Innere Schönheit ist schwer zu definieren, nicht sofort zu erkennen und doch beständig. Denn während Aussehen verblassen kann, bleibt sie uns ein Leben lang.
Mit der Schönheit ist es wie mit einem hübschen Gebäude: Inmitten einer Vielzahl von Bauwerken wirkt dieses eine wie ein Versprechen des Glücks. Was erwartet uns hinter der ansprechenden Fassade? Hält es innen, was es außen verspricht? So lässt sich sagen, äußere Schönheit öffnet Türen. Doch bewegt sie Menschen auch zum Bleiben? „Schönheit ohne Güte ist wie ein Haus ohne Tür, ein Schiff ohne Wind, eine Quelle ohne Wasser“, lautet ein deutsches Sprichwort, das besagt, dass äußere Schönheit allein wertlos ist, wenn es dem Menschen an Gutherzigkeit fehlt.
Betreten wir also ein kaltes, karges Zimmer, werden wir wohl nicht lange darin verweilen wollen. Wahre Schönheit ist somit weit mehr als das, was auf den ersten Blick ersichtlich ist. Während das Äußere oft die Aufmerksamkeit lenkt, ist es das Innere, das die Anziehungskraft dauerhaft macht.
Vom äußeren Schein geblendet
„Wenn wir versuchen, äußerlich schön zu sein, möchten wir eigentlich liebenswert sein. Schönes Aussehen allein macht uns aber nicht liebenswert. Da gehört schon mehr dazu“, sagt Ada Borkenhagen, Psychoanalytikerin, Psychologin und Professorin an der medizinischen Fakultät der Universität Magdeburg.
