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Frauen sind anders. Und das ist schön so.

Frauen sind anders. Und das ist schön so.
Foto: alvarez

Der Fachbereich Frauengesundheit von PROGES setzt sich dafür ein, die Qualität der medizinischen, psychologischen und sozialen Dienstleistung für Frauen in Oberösterreich zu verbessern.

Frau Commenda, Sie sind Fachleiterin für Frauengesundheit bei PROGES. Beschreiben Sie uns kurz, worin Ihre tägliche Aufgabe besteht!

Seit mehr als zehn Jahren beraten Expert:innen aus den Bereichen Lebens‐ und Sozialberatung, Sexualberatung, Allgemeinmedizin, Gynäkologie, Ernährungswissenschaften und Recht Frauen und Mädchen in unterschiedlichsten Problem- und Lebenslagen. Lange wurde auf die spezifischen Bedürfnisse vergessen, die Unterschiede zwischen Mann und Frau sind jedoch vielfältig. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Frauen in den Fokus zu rücken und einen gesundheitsbewussten Lebensstil zu fördern und zu unterstützen. Unsere Frauengesundheitszentren in Wels und Ried im Innkreis sind Anlaufstellen bei einer Vielzahl von frauenspezifischen Fragen und Problemen.

Sie sagen also Frauen sind anders als Männer. Worin liegen die Unterschiede?

Die Frage ist, ob wir über biologische Unterschiede sprechen, oder ob die Unterschiede letztendlich sozial konstruiert sind. Die Hormone, das Bindegewebe, die psychische Doppelbelastung mit Beruf und Familie: Das und vieles mehr macht Frauen anders. Obwohl Frauen eine höhere Lebenserwartung und eine geringere Mortalitätsrate aufweisen, verbringen sie weniger Jahre in guter Gesundheit. Frauen haben ein höheres Erkrankungsrisiko, weil sie unter größerem sozialen Druck stehen, attraktiv, fit und dynamisch sein zu müssen. Sie sind auch in höherem Ausmaß von Vereinsamung im Alter und Armut betroffen. Durch ihre Rolle als Mutter und diverse Mehrfachbelastungen sind Frauen einer höheren physischen und psychischen Belastung ausgesetzt. Diese und viele andere Tatsachen sprechen für eine frauenspezifische Förderung ihrer Gesundheit. Frauen zeigen ein anderes Gesundheitsverhalten als Männer, es braucht daher auch unterschiedliche Konzepte, um ihren Bedürfnissen gerecht zu werden.

Das sind viele Faktoren. Wie versuchen Sie diese auszugleichen?

Wir sind bei PROGES bemüht unsere Angebote sehr niederschwellig zu gestalten, um möglichst vielen Frauen den Zugang zu ermöglichen. Zu uns kann jede Frau mit jedem Problem kommen. Wir haben ein großes Team an Expert:innen, das für viele Aspekte des Lebens Unterstützung gibt. Wir informieren, wir hören zu, bringen neue Perspektiven ein, suchen gemeinsam mit ihnen nach Lösungen, die in ihr Leben passen. Wir finden Stärken, Unterstützungsmöglichkeiten und Lebensbereiche, die bei der Lösung des Problems hilfreich sein können. Letztendlich bestärken wir die Frauen, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten.

Foto: PROGES
„Historisch betrachtet hatte die Weiblichkeit schon immer viele Gesichter.“
Julia Commenda, Leiterin Frauengesundheit PROGES

Wie würden Sie persönlich Weiblichkeit definieren?

Historisch gesehen hatte die Weiblichkeit schon immer viele Gesichter. Frauen genießen die Fülle, die Bandbreite und die unterschiedlichen Ausprägungen von Weiblichkeit, die sie je nach Frauentyp, Lebensphase und Lebensphilosophie ausleben können. Manche Frauen genießen es, zuhause zu sein und möchten sich um ihre Kinder kümmern, andere wollen gar keine Kinder bekommen. Anderen Frauen sind andere Bereiche ihres Lebens einfach wichtiger. Es gibt Frauen, die Fußball schauen und Frauen, die das furchtbar langweilig finden. Frauen haben ganz unterschiedliche Interessen, Talente und Körper. Es geht um Selbstbestimmtheit, Selbstverwirklichung und Selfcare.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft von Frauen?

Der Weg zu einer gerecht(er)en Gesellschaft und Zukunft ist PROGES ein besonderes Anliegen. Wir sind Teil des Österreichischen Netzwerks für Frauengesundheit und setzen uns für gerechte Gesundheitschancen von Frauen und Mädchen ein.
Die Zukunft ist weiblich – tradierte soziale Rollen, die Männern und Frauen zugeschrieben werden, verlieren an gesellschaftlicher Verbindlichkeit und das Geschlecht bestimmt weniger über den Verlauf individueller Biografien. Gender -Gaps weiter zu verringern, muss Ziel der Gesellschaft sein – das betrifft vorrangig den Zugang zur Gesundheitsversorgung, zu Bildung, politischer Beteiligung sowie wirtschaftlicher Gleichstellung.