Katharina Häckel-Schinkinger navigiert beruflich Krisen, auch privat hat sie Zäsuren erlebt. Eine Bilanz über die Lebensmitte, in der so vieles gleichzeitig passiert.
Viel mehr Wende geht wohl nicht: Kurz nachdem Katharina Häckel-Schinkinger im Jänner 2020 als Kommunikationsexpertin ins Kabinett von Gesundheitsminister Rudolf Anschober wechselt, berichten die Medien über die ersten Todesopfer einer mysteriösen Lungenkrankheit. Kurz darauf erreicht die Coronapandemie Österreich. Und Häckel-Schinkingers Aufgabe lautet, diese Krise zu kommunizieren.
Wie geht das? „Im Maschinenraum funktioniert man einfach. In so einer Situation ist die politische Ebene maximal gefordert. Und das gilt auch für die kleineren Rädchen im Team wie mich.“ Politische Kommunikation sei ein Junkie-Job, sagt die 48-Jährige, weil man viel beitragen kann und das Adrenalinlevel hoch ist. „Die Grundherausforderung lautet: Sagen, was ist. Gleichzeitig muss man Empfehlungen aussprechen, die sich binnen Tagen ändern können, weil es neue wissenschaftliche Erkenntnisse gibt.“
Durch Krisen navigieren
Eine Lehre aus dieser Zeit ist für sie bis heute präsent: „Wir brauchen eine bessere Repräsentanz im politischen Gefüge. Zu wenig sichtbar waren Frauen, Kinder und marginalisierte Gruppen, etwa Armutsbetroffene oder Menschen mit Behinderung. Wenn Perspektiven fehlen, entstehen blinde Flecken in Entscheidungen und in der Kommunikation.“
