Für die Print-Ausgabe von „Welt der Frauen“ hat Lisa-Viktoria Niederberger exklusiv einen bislang unveröffentlichten Text beigesteuert. Im Kurzinterview erzählt sie, welche Rolle das Schreiben in ihrem Leben spielt.
Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Ich bin eine dieser “ich habe eigentlich immer schon geschrieben”-Schriftsteller*innen. Als vor etwa 15 an der Uni Salzburg, an der ich damals studiert habe, die Literaturzeitschrift „Das Mosaik“ gegründet wurde, habe ich dort erste Texte veröffentlicht. Danach kamen andere Zeitschriften, Literaturpreise und Stipendien und schlussendlich Bücher in diversen Genres.
Was bedeutet Ihnen das Schreiben?
Es bedeutet mir extrem viel. Ich glaube, die Form des Selbstausdruck, die mir als Individuum am meisten zusagt, nicht nur gefunden zu haben, sondern auch noch als meine Arbeit bezeichnen zu können, ist bei allen Herausforderungen, die der Beruf Schriftstellerin mit sich bringt – Prekariat, Leistungsdruck, Öffentlichkeit, usw. – ein großes Privileg und eine noch viel größere Freude. Zumindest an den meisten Tagen.
Worum geht es in Ihren Werken?
Ich schreibe gerne über alternative Modelle des Miteinanders, nicht nur zwischen Menschen, sondern auch über solidarische Mensch-Natur Beziehungen jenseits von Turbokapitalismus.
Was möchten Sie mit Ihren Werken erreichen?
Ich versuche nicht, mit meiner Literatur etwas zu erreichen, weil ich finde, dass so ein Ansatz schnell ins Pädagogische abdriften kann. Ich schreibe, um mir selbst am Papier die Fragen zu stellen „Wie könnten wir denn auch noch leben/lieben/wohnen/arbeiten?”, „Passt der Ist-Zustand noch in die Gegenwart?” oder „Ginge es vielleicht besser – und zwar nicht nur für einige, sondern für alle?” Wenn meine Texte andere dazu animieren, sich diesen Fragen auch stellen zu wollen, macht mich das sehr demütig, aber ich schreibe nicht deswegen.
Hören Sie einen Teil des Textes als Audioaufnahme – von Lisa-Viktoria Niederberger
Zur Person
Lisa-Viktoria Niederberger (Jg. 1988) lebt als Schriftstellerin und Kulturwissenschaftlerin in Linz. In ihren Texten spürt sie den Beziehungen zwischen Mensch und Natur nach und lotet Möglichkeiten eines solidarischen Zusammenlebens aus. Ihre Arbeit wurde u. a. mit dem Theodor-Körner- Förderpreis und dem Exil- Literaturpreis ausgezeichnet. 2024 erschien ihr Kinderbuch „Helle Sterne, dunkle Nacht“, im Frühling 2026 ihr Romandebüt „Lahea“. lisaviktorianiederberger.at