Geburten können vieles sein: stärkend, traumatisch oder manches dazwischen. Jede Geburt ist einzigartig. Den Verlauf können wir nur bedingt beeinflussen, den Umgang damit allerdings schon.
Es war auf der Heimfahrt von einem Betriebsausflug. Ich saß mit meinen um einige Jahre älteren Kolleginnen im Bus, und irgendwann begannen die Frauen, ihre Geburtsgeschichten auszupacken. An die Details kann ich mich nicht mehr erinnern, ich dachte nur: „Wenn das so ist, will ich nie ein Kind.“
Irgendwann war ich selbst schwanger. Ich beschloss, mich nicht von den negativen Geburtsgeschichten beeindrucken zu lassen, hielt mich an die Erzählungen einer Bekannten, wonach die Geburt einer Bergtour glich und am Gipfel alle Anstrengungen und Mühen vergessen waren. So wollte ich Geburt erleben. Ich verschlang Bücher rund ums Mutter-Werden, probierte Schwangerschaftsyoga und Akupunktur, nahm Heublumensitzbäder und an einem Geburtsvorbereitungskurs teil, trank Himbeerblättertee und aß aufgeweichte Leinsamen, um das Gewebe geschmeidig und die Geburt leichter zu machen.
