkeiten notieren

✔ 1 Woche vorher: Menüplan erstellen (Suppe | Vorspeise | Hauptgang mit Beilagen, evt. eine vegetarische Alternative | Dessert)

✔ Verantwortlichkeiten verteilen (Tisch decken, Getränke nachschenken, Nachspeise mitbringen)

✔ Ungefähren Zeitplan festlegen (Wann wird was serviert?)

✔ Einkaufsliste erstellen und nach Kategorien sortieren

✔ 2 Tage vorher: Einkäufe erledigen, Getränke kalt stellen

✔ Am Vortag: möglichst viel vorbereiten

✔ Realistisch bleiben – es ist kein Wettbewerb!

✔ Genießen nicht vergessen!

Ein wenig aufwändiger ist es, die fleischigen Komponenten aus dem Menü zu ersetzen, könnte aber in Zukunft immer öfter nötig werden. Laut einer aktuellen Studie des Lebensmittelherstellers iglo ernähren sich bereits 14 Prozent flexitarisch, fünf Prozent vegetarisch und zwei Prozent vegan – Tendenz steigend. Das heißt: ein Menü mit einer fleischlosen Alternative entspricht nicht mehr der Ausnahme, sondern dem Zeitgeist. Aber auch hier hat der Lebensmittelhandel längst reagiert und bietet gute Ersatzprodukte an.

Gäste dürfen helfen

Weihnachten ist kein Kochwettbewerb, das Weihnachtsmenü muss keine Hauben und Sterne haben – es reicht, wenn es schmeckt und alle satt werden. Dazu passt Tipp Nummer drei: Teile Aufgaben ruhig an deine Gäste aus! Lass die Kinder die Tischkarten basteln, jemanden die Getränke ausschenken oder sogar die Nachspeise mitbringen. Vegetarische Gäste fühlen sich vielleicht sogar geschmeichelt, wenn du ihnen sagst: „Du machst bestimmt den besten vegetarischen Salat – bitte!“ So wird aus dem Stress ein Gemeinschaftsprojekt – und du kannst dich ein bisschen zurücklehnen, während alle stolz etwas zum Abend beitragen.

Susannes Küche sieht am 24. Dezember aus wie ein Schlachtfeld – kein Wunder, hat sie doch für insgesamt acht Erwachsene und vier Kinder gekocht. Und trotzdem steht sie nicht schweißgebadet am Herd, sondern sitzt gut gelaunt mit den anderen am Tisch. Alle haben köstlich gespeist – ob klassisch, vegan, gluten- oder laktosefrei. Was zählt, ist nicht, dass alles perfekt zusammenpasst, sondern dass alle miteinander feiern, essen und genießen. Ein bisschen Planung, ein bisschen Gelassenheit – und vor allem: die Freude, gemeinsam Zeit zu verbringen. Damit wird aus dem Weihnachtschaos ein Fest, an das sich alle gern erinnern.

Leckere Rezepte fürs Fest

Weihnachtliche Kürbis-Ingwer-Suppe

Foto: z.B. Shutterstock 781310200

Diese Suppe ist vegan, gluten- und laktosefrei und kann hervorragend schon am Vortag zubereitet werden. Am Heiligen Abend selbst wird sie nur noch aufgekocht, auf Teller verteilt und serviert.

Zutaten (für 8 Personen):

2 EL Olivenöl

2 Zwiebeln, geschält, grob gehackt

2 kg Kürbis (z.B. Hokkaido, Butternuss), geschält und gewürfelt

4 säuerliche Äpfel, geschält, entkernt und gewürfelt

1,5 l Gemüsesuppe (glutenfrei!)

2 TL Ingwer, frisch gerieben

Salz, Pfeffer

1 TL Zimt

1/2 TL Muskatnuss

4 Knoblauchzehen, fein gehackt

200 ml Kokosmilch

Zubereitung: Olivenöl in einem großen Topf erhitzen, Zwiebel glasig anschwitzen, Kürbis und Apfel zugeben und anrösten. Mit Gemüsesuppe angießen, mit Ingwer, Salz und Pfeffer würzen und bei mittlerer Hitze eine halbe Stunde köcheln lassen. Mit Zimt, Muskat und Knoblauch würzen und mit dem Pürierstab cremig mixen. Kokosmilch unterrühren. In Schalen füllen und servieren.

 

Festlicher Wintersalat

Foto: z.B. Shutterstock 1176933004

Auch für diesen veganen, gluten- und laktosefreien Salat lassen sich alle Komponenten bereits am Vortag vorbereiten und in separaten Dosen im Kühlschrank aufbewahren. Am Abend werden die Teller nur noch angerichtet und mit dem Dressing übergossen.

Zutaten (für 8 Personen):

4 rote Rüben, gekocht, in Scheiben geschnitten

gemischter Wintersalat (z.B. Feldsalat, Vogerlsalat, Rucola, Endivie)

3 Orangen, geschält, in Scheiben geschnitten

2 säuerliche Äpfel, entkernt, in Fächer geschnitten

Kerne von 1 Granatapfel

150 g Pekannüsse

Für das Honigdressing:

6 EL Olivenöl

3 EL Weißweinessig

2 EL Ahornsirup

1 TL Dijon-Senf (glutenfrei!)

Salz, Pfeffer

Zubereitung: Aus den rote Rüben-Scheiben Sterne ausstechen (die Abschnitte können später im Dressing mitpüriert werden). Alle Komponenten des Salats auf Tellern anrichten. Die Zutaten für das Dressing mit dem Pürierstab aufmixen und kurz vor dem Servieren über dem Salat verteilen.

 

Lachsfilets mit Ofenkartoffeln und Röstgemüse

Foto: z.B. Shutterstock 2706330647

Dieses wunderbar leichte Fischgericht lässt sich am Vortag vorbereiten und am Heiligen Abend im Ofen zubereiten. Die meisten Zutaten dafür sind vegan, gluten- und laktosefrei, nur der Lachs muss für die Vegetarier etwa durch Feta oder Tofu ersetzt werden.

Zutaten (für 8 Personen)

Für die Ofenkartoffeln:

2,5 kg kleine Kartoffeln, halbiert

3 EL Olivenöl

Salz, Pfeffer, Rosmarin

Für das Röstgemüse:

4 Paprika (bunt), in Streifen

3 Zucchini, halbiert und in Scheiben

3 rote Zwiebeln, in Spalten

3 EL Olivenöl

Salz, Pfeffer, Thymian

Für den Lachs:

4 große Lachsfilets à 500 g

(Feta oder Tofu als Alternative für den/die Vegetarier*in)

4 EL Olivenöl

Salz, Pfeffer, Petersilie

2 Zitronen, in dünnen Scheiben

Für die Dill-Sauce:

200 g laktosefreier Sauerrahm

2 EL Zitronensaft

1 TL Dijon-Senf (glutenfrei!)

3 EL Dill, fein gehackter

Salz, Pfeffer

Zubereitung: Für die Ofenkartoffel das Rohr auf 200 Grad vorheizen, die Kartoffeln mit Öl, Salz, Pfeffer und Rosmarin mischen. Auf ein Backblech geben und 40 Minuten goldbraun rösten, einmal wenden.

Für das Röstgemüse Paprika, Zucchini und Zwiebeln mit Öl, Salz, Pfeffer und Thymian mischen. Auf ein zweites Blech geben und 30 Minuten mit den Kartoffeln mitrösten (kommt also zehn Minuten nach den Kartoffeln in den Ofen).

Für den Lachs jedes Filet auf ein eigenes Stück Pergamentpapier legen (für den/die Vegetarier*in ein Stück Feta oder Tofu als Alternative verwenden). Mit Olivenöl beträufeln, salzen, pfeffern. Dann Zitronenscheiben und die Petersilie darauflegen. Papier wie ein Paket fest verschließen. Zehn Minuten, nachdem das Röstgemüse in den Ofen kam, die Temperatur auf 180 Grad reduzieren und 20 Minuten garen.

Für die Dill-Sauce alle Zutaten miteinander verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Anrichten alle Beilagen auf Platten servieren, die Sauce separat reichen und den Lachs im Pergament direkt am Tisch öffnen (duftet großartig).

 

Kokos-Pannacotta mit Beerenkompott

Foto: z.B. Shutterstock 2355249565

Vegan, gluten-, laktosefrei – und köstlich! Und das Beste: Auch dieser Gang lässt sich am Vorabend zubereiten. Am Heiligen Abend einfach aus dem Kühlschrank nehmen, servieren und genießen.

Zutaten (für 8 Personen)

Für das Pannacotta:

2 Dosen Kokosmilch (je 400 ml)

4 EL Zucker

Mark von 1 Vanilleschote

2 TL Agar-Agar (pflanzliches Geliermittel)

Für das Kompott:

600 g TK-Beeren

3 EL Zucker

½ TL Zimt

2 EL Zitronensaft

Zubereitung: Für das Pannacotta Kokosmilch, Zucker und Vanillemark in einem Topf erhitzen.

Agar-Agar einrühren und zwei Minuten sprudelnd kochen lassen. In Gläser füllen und über Nacht kühl stellen.

Für das Kompott die Beeren mit Zucker und Zimt kurz aufkochen, bis sich Saft bildet. Mit Zitronensaft abschmecken und abkühlen lassen. Anschließend auf die Gläser verteilen.

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