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01/02/26

Roedig fragt: Dürfen Freundinnen manchmal nerven?

Roedig fragt: Dürfen Freundinnen manchmal nerven?
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  • Veröffentlicht: 12.01.2026
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Freundschaften beginnen oft wie Verliebtheiten, und können unser Leben bereichern. Aber wenn sie in die Jahre kommen, machen sie auch viel Arbeit und fordern unsere Geduld heraus, denkt Andrea Roedig. 

Nichts Schlimmeres gebe es, als mit Freundinnen zu streiten, sagt eine Freundin. Stress in der Partnerschaft sei nichts dagegen. Denn eigentlich, fügt sie an, könne man mit Freundinnen nicht wirklich streiten. Warum? Weil dabei gleich die ganze Beziehung Schaden nehme.
Das kenne ich. Mit C. zum Beispiel habe ich schon viele Urlaube verbracht, im Grunde ist es immer wunderschön, aber beim vorvorletzten Trip ging sie mir wahnsinnig auf die Nerven. Ununterbrochen redete sie und wollte ständig Eis essen, ich hab’s nicht ausgehalten und war betroffen: Was lief diesmal schief?

Freundschaft braucht manchmal Geduld

Freundschaft ist ein Treueschwur, eine Verpflichtung zu Sympathie und Solidarität. Und dann plötzlich verschiebt sich das feine Gefüge, es wächst ein „Elefant im Raum“. „Du quatschst zu viel, du gehst mir auf die Nerven“, hätte ich zu C. nicht sagen können, ohne sie tödlich zu kränken. Was also tun? Manchmal hilft Abwarten, denn Freundschaft braucht Langmut. Eine Freundin darf mir auf die Nerven gehen, sie darf verrückt sein, ihre Macken haben. Vermutlich nerve ich sie ja auch. Manchmal reißt das Band der Treue, Freundschaften zerbrechen oder sterben langsam ab. Oder sie beleben sich neu. Mit C. fahre ich wieder auf Urlaub. Gott sei Dank. Und sie darf Eis essen, so viel sie will.

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