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KW 45/2014: Ribcab

Für RadfahrerInnen gliedert sich das gewöhnliche Jahr grob in zwei Phasen: eine, in der man man ohne Handschuhe fahren kann, und eine andere, in der die Pfoten umständlich gegen eisigen Wind geschützt werden müssen. Diese Zeit hat jetzt wieder begonnen. Sie liegt etwas früher als bei FußgängerInnen und anderweitig mobilen Menschen, weil man beim Radeln ja die Hände nicht einfach in die Hosentaschen stecken kann und die Extremitäten – Hände, Ohren, Füße, Nase (die natürlich läuft) –  ziemlich schnell auskühlen, während das Körperzentrum mächtig schwitzt. Blöde Sache.

Seit letztem Winter besitze ich aber einen kleinen Trost, zumindest was Kopf und Ohren betrifft. Denn statt – wie zuvor – meinen Fahrradhelm über ein ohrenwärmendes Stirnband zu pressen, was sich anfühlt wie eine Schläfenschraube, die bei der kleinsten Erschütterung doch vom Kopf rutscht, trage ich Ribcab. Als ich dieses Ding zum ersten Mal bei einem Bekannten sah, entfuhr mir ein langer, bewundernder Dankesseufzer auf das Ingenieurswesen.

Das Ribcab ist nämlich eine mit schlagdämpfendem Zauberzeug gefüttertere Haube. Wenn man mit dem Finger hineinpiekt, gibt das Material ein wenig nach und breitet sich dann langsam wieder aus. Es ist also nicht starr, sondern resilient und soll 60 Prozent eines normalen Helmschutzes bieten, sagen die Hersteller. Weil die Kappe längslaufend in Tortenstückchen portioniert ist, kann man sie sogar zusammenfalten und in die Tasche stecken. Ribcab, du bist mein Winterding!

Allerdings, das muss man leider hinzufügen, zerstört das Ribcab, wie jede Mütze, die Frisur, und viel besser als ein Helm sieht es auch nicht aus. Am Freitag traf ich beim Radeln einen Bekannten und fühlte mit brennender Peinlichkeit diese komische Kugel auf meinem Kopf sitzen. Die Scham war warm.